Fisker Ocean One: Fahrbericht
Fisker Ocean One im ersten Check: Macht der die Welle?
Fisker Ocean One im ersten Check
Bild: AUTO BILD
Henrik Fisker ist ein dänischer Designer, der einige sehr schöne Autos entworfen hat: den BMW Z8 zum Beispiel, Aston Martin DB9 und V8 Vantage. Nach seiner Karriere als Formgestalter startete er in den USA als Unternehmer, seit 2016 mit dem Unternehmen Fisker Inc.
Der Fisker Ocean wurde 2021 vorgestellt, kommt jetzt zu uns. Der Ocean ist ein Elektro-SUV, 4,78 Meter lang und 1,98 breit. Entwickelt wurde das Auto gemeinsam mit den Österreichern von Magna, dort, in Graz, wird er auch gebaut.
Ocean One mit eigenständigem Design
Und er fällt auf mit seinem Klasse-Design – betont eigenständig, etwas bullig. Eingerichtet ist der Ocean schlank und schön, mit viel veganem und/oder recyceltem Material. Es gibt ein Fahrer-Display mit den nötigsten Informationen und einen riesigen, 17,1 Zoll großen Touchscreen.

Was fürs Auge: Henrik Fisker ist einfach ein hervorragender Designer. Das sieht man auch wieder beim bildschönen Ocean.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Grafik und Menü-Struktur des Systems gehen in Ordnung. Allerdings reagiert das Navi sehr bedächtig, das Radio fand auf FM in und um Hamburg nur einen einzigen Sender, auf DAB nur eine sehr begrenzte Anzahl – und spielte die, wenn überhaupt, nur mit ständigen Unterbrechungen. Ach ja, Apple CarPlay und Android Auto gibt es auch (noch) nicht.
Fahrzeugdaten
Modell | Fisker Ocean One |
|---|---|
Motor | je ein E-Motor vorn und hinten |
Spitzenleistung | 415 kW (564 PS) |
Dauerleistung | 179 kW (243 PS) |
max. Drehmoment | 737 Nm |
Antrieb | Allradantrieb, Einganggetriebe |
Länge/Breite/Höhe | 4774/1982-2122*/1654 mm |
Leergewicht | 2434 kg |
Anhängelast | 1820 kg |
0–100 km/h | 3,7 s |
Vmax | 206 km/h |
Batterie | 106,5 kWh (netto) |
Ladezeit | 35 Min. (10-80 %) |
Reichweite | 707 km (WLTP) |
Preis | ab 69.950 Euro |
Das Platzangebot ist vorn und hinten luftig, im Fond lässt sich die Neigung der Rückenlehne elektrisch verstellen. Vorn bieten die Sitze aber wenig Seitenhalt, die Auflage ist zu kurz.
564 PS schieben ordentlich an

Geht gut nach vorne: Fisker verspricht für den Sprint auf Tempo 100 3,7 Sekunden, erst bei 206 km/h ist Schluss mit Beschleunigung.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Ocean beschleunigt tatsächlich nachdrücklich, aber durchaus nicht irre, fühlt sich eher so nach 400 PS an, Genaueres wird ein Test zeigen.
Im Akku sollen 707 Kilometer stecken
Das System reagiert nicht besonders sensibel, manchmal verzögert, es ruckelt dann und wann. Die Rekuperation lässt sich in drei Stufen verstellen – im Menü. Und einen One-Pedal-Modus bis zum Stillstand gibt es nicht. Gut dagegen die Federung, der Ocean bietet einen anständigen Grundkomfort. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, wir würden uns mehr Rückmeldung wünschen.

Gegen die Reichweitenangst: Laut WLTP soll der Ocean One mit seinen netto 106,5 kWh großen Akku bis zu 707 Kilometer weit kommen.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Der Akku im Ocean One ist netto 106,5 kWh groß, als WLTP-Reichweite gibt Fisker 707 Kilometer an – was wir noch prüfen werden. Geladen werden kann an der Wechselstrom-Säule mit 11 kW, am Schnelllader mit 180 kW.
Ausgeliefert wird der Ocean aktuell ohne Sprachsteuerung, Abstandstempomat und Torque Vectoring – das soll bis etwa Mitte des Jahres noch per Over-the-Air-Update nachgeliefert werden.
Preisliste startet bei 43.900 Euro
Es wird drei Varianten geben: Sport mit Frontantrieb, 282 PS und 73-kWh-Akku ab 43.900 Euro. Ultra mit Allrad, 549 PS und 113-kWh-Akku ab 58.900 Euro. Und Extreme mit Allrad, 564 PS und 113-kWh-Akku ab 63.590 Euro – auf dem basiert der hier vorgestellte One für 69.950 Euro. Verkauft wird der Fisker sowohl online als auch zukünftig bei Händlern – aber das ist alles noch im Aufbau.
Anmerkung der Redaktion: Der Testbericht wurde in AUTO BILD 9/2024 (29. Februar) das erste Mal veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gab es zur drohenden Insolvenz des Herstellers noch keine Informationen.
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