E-Autos sollen öffentliches Stromnetz entlasten
Fraunhofer-Institut macht Elektroautos zu Energiespeichern

Bild: iStock.com/Tristan Young
Die Anzahl der Elektroautos, die zum bidirektionalen Laden fähig sind, nimmt stetig zu. E-Autos mit dieser Funktion können Strom aus der Fahrzeugbatterie bei Bedarf auch an andere Geräte abgeben. Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) möchte nun einen Schritt weiter gehen und E-Autos in Zukunft als rollende Energiespeicher nutzen, die sogar kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen können.
Autobatterie speist Strom ins Netz ein
Wie das Fachportal EFahrer berichtet, beschäftigt sich das Fraunhofer IEE im Rahmen eines mehrjährigen Projekts bereits seit 2023 mit dem sogenannten Vehicle-to-Grid-Ansatz (V2G). Im Gegensatz zur Vehicle-to-Load-Funktion (V2L), bei der das E-Auto zur Stromversorgung von Geräten wie E-Bike oder Kaffeemaschine zum Einsatz kommt, ermöglicht das deutlich komplexere V2G-Verfahren auch eine Stromrückspeisung von der Fahrzeugbatterie ins öffentliche Stromnetz. Dieser bidirektionale Ladeaufbau soll zusätzlich für eine Netzstabilisierung sorgen.
Hierfür kombinieren die Forscher die unterschiedlichen Umrichter, die in modernen E-Autos als Einzelkomponenten verbaut sind, zu "einer multifunktionalen Antriebs- und Ladeeinheit". Diese Kombination führt laut Projektleiter Anton Gorodnichev zu einer Reduktion des Fahrzeuggewichts, einer Effizienzsteigerung und einer Kostenreduzierung. Neben der Stabilisierung des Stromnetzes soll die Technologie auch Haushalte über die Vehicle-to-Home-Funktion (V2H) netzunabhängig mit Strom versorgen können.
Dezentrale Einspeisung durch erneuerbare Energien
Mit der vielversprechenden Lösung möchte das Fraunhofer IEE neue Impulse für eine nachhaltige Transformation des Stromnetzes setzen. Anstatt wie bislang auf wenige große Kraftwerke zu bauen, soll das Stromnetz der Zukunft demnach primär auf der dezentralen Einspeisung von vielen kleinen erneuerbaren Energiequellen basieren. Genau hier kommt der V2L-Ansatz ins Spiel, der das Energienetz vor allzu großen Schwankungen bewahren soll. Gerade in Deutschland gibt es laut EFahrer aber noch viel Nachholbedarf. Im Vergleich zu anderen Ländern Europas sei das Netz hierzulande noch nicht ausreichend für die großflächige Nutzung der V2G-Technologie ausgelegt.
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