Elli Charger Pro 2 im Test
Diese clevere Wallbox lässt kaum Wünsche offen

Bild: AUTO BILD
Testfazit
TESTNOTE
1,4
sehr gut
Pro
Sehr gut für PV- und preisoptimiertes Laden
Per App hoher Funktionsumfang
Bietet EEBUS-Schnittstelle und LTE per eSIM
Kontra
Etwas scharfe Kanten an der Blende
Nicht für mehrere Nutzer konfigurierbar
Um ein E-Auto daheim mit Strom zu betanken, braucht es eine Wallbox. Und damit der Ladeprozess clever abläuft, sich zum Beispiel nach dem verfügbaren Strom der eigenen Solaranlage richtet, braucht es ein intelligentes Wallbox-Modell. In unserem Test gemeinsam mit der Technologieberatung P3 hat in dieser Hinsicht die Elli Charger Pro 2 aus dem Hause Volkswagen besonders überzeugt. Hier fassen wir die Testergebnisse des Klassenbesten noch einmal zusammen.
Design im Check
Mit ihren Außenmaßen (26 x 11,6 x 37,2 cm) mag die Elli Charger Pro 2 nicht die schlankste Wallbox am Markt sein. Der Vorteil jedoch: Das große Gehäuse bietet ausreichend Platz für die Kabelführung. Das Design der Wallbox wirkt hochwertig. Einzig bemängelten die Experten von P3 die etwas scharfen Kanten an der Blende. Die Wallbox ist für Auf- oder Unterputzmontage geeignet, eine Stele bietet der Hersteller nicht an. Und ein separates Ladekabel braucht es nicht, denn die Wallbox kommt mit fest angeschlagenem Kabel, wahlweise 4,5 oder 7 Meter lang.
Durchdachte Installation
Bei der Installation einer Wallbox muss eine Elektrofachkraft ran – umso besser, wenn sich der Aufwand für die Profis in Grenzen hält. Im Test haben die Experten daher bewertet, wie einfach der Anschluss gelingt. Die aufgeräumte Verpackung der Elli-Wallbox half, auch wenn die Anleitung etwas komplex geraten ist.
Die Installateure befanden die Einrichtung insgesamt als effizient und zeitsparend. Das lag auch an der benutzerfreundlichen Bedienoberfläche, die bei der Ersteinrichtung nur wenige Einstellungen erforderte. Gut: Wer die Wallbox später selbst per App steuert, der kann sich nicht im Installateursbereich verirren, denn der Hersteller trennt Service- und Endnutzerbereich durch separate Login-Daten.
Umfassende Internet-Konnektivität
Um per App auf die Wallbox zuzugreifen, benötigt sie eine Internetverbindung. Der Weg dahin gestaltet sich bei Elli flexibel, denn die Charger Pro 2 versteht sich sowohl auf LAN-Kabel (Ethernet) und WLAN als auch auf Mobilfunk dank eingebautem LTE-Modul. Und für das Mobilfunkmodul müssen Nutzer zunächst nicht einmal Kosten einplanen, denn der Hersteller spendiert das Datenvolumen für 10 Jahre.

Der Hersteller trennt den Endanwender- vom Installateursbereich, sodass jeder nur die Einstellungen und Informationen findet, die er braucht.
Bild: Elli, P3 Group GmbH, Montage: COMPUTER BILD
Varianten und Leistung der Elli-Wallbox
Wir haben die Version Elli Charger Pro 2 mit 22 Kilowatt (kW) maximaler Ladeleistung geprüft. Sollte das E-Auto diese hohe Ladeleistung gar nicht unterstützen, der Netzbetreiber den 22-kW-Anschluss nicht genehmigen oder die eigene Hausleitung es ohne aufwendigen Umbau nicht hergeben: Elli bietet auch eine günstigere Basisvariante mit 11 kW, allerdings kommt die ohne LTE-Modul und ohne MID-Zähler. Letzterer taugt, um das Laden eines Dienstwagens abzurechnen.
So schlägt sich Elli beim Laden
Wie alle anderen Wallboxen in unserem Test 2024/2025 verzeichnete auch die Elli-Wallbox keinen Ladeabbruch. Wie viel Strom die Wallbox im Stand-by-Modus verbraucht, haben die Experten von P3 geprüft: Mit 5 Watt gehört sie zu den Modellen mit einem vergleichsweise höheren Verbrauch.
Aufs Jahr gerechnet kämen bei täglich 19 Stunden im Stand-by-Modus immerhin knapp 35 Kilowattstunden zusammen – bei einem Strompreis von 30 Cent wären das immerhin 10,50 Euro. Um den Ladeprozess zu starten, muss man die Wallbox entsperren. Das gelingt bei Elli wahlweise per RFID-Karte, per App oder über freies Laden.

Das Entsperren gelingt bei der Elli-Wallbox entweder per RFID-Karte (siehe Foto) oder via App. Alternativ lässt sie sich auf freien Zugang stellen.
Bild: P3 Group GmbH/David Westermann
Sicherheit im Test
Die wichtigsten Funktionen, um elektrische Sicherheit zu garantieren, sind bei der Elli-Wallbox an Bord: Sie erkennt DC-Fehlerströme und schaltet im Fall eines Stromausfalls sofort. Ein Überspannungsschutz, den viele Konkurrenten bieten, fehlt jedoch.
Im Rahmen des Tests haben die Experten von P3 die Wallboxen auch auf ihre Cybersicherheit hin untersucht. Kritische Sicherheitslücken fanden sie bei Elli nicht, lediglich einige kleine bis mittlere Schwachstellen, die potenziell das Abfangen von Daten ermöglichen.
Smarte Steuerung mit eigenen und fremden Systemen
An Bord der Elli-Wallbox ist eine wichtige Kommunikationsschnittstelle: EEBUS. Diese ermöglicht eine Vernetzung im Heim, damit die Wallbox zum Beispiel mit der Solaranlage auf dem Dach kommuniziert.
Elli ist flexibel, was die Einbindung in Heimenergiemanagementsysteme (HEMS) angeht: Der Hersteller bietet ein eigenes HEMS, das sich kostenfrei nutzen lässt und sogar herstellerfremde Energiezähler integriert. Die Wallbox versteht sich aber auch mit herstellerfremden HEMS.
Elli ermöglicht smartes Laden
Wer die Elli-Wallbox in Verbindung mit einem Volkswagen (VW-G-Fahrzeuge – VW, VWN, Cupra, Skoda) nutzt, der kann sich optimale Ladepläne erstellen, die viele Faktoren berücksichtigen – etwa den Mobilitätsbedarf, PV-Überschuss, Wetterprognosen und Stromkosten. Für andere Fahrzeuge bot die Charger 2 Pro zum Testzeitpunkt Ende 2024 drei Lademodi zur Auswahl.
Das Laden lässt sich etwa nach PV-Vorhersagen oder PV-Überschüssen und preisoptimiert steuern. Bei unserem Testmuster war das Wetterprognose-Laden zum Testzeitpunkt im Herbst 2024 nicht testbar, doch laut Hersteller soll dies unabhängig von Fahrzeug und PV-Anlage über die Elli-App gelingen.
Innovativ und zukunftssicher
Im Bereich Wallbox tut sich regulatorisch und technisch noch immer einiges. Es lohnt sich daher, beim Kauf darauf zu achten, dass die Ladestation bestimmte Schnittstellen und Zertifizierungen bietet, die sie zukunftssicher machen. Ein Hinweis auf ISO 15118 deutet an, dass die Wallbox auf künftige Funktionen wie bidirektionales Laden und Plug & Charge (PnC) vorbereitet ist. Zur Erklärung: Bidirektionales Laden ermöglicht, die Wallbox als Stromspeicher zu nutzen. PnC soll das Laden künftig einfach und schnell gestalten, denn dank der Technik wird eine Autorisierung ohne RFID-Karte möglich. Solche Funktionen dürften bei Elli künftig möglich werden, denn die Elli Charger Pro 2 setzt auf ISO 15118.
Testfazit und Alternativen
Schon bei der Einrichtung macht die Elli-Wallbox eine gute Figur: Die klare Trennung des Profi- vom Laienbereich gefällt, die Verpackung wirkt aufgeräumt, im Inneren ist der Platz für die Kabelführung ausreichend. Besonders überzeugt haben im Test die besonders umfassenden Funktionen für die dynamische Ladestromregulierung und neben dem hauseigenen HEMS der Offenheit für Systeme von Fremdherstellern.
Dank ISO 15118 ist die Elli-Wallbox für die Zukunft gerüstet. Der in der Pro-Version eingebaute MID-Zähler freut Fahrer eines Dienstwagens, denn er ermöglicht die Abrechnung des Ladestroms mit dem Arbeitgeber. Das LTE-Modul mit üppigem Datenvolumen ist ein weiterer Vorzug der Pro-Variante.
Preis und Alternative
Im Test haben wir die Pro-Version der Elli Charger 2 geprüft. Darin ist ein MID-Zähler verbaut. Dieser ermöglicht eine genaue Abrechnung von Strom für den Dienstwagen. Kostenpunkt der Pro-Version: 1099 Euro (mit 4,5-Meter-Kabel) und 1158 Euro (mit 7-Meter-Kabel).
Wer es braucht, der erhält optional auch eine Variante mit Eichrecht-Zähler (etwa für Firmen oder wenn man seine Wallbox auch für die Fremdnutzung anbietet). Die Variante Elli Charger Pro 2 Eichrecht kostet 1499 Euro.
Sind weder 22 kW noch MID-Zähler und LTE nötig, stellt die Basisversion Elli Charger Connect 2 eine günstigere Alternative dar. Sie startet bei 759 Euro.
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