Ford Galaxy gegen VW Sharan: Vergleich
Van-Duell auf hohem Niveau

Verantwortungsvolle Papis erwarten viel von einem Familien-Van. Platz muss er haben, variabel muss er sein, sicher und komfortabel. So wie VW Sharan und Ford Galaxy. Welches fahrende Kinderzimmer ist besser?
Und irgendwann möchte Papa einfach nur noch schreien: Ruuhää jetzt dahinten, oder ich fahr rechts ran, und ihr fliegt alle raus! Dann ist es so weit. Die Fußball-Tour wird zum fulminanten Flop, der Ausflug zum Albtraum. Der ganz normale Van-Sinn eben. Kann passieren, muss aber nicht. Was hilft, sind nicht nur eine anständige Erziehung oder genug Spielzeug an Bord. Auch die Wahl des Familienautos hat Einfluss darauf, ob Papa entnervt ankommt oder entspannt. Und worauf achtet der schlau planende Familienvater? Natürlich auf ausreichend Raum – für die Passagiere ebenso wie für Playmobil. Er achtet auf Variabilität, auf ein schnelles, einfaches Umklappen der Sitze in möglichst vielen Varianten. Und er achtet – bei der Suche nach dem fahrenden Kinderzimmer ist auch das selbstverständlich – auf Sicherheit und Behaglichkeit.
Überblick: Alle News und Tests zum VW Sharan
Nach 15 Jahren bringt VW endlich wieder einen neuen Sharan auf den Markt. Der Vorgänger war mobile Heimat für mehr als 600.000 Familien in ganz Europa. Kommt hier jetzt der neue Maßstab in der Van-Klasse? In einem ersten Van-tastischen Duell tritt er gegen einen ehemaligen Bruder an. Der Ford Galaxy war bis 2006 baugleich mit dem Sharan, dann entwickelte Ford auf eigene Faust, in diesem Jahr gab es eine Modellpflege. Äußerlich ähnlich sind sich Sharan und Galaxy heute auf den ersten Blick aber noch immer. Dann jedoch der erste große Unterschied – die neuen Schiebetüren am Sharan. Das große Plus gleich zu Beginn: leichterer Einstieg hinten, und die Kinder können in engen Parklücken die Türen aufreißen, ohne dass ihre Eltern aus Angst vor Parkkratzern jedesmal zusammenzucken. Der aktuelle Galaxy bietet diesen Service noch nicht. Ein echtes Kaufkriterium. Werden alle sieben Sitze benötigt, ist der Stauraum bei beiden knapp. Die Ablageflächen für Getränke oder kleinere Dinge auch.
Überblick: Alle News und Tests zum Ford Galaxy

Bild: Toni Bader
Doch der Sharan setzt hier neue Maßstäbe. Bodenwellen, Schlaglöcher, das alles schluckt der Sharan so locker weg, dass Papa sich in den Sitzen (weicher und mit weniger Seitenhalt als im Ford) entspannt zurücklehnen kann und den Kleinen hinten sicher nicht schlecht wird. Auch weil VW dem Testwagen (anders als Ford) adaptive Dämpfer spendiert (1055 Euro). Beim Galaxy sind schon mal eher die Van-typischen Aufbaubewegungen um die Längsachse zu spüren, das ESP greift eher spät als früh ein. Und die Lenkung ist eine Spur zu leichtgängig, bietet zu wenig Rückmeldung in Kurven. Vati hat im Ford einfach ein bisschen mehr zu arbeiten. Dazu kommen die höheren Abrollgeräusche im Galaxy.
Beim Sprint liegt der Galaxy vor dem Sharan

Bild: Toni Bader
Fazit
Ich dachte immer: So viele Kinder kann ich gar nicht haben, dass ich mir einen solchen Van kaufe. Spießerkarre, so glaubte ich. Der neue Sharan beweist das Gegenteil. Er hat das Zeug zu einem echten Freund der Familie, für den man sich wirklich nicht schämen muss. Man fühlt sich zu Hause, sicher, irgendwie geborgen – wohl das Wichtigste für diese Klasse. Der Galaxy liegt fast auf Augenhöhe. Aber er ist eher ein Partner der Familie.
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