E-Autos: Wie lassen sich Fake News ausräumen?
Bizarr – selbst Fahrer von E-Autos glauben an Elektroauto-Mythen

Bild: Renault
Mal im Ernst: Die Welt ist voller Verschwörungstheorien und Falschbehauptungen. Auch über Elektroautos tauchen ständig neue Mythen auf. Die meisten Elektroauto-Mythen sind zwar längst widerlegt, doch offenbar bleiben bei vielen Menschen Zweifel. Überraschend: Unter ihnen sind sogar Fahrer von Elektroautos.
Forscher in Australien fanden in einer Untersuchung heraus, dass die Mehrheit der von ihnen befragten Menschen an verbreitete Vorurteile und Falschmeldungen über E-Mobilität glauben. Dafür legten die Wissenschaftler mehr als 6000 Probanden aus Australien, Deutschland, Österreich und den USA verbreitete E-Auto-Mythen vor.
Wer glaubt Elektroauto-Mythen?
Studienleiter Chris Bretter: "Zu den von uns getesteten Falschinformationen gehörte unter anderem die Behauptung, dass Elektrofahrzeuge leichter in Brand geraten als Benziner, keine Emissionen einsparen und gesundheitsschädliche elektromagnetische Felder ausstrahlen." Das sei alles nachweislich falsch.

Sind Elektroautos gefährlich? Manche Menschen glauben, dass sie krebserregenden Elektrosmog ausstoßen. Das ist nachgewiesenermaßen falsch.
Bild: Getty
Welcher "Typ" Mensch glaubt denn so was? Der Studie zufolge ist muss eine "Verschwörungsmentalität" vorhanden sein, also eine Neigung, verborgene böse Absichten zu vermuten. Wer so denkt, sieht die Welt durch eine Brille, die überall Anzeichen für Korruption, heimliche Absprachen, illegale Machenschaften wahrnimmt. Dabei kommt es offenbar weniger auf den Gegenstand der Betrachtung an sich an – und so gerät auch das Elektroauto auf vielerlei Weise in Verdacht.
Viele zweifeln E-Auto-Vorteile an
Viele Befragte, darunter auch Elektroautofahrer, teilten laut der Studie ihren Eindruck mit, dass die Vorteile von E-Autos in vielen Darstellungen übertrieben würden. Auch vermuteten Skeptiker, dass hinter den Kulissen unethische, gewinnorientierte Entscheidungen von Entscheidungsträgern getroffen würden. Diese Kreise seien derart einflussreich, dass Bedenken hinsichtlich Gesundheits- und Umweltschäden von E-Autos unterdrückt würden.
"Das Verständnis der Öffentlichkeit für Elektroautos wird durch eine Informationslandschaft verzerrt, die von Mythen, selektiver Darstellung und spekulativen Argumenten geprägt ist", fasst Matthew Hornsey, Co-Autor der Studie, die Ergebnisse zusammen.
Die KI hilft beim Ausräumen der Bedenken
In einem weiteren Schritt testeten die Wissenschaftler, ob sich die Opfer von Fake News von ihrer schlechten Meinung über Elektroautos auch abbringen lassen würden. Das war erfreulicherweise möglich, und zwar über eine technische Innovation: So ließen die Forscher ein Viertel der Befragten entweder ein Informationsblatt über E-Autos lesen oder einen Dialog über Elektroautos mit dem KI-Chatbot ChatGPT führen. Mit dem Ergebnis, dass ein Teil der Probanden tatsächlich ihre Meinung änderte.
Dies sei der erste Beweis, dass Gespräche mit einem KI-Chatbot geeignet sind, Falschinformationen auszuräumen. Noch bis zu zehn Tage nach dem Gespräch hätten viele Teilnehmer den neuen Wissensstand verinnerlicht. Die Konsequenz für die australischen Forscher: Um die Aufgeschlossenheit gegenüber Elektroautos zu verbessern, sei Aufklärung zum Abbau von Vorurteilen und Falschinformation entscheidend.
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