Dodge Charger ab sofort bestellbar
Dodge Charger: Kann ein Elektroauto wirklich ein Muscle Car sein?

Der Dodge Charger ist zurück – doch das V8-Grollen wird vom Summen zweier Elektromotoren abgelöst. Kann das neue Muscle-Car die Fans überzeugen?
Bild: Dodge
Mit dem Charger schickt Dodge einen der bekanntesten Namen der amerikanischen Autogeschichte zurück auf europäische Straßen. Ab sofort ist die neue Generation bestellbar, die ersten Fahrzeuge sollen im September ausgeliefert werden.
Doch der eigentliche Paukenschlag ist nicht der Bestellstart oder der Einstiegspreis von rund 66.000 Euro. Vielmehr markiert der neue Charger einen historischen Wendepunkt für die Marke: Erstmals gibt es das Muscle-Car auch als vollelektrischen Daytona.
Kaum ein Fahrzeug steht so sehr für die klassische US-Muscle-Car-Kultur wie der Dodge Charger. Über Jahrzehnte waren großer Hubraum, brachiale V8-Motoren und möglichst viel Leistung die wichtigsten Zutaten des Erfolgsrezepts. Entsprechend groß war die Überraschung, als Dodge vor rund zwei Jahren ankündigte, die nächste Generation auch mit Elektroantrieb auf den Markt zu bringen.


Zwischen diesen Generationen liegen ungefähr 60 Jahre. Wie viel "Charger" steckt noch im neuen Daytona?
Bild: Alexandra Lier | Dodge
Für viele Fans klang das zunächst wie ein Widerspruch in sich. Ein Muscle-Car ohne V8? Für Puristen nahezu undenkbar. Dodge reagierte darauf ungewöhnlich offensiv. Statt die Elektrifizierung zu verstecken, machte die Marke sie zum zentralen Bestandteil des Konzepts. Der neue Charger Daytona wird von zwei Elektromotoren angetrieben und leistet je nach Version bis zu 670 PS. Damit beschleunigt er in rund 3,4 Sekunden auf Tempo 100 und gehört zu den schnellsten Serien-Chargern überhaupt.

Der neue Dodge Charger Daytona trägt die Muscle-Car-Idee ins Elektrozeitalter. Die vollelektrische Version soll beweisen, dass auch ein Stromer amerikanische Performance verkörpern kann.
Bild: Dodge
Sogar beim Sound wollten die Amerikaner nicht auf Emotionen verzichten. Deshalb erhielt der Stromer ein spezielles System namens "Fratzonic Chambered Exhaust", das künstlich einen charakteristischen Klang erzeugt. Ein Detail, das bei Fans ebenso kontrovers diskutiert wird wie der Elektroantrieb selbst.
Dodge setzt auf zwei Antriebswelten
Anders als viele Hersteller verabschiedet sich Dodge allerdings nicht vollständig vom Verbrenner. Die neue Generation basiert auf der sogenannten STLA-Large-Plattform und wurde von Anfang an für unterschiedliche Antriebskonzepte entwickelt. Neben dem Elektro-Modell Daytona gibt es deshalb weiterhin den Charger Sixpack mit einem drei Liter großen Reihensechszylinder-Biturbo. Je nach Version stehen bis zu 550 PS zur Verfügung.

Nicht jeder Charger fährt künftig elektrisch: Mit dem neuen Sixpack-Modell bietet Dodge die Ikone weiterhin mit Biturbo-Reihensechszylinder an und hält so an klassischen Muscle-Car-Tugenden fest. Nur auf den V8 müssen Fans verzichten.
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Kann der neue Charger Muscle-Car-Fans überzeugen?
Der Neustart kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Charger längst nicht mehr die Bedeutung früherer Jahrzehnte hat. In den USA blieb das Modell zwar bis zuletzt ein wichtiger Imageträger, in Europa spielte der große Amerikaner dagegen nur noch eine Nebenrolle. Der letzte Charger wurde hier überwiegend über Importe verkauft und blieb aufgrund seiner Größe, seines Verbrauchs und seiner Ausrichtung ein Exot. Als Dodge die bisherige Generation 2023 einstellte, hielt sich die öffentliche Aufmerksamkeit außerhalb der eingefleischten Fangemeinde in Grenzen.
Gerade deshalb dürfte der neue Charger für deutlich mehr Gesprächsstoff sorgen als sein Vorgänger. Denn plötzlich steht nicht mehr nur ein weiteres amerikanisches Performance-Modell im Fokus, sondern die Frage, ob ein Elektroauto die Seele eines klassischen Muscle-Cars bewahren kann.
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