Flächendeckende Straßenmaut geplant
Belgien kassiert ab 2027 Autofahrer ab

Belgien plant eine Mautpflicht: Ab 2027 soll eine Straßengebühr für alle Autos erhoben werden – landesweit. So teuer soll die neue Vignette werden.
Bild: Lars Hänsch-Petersen
Am 1. Mai 2027 könnte eine Fahrt nach Belgien schlagartig teurer werden. Dann will unser westliches Nachbarland eine Straßenmaut einführen, berichtet der ADAC.
Anders als Frankreich, Österreich oder die Schweiz plant Belgien aber keine Autobahngebühren. Stattdessen soll eine flächendeckende Benutzungsgebühr kommen. Mautpflichtig sind nach bisherigen Plänen alle Autos bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.
125 Euro pro Jahr für jedes Auto
Für Autofahrer heißt das: Sobald sie die Grenze nach Belgien überqueren, wird die Gebühr fällig sein. Das zeigt man mit einer Vignette an, ähnlich wie in der Schweiz oder Österreich.
Die Vignette soll im Internet oder auch an Geschäften und Tankstelle erhältlich sein. Vorgesehen ist eine Staffelung nach Antriebsart: Elektroautos sollen im Jahr 90 Euro kosten, alle anderen 125 Euro. Ob es günstigere Vignetten wie in Österreich geben wird, die für kürzere Zeitspannen gültig sind, ist nicht bekannt.

Die Maut soll per Vignette nachgewiesen werden, ähnlich wie in Österreich.
Bild: ASFINAG
Kameras überwachen Mautpflicht
Die Überwachung der Mautpflicht soll ein Kamerasystem übernehmen. Für Verstöße ist ein Bußgeld in Höhe von 70 Euro im Gespräch. Die Mautpflicht ist weitgehend beschlossen, die Regionen Brüssel, Flandern und Wallonien sind sich einig. Doch als Gesetz ist der Plan noch nicht verabschiedet. Abstimmungsbedarf besteht offenbar noch bei der Frage, ob belgische Staatsbürger von der Mautpflicht ausgenommen sein sollen, indem sie niedrigere Kfz-Steuer zahlen müssen.
Maßgeblich ist auch die Zustimmung der EU-Kommission. 2016 scheiterte die deutsche Autobahnmaut am Europäischen Gerichtshof, weil deutsche Autohalter über eine Ausgleichszahlung von der geplanten Maut entlastet werden sollten.
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