Erdgasmotor: Funktionsweise CNG-Antrieb
So funktioniert ein Erdgasmotor

Erdgasautos sind eine schadstoffarme, günstige und unterschätzte Alternative zum Benziner. Aber wie funktioniert eigentlich ein CNG-Antrieb? AUTO BILD hat alle Infos zum Erdgasmotor!
- Elias Holdenried
Ein Erdgasmotor funktioniert prinzipiell wie ein klassischer Ottomotor. Das heißt: In seinen Zylindern wird nach dem Viertakt-Prinzip gearbeitet. Im ersten Schritt wird das Gas-Luftgemisch durch ein Einlassventil in den Brennraum gesaugt. Währenddessen bewegt sich der Kolben nach unten. Im zweiten Takt bewegt sich dieser bei geschlossenen Ventilen wieder nach oben und verdichtet somit das Gemisch, das sich gleichzeitig erhitzt.

Nur Experten erkennen auf Anhieb den Erdgasmotor unter der Haube.
Erdgasmotoren unterscheiden sich kaum von Benzinern
Da Erdgasmotoren in der Regel auch mit Benzin betrieben werden können, sind die Zylinder mit einem zusätzlichen Ansaugrohr ausgestattet, über das der gasförmige Treibstoff in die Brennräume befördert wird. Da sich der Erdgasmotor also kaum vom Benziner unterscheidet, können auch Verbrennungsmotoren, die sich schon länger im Einsatz befinden, nachträglich auf den saubereren und wirtschaftlicheren CNG-Antrieb umgerüstet werden. Für einen derartigen Umbau werden je nach Modell und Motorisierung zwischen 2000 und 5000 Euro fällig. Die Ventile müssen bei manchen Automodellen für den Betrieb mit dem umweltfreundlicheren Kraftstoff abgeändert und gegebenenfalls verstärkt werden.
Einige Bauteile sind Alleinstellungsmerkmale des Erdgasantriebs

Die CNG-Behälter bestehen entweder aus Stahl oder Aluminium-Kunststoff. Sie werden oft im Kofferraum oder der Reserveradmulde untergebracht.

Zu den Alleinstellungsmerkmalen eines CNG-Motors gehört unter anderem der Druckminderer, der den Druck auf unter 10 bar absenkt.
Zusätzlicher Benzintank sorgt für mehr Reichweite

Da Erdgasautos immer einen kleinen Benzin-Tank an Bord haben, gibt es auch zwei Einfüllstutzen, die meist nebeneinander liegen.
Da Erdgasfahrzeuge einen CNG- und einen Benzintank haben, werden die Speicher über zwei separate Stutzen befüllt, die aber häufig direkt nebeneinander liegen. Deshalb nimmt der Tankvorgang aber meist mehr Zeit in Anspruch. Die Motoren können aber auch von vornherein ausschließlich auf den CNG-Betrieb ausgelegt werden. Das verkleinert zwar die Reichweite, aufgrund der höheren Klopffestigkeit von CNG kann jedoch die Verdichtung erhöht werden, was letztendlich zu mehr Leistung führen würde. Außerdem läuft ein spezieller Erdgasmotor leiser als ein vergleichbarer Benziner. Trotzdem hat auch ein "reines Erdgasauto" (monovalent) in der Regel einen zusätzlichen Benzintank. Bei den meisten Erdgasantrieben wird nämlich während des Startvorgangs und in der Kaltlaufphase Benzin verfeuert.
CNG schont den Geldbeutel und die Umwelt

Seat testet derzeit in Barcelona umweltfreundliches Erdgas, das mithilfe von lokal anfallendem Biomüll gewonnen wird.
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