Angefangen hat alles mit einer, sagen wir mal, ausgedehnten Probefahrt: knapp 14.000 Kilometer durch Europa. Das war 2015. Damals stellte Frank Mischkowski gemeinsam mit zwei Freunden einen Weltrekord auf. In 104 Stunden fuhr das Trio mit einem Tesla Model S von Südspanien bis ans Nordkap. 6624 Kilometer, und dann das Gleiche noch einmal retour.

Sieben E-Autos unter 45.000 Euro mit viel Reichweite

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Cupra Born
UVP ab 39.370 EUR/Ersparnis bis zu 9928,00 EUR
Hyundai Kona Elektro
UVP ab 36.400 EUR/Ersparnis bis zu 10.782,00 EUR
MG 4
UVP ab 28.420 EUR/Ersparnis bis zu 8070,00 EUR
MG ZS EV
UVP ab 30.420 EUR/Ersparnis bis zu 8070,00 EUR
MG 5
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VW ID.3
UVP ab 31.920 EUR/Ersparnis bis zu 7891,00 EUR
MG Marvel R
UVP ab 31.920 EUR/Ersparnis bis zu 8070,00 EUR

"Danach war mir klar: E-Mobilität ist alltagstauglich", sagt Mischkowski. Er wechselte von einer Mercedes R-Klasse mit Diesel zu Tesla. "Ich bin kein Tesla-Jünger", sagt Mischkowksi. Aber das Konzept überzeugte ihn.

Aufräumen mit den E-Auto-Mythen

Seitdem ist Mischkowski Missionar. Hauptberuflich macht er PR für Computer- und Audiofirmen. In der Freizeit für die Elektromobilität. Auf Vorträgen räumt er mit den "E-Mythen" auf, wie er das nennt. "Ich will den Leuten die Angst nehmen", sagt er. "Vor allem die Reichweitenangst." Weit über 250.000 Kilometer sei er wohl bis jetzt elektrisch gefahren, schätzt Mischkowski. Alles ohne Probleme.
900 Kilometer von Fürth nach Hamburg (inklusive Umwegen) mit drei Ladestopps: Mischkowski mit Tesla Model X beim AUTO BILD-Termin in der Speicherstadt.

Inzwischen profitieren auch seine Mitarbeiter von der E-Euphorie des Chefs. Zwei Tesla gehören zur kleinen "Firmenflotte", ein Model S und das Model X. Jahresfahrleistung pro Fahrzeug: zwischen 30.000 und 50.000 Kilometer. Vorm Büro hat Mischkowski zwei Wallboxen anbringen lassen, eine mit 11, die andere mit 22 kW. Klar sei E-Mobilität schwierig, wenn man keine eigene Lademöglichkeit habe. "Dann gehört sicherlich noch etwas Enthusiasmus dazu."

Ladepausen als Bereicherung

Aber das Laden unterwegs empfinde er inzwischen sogar als Bereicherung. "Ich nutze die Pausen, um E-Mails zu beantworten, für kleine Spaziergänge oder trinke einen Kaffee." Und wenn ihm seine Apple Watch dann signalisiert, dass sein Auto ausreichend geladen ist, geht’s weiter ab wie Schmidts Katze.
Sein Tesla Model X P100D, Baujahr 2017, hat üppige 772 PS, beschleunigt in etwa drei Sekunden auf Tempo 100, fährt 250 km/h und speichert den Strom in einem 100-kWh-Akku.
Das 17 Zoll große Hochkant-Display ist beim aktuellen Model X inzwischen einem Querformat gewichen.

"Nur einmal in über sechs Jahren E-Mobilität war ich auf einen Lader angewiesen, der kein Supercharger von Tesla war." Für ihn ist das praktisch: Mischkowski gehört noch zu jenen Tesla-Kunden, die ihren Strom gratis bekommen.
Daher ist ihm ein anderer Punkt relativ egal: Er sei kein Schleicher, sagt Mischkowski. Seine "Wohlfühlgeschwindigkeit" liege bei etwa 170 km/h. Klar, die Reichweite sinke bei sportlicher Fahrweise auf gut 250 Kilometer. Aber Supercharger gebe es inzwischen ausreichend.

185.000 Kilometer mit Model X

Was Mischkowski stört, sind die "vielen gut orchestrierten Kampagnen gegen die Elektromobilität", wie er es ausdrückt. "Ständig muss man Geschäftspartnern, Freunden und Passanten erklären, dass das Auto nicht sofort abbrennt, nicht selbstständig Amok fährt und man mit dieser Batterieladung wirklich noch nach Hause kommt."
Die hinteren Sitze erreicht man durch Flügeltüren. Immer noch spektakulär.

Fast 185.000 Kilometer ist Mischkowski inzwischen allein mit dem Model X gefahren. Vor Kurzem hat er mal den Akku-Zustand überprüfen lassen. Ergebnis: noch über 90 Prozent. Alles im grünen Bereich also.
Seit Ende 2015 ist das Model X bei Tesla im Programm. Anfang 2021 war eine überarbeitete Version angekündigt worden, die dann immer wieder verschoben wurde – und jetzt endlich verfügbar ist. Vorerst als Topversion "Plaid".

"Musk braucht einen guten PR-Berater"

Bedient wird das vor allem innen aufgehübschte Auto nach wie vor über ein riesiges 17-Zoll-Display, das jetzt aber im Querformat im Cockpit hängt und sich zum Fahrer bzw. Beifahrer drehen lässt. Lenkradhebel gibt es gar nicht mehr, und das Volant erinnert an das Steuer eines Jets. Was ganz gut passt, denn als "Plaid" hat das Model X stattliche 1020 PS und beschleunigt in irrwitzigen 2,6 Sekunden auf 100 km/h. In dem Tempo ist zuletzt nur Teslas Aktie abgeschmiert. Aber das ist ein anderes Thema.
Gab es von 2017 bis 2019: Model X P 100D mit 772 PS, 3,1 Sekunden bis 100 km/h.

"Die Autos sind super, aber Elon Musk sehe ich kritisch", sagt denn auch Frank Mischkowski. Der Mann brauche mal einen guten PR-Berater, findet Mischkowski. Und der muss es ja wissen.
2017 haben Mischkowski und seine Mitstreiter übrigens noch einmal einen Weltrekord im Model S gefahren. Diesmal umgekehrt, vom Nordkap bis ins andalusische Tarifa. Ihr Ziel: mit möglichst kurzen Ladestopps die rund 6600 Kilometer abreißen. Am Ende schafften es die drei von der Tankstelle mit neun Stunden, 51 Minuten und 54 Sekunden an den Schnellladern. Mal ehrlich: Mit weniger Pausen wäre ein Dieselfahrer doch auch nicht ausgekommen.

Technische Daten und Preis: Tesla Model X Plaid

• Motor "Tri-Motor" (ein E-Motor an der Vorderachse, zwei hinten)
• Leistung Systemleistung 1020 PS
• Batterie 100 kWh
• Antrieb Allradantrieb
• L/B/H 5057/1999/ 1680 mm
• Leergewicht 2539 kg
• Kofferraum max. 2614 l
• 0–100 km/h 2,6 s
• Höchstgeschw. 262 km/h
• Reichweite 543 km
• Ladeleistung 16,5 kW (AC), 250 kW (DC)
• Verbrauch 20,8 kWh/ 100 km
• Preis ab 140.990 Euro