Spritpanne: Falscher Kraftstoff

Falsch getankt: Das ist zu tun

Falscher Sprit, was nun?

Diesel, Benzin, Super-Plus, E10 oder E85. Ein Griff daneben, weil man in Eile ist – und schon ist es passiert: Der falsche Sprit ist im Tank gelandet. AUTO BILD sagt Ihnen, was Sie bei einer Fehlbetankung beachten müssen.
Das Angebot an Kraftstoffen an den Tankstellen wird immer größer – und mit ihm die verwirrenden Bezeichnungen und Werbeanzeigen auf den Zapfpistolen. Gerade im Ausland sind viele Autofahrer mit den Benennungen des Sprits überfordert. Aber auch, wer oft wechselnde Autos fährt, läuft Gefahr, den Zapfhahn zu verwechseln. Da kommt es leicht vor, dass man aus Versehen zum falschen Sprit greift. AUTO BILD erklärt, was Sie tun müssen, wenn Sie falsch getankt haben.

Diesel in einen Benziner getankt – was tun?

Zwar ist der Diesel-Zapfhahn dicker als der für Benzin, mitunter schaffen es Autofahrer aber trotzdem, aus Versehen Diesel-Kraftstoff in ein Fahrzeug mit Otto-Motor zu füllen. Ist das passiert, sollten Sie den Wagen auf keinen Fall anlassen. Merken Sie den Fehler erst während der Fahrt, halten Sie sofort an. Ansonsten drohen Schäden an der Einspritzanlage und an der Abgas-Nachbehandlung. Erste Hilfe kann die Bedienungs-Anleitung bieten. Falls dort nichts zum Thema Fehlbetankung steht, rufen Sie in Ihrer Werkstatt an. Je nach Motor und Menge des falschen Sprits, können Sie eventuell weiterfahren und in kurzen Abständen den richtigen Treibstoff nachfüllen – oder aber der Tank muss leer gepumpt werden.

Benzin in einen Diesel getankt – was tun?

Der Griff zur falschen Zapfpistole kann teuer werden: Mischt man Benzin und Diesel, ist oft die Reinigung der Kraftstoffanlage nötig.

Wurde fälschlicherweise Benzin in den Diesel getankt, den Motor nicht starten! Früher war es zwar üblich, im Winter ein wenig Benzin in den Diesel zu tanken, damit der Kraftstoff nicht einfriert, das gilt aber nur für alte Wirbel- und Vorkammer-Selbstzünder. Für moderne Direkteinspritzer (ab circa Baujahr 2000) können schon geringe Mengen Benzin gefährlich werden. Der Otto-Kraftstoff lässt den beim Diesel benötigten Schmierfilm in der Einspritzanlage reißen, die so nach dem Anlassen mit Benzin im Tank schnell Schaden nimmt. Und ein Austausch des Systems inklusive Hochdruckpumpe, Kraftstoffleitungen, Injektoren und Tank kann mehrere Tausend Euro kosten! Bemerkt man den Fehler noch beim Tanken, kann eventuell das Auspumpen des Tanks genügen. Gegebenenfalls muss aber auch das Kraftstoffsystem gereinigt werden.

Das falsche Benzin getankt – ist das schlimm?

Ihr Auto bekommt sonst nur Super-Plus (98), sie haben aber aus Versehen Super (95) getankt? Oder Sie haben im Ausland noch zum herkömmlichen Benzin (91) gegriffen? In der Regel entstehen dadurch keine Schäden, moderne Motoren sind mit Klopfsensoren ausgerüstet und stellen sich selbst auf den Sprit ein. Allerdings kann es sein, dass der Motor weniger Leistung als sonst entwickelt. Wurde bei älteren Motoren ohne Klopfsensoren Normal-Benzin getankt, sollten Sie vorsichtig und ohne Vollgas fahren. Bei nächster Gelegenheit am besten Super-Plus nachtanken. 
Aus Versehen E10 statt E5 getankt?
Bei E10 liegt der Gehalt des beigemischten Bio-Ethanols bei zehn Prozent und damit doppelt so hoch wie beim herkömmlichen E5-Benzin. Die meisten Fahrzeuge haben damit kein Problem und sind vom Hersteller explizit dafür freigegeben. Falls Sie aus Versehen E10 getankt haben, schauen Sie zunächst in der Bedienungsanleitung oder auf der Homepage des Herstellers nach, ob ihr Wagen freigegeben ist. Sollte er es nicht sein, und sie haben den Tank nicht randvoll gemacht, reicht es in der Regel, in kurzen Abständen E5 nachzutanken und damit das Ethanol-Mischungsverhältnis zu reduzieren. Nur bei einem vollen E10-Tank kann es nötig sein, den Tank leer pumpen zu lassen, um Schäden an Motor und Kraftstoffleitungen zu vermeiden. Dasselbe gilt übrigens auch für den E85-Sprit, also nahezu reines Bio-Ethanol. Da er einen deutlich geringeren Energiegehalt hat, als Super, empfiehlt es sich, den Sprit bei höheren Mengen abpumpen zu lassen. Wenn der Motor permanent "zu mager" läuft, besteht sonst die Gefahr, dass er Schaden nimmt.

Darf ich mit dem Auto Lkw-Diesel tanken?

Im Prinzip ja, aber der Lkw-Diesel ist mit seinen Additiven nicht optimal auf Pkw-Betrieb abgestimmt. Und dann sind da zwei weitere Probleme: Zapfpistole und Fließgeschwindigkeit. Die Pistole an der Lkw-Säule hat einen vergrößerten Durchmesser, passt nicht auf den Einfüllstutzen des Pkw. Außerdem fließt an den Hochleistungszapfsäulen der Kraftstoff schneller. Wer sein Auto an der Lkw-Säule auftanken will, wird unweigerlich eine riesige Sauerei anrichten.

Wie kann man Fehlbetankungen verhindern?

Manche neuen Automodelle verfügen mittlerweile ab Werk über einen Fehlbetankungsschutz, der tatsächlich nur noch dem richtigen Zapfhahn Einlass gewährt. Außerdem gibt es auf dem Markt einige Nachrüstlösungen, vor allem für Diesel-Fahrzeuge, die verhindern sollen, dass ein Benzin-Zapfhahn eingehängt wird. Wichtig: All diese Anbauten müssen den gesetzlichen Vorschriften bezüglich Dampfdichtigkeit, Auslaufschutz und Unfallsicherheit genügen. Am besten hilft aber immer noch, vor dem Tanken lieber zwei Mal hinzuschauen. Vor allem wer häufig mit wechselnden Fahrzeugen unterwegs ist, sollte sich angewöhnen, immer noch einen Kontrollblick in die Tankklappe zu werfen. Dort ist der benötigte Kraftstoff angegeben.

Autoren: Michael Gebhardt,

Stichworte:

Tanken Kraftstoff

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