Energiesteuersenkung seit 1. Oktober 2026
Das müssen Sie über den neuen Tankrabatt wissen

Seit dem 1. Oktober gilt der neue Tankrabatt: Bis Jahresende wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. Wie viel davon beim Autofahrer ankommt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. AUTO BILD gibt Tank-Tipps!
Bild: DPA
Seit dem 1. Oktober, 0:00 Uhr, gilt der zweite Tankrabatt der Bundesregierung. Und er zeigt offenbar schon Wirkung: Nach der Steuersenkung um exakt 16,7 Cent pro Liter sind die Preise stark gesunken. Super E10 wurde am Donnerstagmorgen vielerorts für weniger als 2 Euro pro Liter angeboten. Nach dem Preissprung um 12 Uhr stiegen die Preise allerdings flächendeckend wieder stark an.
Über Sinn und Zweck des Tankrabatts ist viel gestritten worden – insbesondere stellt sich die Frage, wie lange die Steuersenkung bei weiterhin steigenden Preisen auf dem Weltmarkt überhaupt eine Wirkung entfalten kann (hier ein Kommentar).
Was Autofahrer jetzt wissen müssen
Muss ich jetzt schnell zur Tankstelle?
Nicht unbedingt. Es gilt weiterhin die 12-Uhr-Regel, der zufolge nur zu diesem Zeitpunkt eine Preiserhöhung täglich gestattet ist. Die niedrigsten Spritpreise sind daher regelmäßig am späten Vormittag gegen 11:30 Uhr zu erwarten. Allzu knapp sollte man nicht kalkulieren, da mit Andrang und Wartezeiten zu rechnen ist. Wer also erst kurz vor 12 an der Tankstelle ist, riskiert, erst nach dem – immer heftigen – Preissprung an die Reihe zu kommen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Preise zu vergleichen, zum Beispiel auf dem Preisportal clever-tanken.de (gehört wie AUTO BILD zu Axel Springer).
Spritpreis Tagespreisentwicklung
Benzinpreis E10
–133
Dieselpreis
–132
Durchschnittspreise in den 100 größten Städten Deutschlands. Diese Daten sind ohne Gewähr.
AKTUELLE PREISEDrohen Engpässe an den Tankstellen?
In den nächsten Tagen wird es wahrscheinlich eine hohe Nachfrage geben, weil viele Autofahrer auf den Tankrabatt gewartet haben. Zudem dürften viele Tankstellen nahezu leere Tieftanks haben, da auch sie auf den Steuervorteil warteten. Er gilt nämlich nur für Kraftstoff, der nach 0 Uhr am 1. Oktober Tanklager oder Raffinerien verließ. Der Spritpreisexperte des ADAC, Christian Laberer, erwartet dennoch keine relevanten Engpässe. "Das war auch beim letzten Mal im Mai nicht der Fall. Und damals gab es das zusätzliche Problem, dass der 1. Mai ein Feiertag ist."
Wie lange gilt der neue Tankrabatt?
Die Maßnahme dauert bis zum 31. Dezember 2026. Die Bundesregierung erwartet, dass dadurch 2,485 Milliarden Euro weniger Steuern in die Staatskasse fließen.
Wird der Tankrabatt 1:1 weitergegeben?
Darauf besteht keine Gewähr, die Tankstellen sind zur Weitergabe der Steuersenkung nicht verpflichtet. Am Donnerstagmorgen fielen die Preise unerwartet stark. Da sie bereits in den Tagen davor ein gutes Stück nachgaben – möglicherweise auch als Vorgriff auf den Tankrabatt – ist es schwierig zu beurteilen, wie hoch der Effekt des Tankrabatts aktuell ist. Bis überall rabattierter Sprit im Lager ist, kann es ein paar Tage dauern.
Wird der Sprit so günstig wie vor dem Iran-Krieg?
Das ist nicht zu erwarten. Am letzten Tag vor Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 kostete ein Liter Super E10 nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,78 Euro, ein Liter Diesel 1,75 Euro. Der Abstand zu den aktuellen Preisen ist damit sehr viel größer als der geplante Steuerrabatt. Und insbesondere bei Diesel ist – jahreszeitlich bedingt – ein weiterer Preisanstieg zu erwarten.
Wie viel bringt mir der Tankrabatt?
Ein Auto fährt in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt durchschnittlich rund 900 Kilometer pro Monat. Geht man von einem Verbrauch von 7 bis 8 Litern auf 100 Kilometer aus, erspart der Rabatt in den drei Monaten bis Jahresende insgesamt etwa 32 bis 36 Euro. Je nach Fahrleistung, Verbrauch und geschicktem Tanken nach Beginn und vor Ende des Rabatts kann der Wert aber deutlich abweichen.
Fazit
Ein Musterbeispiel für das Prinzip Gießkanne: In drei Monaten spart der Durchschnittsfahrer nicht mal eine halbe Tankfüllung. Das hätte sich die Regierung sparen können. Vor allem: Bei Diesel ist diese Rechnung noch allzu optimistisch, denn aufgrund der nahenden Wintersaison (wachsende Heizöl-Nachfrage) werden die Preise in den nächsten Wochen hier ohnehin stark ansteigen. Und ein Ende der Krise ist kurzfristig nicht zu erwarten. Wer auf einen Benziner oder noch besser aufs E-Auto umsteigen kann, sollte das tun – lieber früher als später.
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