Der Feststoffakku von Donut Lab war DIE Akku-Innovation auf der Technikmesse CES in Las Vegas – noch hat aber kein Autobauer ein serienreifes Modell damit entwickelt. Der Chef eines großen Batterieherstellers äußert nun massive Zweifel an der Technik.
Bild: Donut Lab
Raphael Schuderer
Ein Riesenschritt in der Akkutechnologie? Viel wird über Feststoffbatterien berichtet, eine ganze Reihe von Herstellern ist dran. Doch in Serienfahrzeugen ist bislang kein Feststoffakku zum Einsatz gekommen.
Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas ließ der finnische Akkuhersteller Donut Lab im Januar aufhorchen: Das Unternehmen plant, schon bald die weltweit erste Feststoffbatterie auf die Straße zu bringen. Der erste Einsatz der sogenannten "Donut Battery" ist in den Modellen TS Pro und Ultra des Motorradherstellers Verge Motorcycles geplant.
Die technischen Daten der Donut Battery klingen beeindruckend: Das Unternehmen wirbt mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg – weit mehr als bisher genutzte Akkus. Dazu kommt das Versprechen einer vollständigen Aufladung in nur fünf Minuten, ohne Leistungsabfall bis zu einem Ladezustand von 80 Prozent. Auch die Lebensdauer sei enorm: Donut Lab spricht von "bis zu 100.000" Ladezyklen bei minimalem Kapazitätsverlust. Dazu seien die Akkus noch günstiger herzustellen als aktuelle Lithium-Ionen-Batterien.
Der erste Einsatz ist in den Modellen TS Pro und Ultra des Motorradherstellers Verge Motorcycles geplant.
Bild: Verge Motorcycles
SVolt-Boss äußert Zweifel
Doch was ist wirklich dran am Wunderakku? Yang Hongxin, Chef des aufstrebenden chinesischen Batterieherstellers SVolt Energy, äußerte massive Zweifel am Technologiefortschritt von Donut Lab. Das Elektroauto-Portal "cnevnews.com" zitiert Yang aus einem Bericht der "Xuanyuan Business Review": "Diese Batterie gibt es auf der Welt nicht. Alle Parameter widersprechen sich. Jeder Techniker mit Grundkenntnissen würde erkennen, dass es sich um einen Betrug handelt." Zum Thema Festkörperbatterien führt er demnach an: "Es gibt zu viele ungelöste Probleme; es ist verfrüht, über Zeitpläne für die Industrialisierung zu diskutieren."
Der Feststoffakku von Donut Lab soll in Serie kommen – hier steht ein Exemplar auf der CES in Las Vegas.
Bild: Dirk General Kuchecl / COMPUTER BILD
Zudem bezweifelt der Batterie-Boss, dass dieser Technologiesprung von einem verhältnismäßig kleinen Akkuhersteller aus Finnland bewerkstelligt werden konnte. "Chinas Technologie ist weltweit die fortschrittlichste. Wenn China sie nicht produzieren oder perfektionieren kann, können Unternehmen aus anderen Ländern dies sicherlich auch nicht", so Yang. Was für diese These spricht: Die beiden größten Akkuhersteller CATL und BYD – zusammen für über die Hälfte der weltweiten Batterieproduktion verantwortlich – forschen ebenfalls am Feststoffakku. Die beiden chinesischen Weltmarktführer peilen den Einbau in Serienfahrzeuge allerdings erst im Jahr 2027 an.
Hält Donut Lab sein Versprechen?
Erste Auslieferungen des Superakkus in Verge-Motorrädern sind dagegen bereits für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Sollten die Auslieferungen an die Endkunden wie geplant starten, wäre das ein gewaltiger Schritt nach vorn für die E-Mobilität und den finnischen Akkuhersteller Donut Lab. Falls nicht, hätte SVolt-Chef Yang Hongxin mit seiner Kritik recht behalten – und die Welt müsste weiter auf die leistungsstarke Superbatterie warten.