Ford F-150 (2014): Fahrbericht
US-Riese mit Schrumpfmotor

Downsizing auch beim US-Klassiker Ford F-150: Als Einstiegsmotor bieten die Amerikaner tatsächlich einen 2,7-Liter-V6 an. Fahrbericht!
Bild: Werk
Seit nunmehr 32 Jahren ist die F-Serie von Ford das meistverkaufte Auto in Amerika, kommt in bislang zwölf Generationen in mehr als 60 Jahren auf über 30 Millionen Einheiten und findet alle 43 Sekunden einen neuen Kunden. Doch weil auch Dinosaurier mit der Zeit gehen müssen, damit sie nicht irgendwann doch noch von der Evolution überrollt werden, hat sich Chefingenieur Pete Reyes diesmal besonders ins Zeug gelegt und eine echte Revolution angezettelt: Zum ersten Mal bei einem Pick-up besteht die Karosserie komplett aus Aluminium. Den Leiterrahmen hat Reyes zwar auch diesmal aus Stabilitätsgründen aus hochfestem Stahl konstruiert, doch weil diesseits des stabilen Skeletts alles aus dünnem Alublech gefertigt wird, speckt der Dinosaurier bis zu 350 Kilo ab.
2,7-Liter-Turbo-V6: Downsizing lässt grüßen
Video: Ford F-150 (2014)
US-Riese im Fahrbericht
Der "Raptor" soll sicher einen Nachfolger bekommen
Wer trotzdem mehr möchte, den lässt Reyes natürlich nicht im Regen stehen. Es gibt schließlich noch einen 3,5 Liter großen V6, der als Sauger 283 und mit Turbo 365 PS leistet und einen V8 mit fünf Litern Hubraum und 385 PS. Ford verspricht, dass auch die Rennversion "Raptor" ganz sicher einen Nachfolger bekommt.
Mit Masse entspannt über die Straßen cruisen
Doch mehr als die Muskeln ist es die schiere Masse, die den Reiz des F-150 ausmacht. Mit der Gelassenheit eines Giganten, dem ohnehin niemand etwas anhaben kann, stampft er über den Highway wie ein Öltanker über den Ozean und am Steuer befällt einen himmlische Ruhe. Auf butterweichen Ledersesseln thront man als King of the Road über der Straße und genießt ein Königreich in Lack und Leder. Nicht nur, dass die Federung für so einen Laster einen überraschend großen Restkomfort bietet. Auch die Lenkung ist hinreichend präzise, um das Trumm sauber auf Kurs zu halten. Und selbst wenn die Bremsen etwas mehr Biss vertragen könnten, packen sie doch mit unmissverständlicher Entschlossenheit zu. Nur der Wendekreis ist groß wie immer.
Bei der Ausstattung hält der F-150 mit normalen Pkw mit

Im Innenraum setzt Ford jetzt auch beim F-150 auf einen hochwertigen Look.
Bild: Werk
Den F-150 gibt es hierzulande nur als Importprodukt
Wermutstropfen: Auch wenn Ford sein Modellprogramm gerade weltweit stark vereinheitlicht und jetzt mit dem Mustang gerade eine andere US-Ikone nach Europa holt, bleibt der König der Cowboys erst einmal den Amerikanern vorbehalten – und natürlich den freien Importeuren, die ihre Bestellscheine alle schon ausgefüllt haben. Irgendwie müssen sie ja die Einbußen aus dem Mustang-Geschäft kompensieren.
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