Neue Technik hilft bei Batteriebrand im Elektroauto
Wie dieser neuer Akku die Brandgefahr eindämmt

Ein Batteriebrand zählt zu den Horrorvorstellungen von E-Auto-Fahrern. Nun will ein chinesischer Akkuhersteller die Gefahr durch Brände mit neuer Technik massiv eindämmen. Alle Infos!
Bild: SVolt
- Raphael Schuderer
Wenn eine Elektroauto-Batterie brennt, geht es um Sekunden – und um Menschenleben. Der chinesische Hersteller SVolt setzt bei seinem neuen Energiespeicher namens Dragon Armor 3.0 erstmals auf eine neue technische Lösung. Das Ziel: Im Ernstfall sollen Flammen und Gase kontrolliert weg vom Passagierraum geleitet werden, wie das Elektroauto-Portal "carnewschina.com" berichtet.
Akku mit neuem Sicherheitskonzept
Feuer in Batteriepacks entsteht meist durch ein sogenanntes thermisches Durchgehen – eine gefährliche, chemisch ausgelöste Kettenreaktion in einer Batteriezelle. Die Zelle heizt sich immer weiter selbst auf, die steigende Temperatur beschleunigt chemische Reaktionen im Innern, diese erzeugen zusätzliche Wärme. Irgendwann ist der Prozess nicht mehr zu stoppen. Die Zelle fängt an zu brennen, entzündet im schlimmsten Fall die benachbarten Zellen. So geht der Prozess immer weiter, bis das Auto unrettbar in Flammen steht.
Batteriehersteller setzen seit Jahren alles daran, solche Szenarien zu verhindern. Aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Nun richtet SVolt, einer der zehn größten Batteriehersteller der Welt, seine Entwicklung deshalb gezielt darauf aus, im Falle eines Brandes die Folgen zu begrenzen. Nach eigenen Angaben soll so sichergestellt werden, dass keine Menschenleben in Gefahr geraten.
Dragon Armor 3.0 leitet Flammen vom Passagierraum weg
Bei der Konstruktion der Dragon Armor 3.0 sind die elektrischen Anschlüsse und die Druckentlastungskanäle für Feuer neuartig angeordnet. Kommt es zu einem thermischen Durchgehen, werden Flammen und Gase nach unten bzw. weg vom Passagierraum geleitet – also nicht in Richtung der Insassen. Möglich werde das durch eine klare physische Trennung: Der Pluspol sitze auf der einen Seite der Batterie, der Druckentlastungskanal auf der anderen.
Mehr Kapazität bei gleicher Gehäusegröße
Mit dem neuen Aufbau soll die Gesamtkapazität bei gleicher Gehäusegröße um sieben bis zehn Prozent steigen. Ein Grund: Die Zellen können fünf Millimeter höher sein und passen trotzdem in das gleich große Batteriepack. Für zusätzlichen Schutz ist die Oberseite der Batteriezelle stoßfest ausgelegt, um sie nach oben zum Fahrgastraum hin weiter zu verstärken. Die Unterseite übernimmt die Druckentlastung und sorgt zugleich für einen gemeinsamen Aufprallschutz.
In Kombination mit Flüssig-Feststoff-Technologie soll die Dragon Armor 3.0 laut SVolt eine um zehn Prozent längere Sicherheitspufferzeit, eine um fünf Grad höhere Temperatur für den Beginn eines thermischen Durchgehens und eine um 25 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit eines thermischen Durchgehens bieten. Dragon Armor 3.0 soll in zwei Varianten in die Serienproduktion gehen: als 86-kWh-Batteriepack für Plug-in-Hybride und als 115-kWh-Batteriepack für vollelektrische Fahrzeuge.
Service-Links







