Cooler als in einem Elektroauto kann der moderne Mensch im Moment nicht unterwegs sein. Jedenfalls solange die Rahmenbedingungen stimmen. Doch was passiert, wenn die Außentemperaturen die umweltbewussten Elektro­-Pioniere eiskalt erwischen? Wir wollten nicht länger im lockeren Neuschnee stochern, sondern harte Fakten liefern und fragten uns: Wie kommen Elektroautos eigentlich durch den Winter?

Überlastete Stromnetze und Sicherungen erschweren die Arbeit

Fünf Elektroautos im Wintertest
Stecker rein und laden? Normal kein Problem, war es dem Stromnetz im Defereggental manchmal zu viel.
Weil Winter ja nicht gleich Winter ist, wanderten wir ins österreichische Defereggental aus. In diesem abgelegenen Winkel Tirols testet sonst Pirelli seine Winterreifen. Denn hier gibt es garantiert Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Huckepack wurden BMW i3, Tesla Model S, Nissan Leaf, Renault Zoe und Mitsubishi i­MiEV in die Kälte gekarrt. Und mussten dort in fünf Disziplinen – vom Schneehandling bis zur Heizleistung – beweisen, ob sie mehr sein können als modische Schönwetter­-Spielzeuge. So viel schon vorab: Wir hatten vor Ort mit überlasteten Stromnetzen und fliegenden Sicherungen zu kämpfen, die Stromer bemühten sich bei minus drei Grad um möglichst effizientes Aufheizen der Innenräume und versuchten gleichzeitig, noch wenigstens halbwegs akzeptable Reichweiten zu behalten. Das aber gelang längst nicht jedem.

Ein hartes Testprogramm für die fünf Kandidaten

Tesla Model S
Beim Sprint ganz vorne: Das Tesla Model S pflügt mit satten 421 PS durch den lockeren Schnee.
 So haben wir getestet: Eine kurvige Bergpassage galt es für die Handlingwertung möglichst schnell zu durcheilen. Auf einer festgefahrenen Messgeraden wurden Traktion und Bremsleistung ermittelt. Für die Reichweite mussten alle fünf Kandidaten ihre Akkus bis zum letzten Watt leer fahren, bei der Heizleistung ging es mit vollen Batterien, aber ohne Vorheizen vom Hotelparkplatz auf die Straße. Assistenzsysteme und Preis wurden schließlich anhand der Preislisten beurteilt. Am Ende verteilen wir für jedes Wertungskapitel bis zu fünf Punkte – wer insgesamt die meisten sammelt, gewinnt den Elektro-Wintertest.

Fazit

E wie ernüchternd. Was unsere Elektroautos im Schnee ablieferten, öffnet einem die Augen. Mehr als halbierte Reichweiten von nur noch rund 60 Kilometern machen Stromer für viele Pendler zu reinen Schönwetter-Alternativen. Und dabei gab sich unsere Teststrecke im Schnee noch ausgesprochen milde – hier gehören sonst zweistellige Minusgrade zur Tagesordnung. Der teure Tesla trotzte dem Schnee am besten, obwohl auch er deutlich an Reichweite einbüßte.