Fehlerdiagnose über die OBD2-Schnittstelle

Fehlermeldungen im Auto

Warum BMW Störungs-Spitzenreiter ist

Über die Diagnoseschnittstelle moderner Autos lassen sich Fehlermeldungen auslesen und untersuchen. Einige Modelle melden dabei deutlich mehr Fehler als andere. Das ist jedoch nichts Negatives, sondern sogar ein Vorteil!
Oje, da stimmt was nicht: Ein Buchstaben- und Zahlencode im Zentraldisplay leuchtet auf, manchmal blinkt auch nur die Aufforderung: "Bitte Werkstatt aufsuchen!" Allen Fehlermeldungen ist oft gemeinsam: Wenn eine auftaucht, wird's teuer. Der Kraftfahrzeug-Dienstleister Carly hat jetzt die Fehlermeldungen großer Automarken analysiert. Insgesamt wurden rund eine Million Datensätze von Audi, BMW, Mercedes, Mini, Seat, Smart und Skoda ausgewertet. Das geschieht per App über die OBD-Diagnoseschnittstelle. Dabei kam heraus: BMW meldet die häufigsten Störungen. "BMW ist Spitzenreiter bei den Fehlermeldungen", so Carly-Geschäftsführer Avid Avini. Das Unternehmen beschäftigt sich seit 2014 mit diesen Störungsmeldungen und entwickelt Apps zur Fehlerdiagnose.

BMW hat mehr Fehlercodes im System

Sollte man also lieber die Finger von einem BMW lassen und stattdessen andere Marken kaufen? Zu kurz gedacht, meint Avini: "BMW führt deutlich mehr Fehlercodes im System, noch vor Mercedes und Volkswagen." Wo mehr ausgelesen werde, da gebe es naturgemäß mehr Störungen zu melden. Das sei auch durchaus positiv, so Avini weiter. "Denn schnell erkannte und angezeigte Fehler schützen vor kostspieligen Folgefehlern. Das gilt insbesondere für Fehler im Motor- und Getriebebereich." Je nach Modell können bis zu 150.000 unterschiedliche Fehlermeldungen im System eines Fahrzeugs auftreten. "Die sind immer beunruhigend, haben aber oft einen ganz einfachen Hintergrund, der keinen Grund zur Sorge bereitet", sagt Carly-Entwickler Marco Landwehr.

20 Prozent der Meldungen sind "kritisch"

Nur 20 Prozent aller Fehlermeldungen sind laut Carly wirklich kritisch und müssen dringend beachtet werden. Das betrifft insbesondere den Motor und die Fahrzeugelektronik. Ernst nehmen sollte man vor allem Airbag, Antrieb und Bremsen. "Sechs Monate bis zwei Jahre nach Erstzulassung treten erste relevante Fehler auf, die Verschleiß andeuten", sagt Entwickler Landwehr. So etwas sollte immer vom Profi überprüft werden – auch im Hinblick auf die ablaufende Gewährleistung nach 24 Monaten.

Fehlerdiagnose mit der Carly-App selber machen

Den ersten Check können Autobesitzer übrigens selbst durchführen: Den Carly-Adapter mit Diagnose-Software gibt es für diverse Marken und Modelle. Das Gerät wird in die Diagnose-Steckdose (meist im Fußraum) gesteckt und liefert über das Feature "Carly Smart Mechanic" Erklärungen: Die Fehlercodes werden darin umfangreich beschrieben und mögliche Konsequenzen aus dem Defekt sowie Tipps zur Problemlösung genannt.

Autor: Roland Wildberg

Fotos: Benno Grieshaber / Auto Bild

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