Ford Ka/Toyota iQ/Renault Twingo: Test
Die Stadtzwerge werden erwachsen

Stadtverkehr, was brauchst du mehr? Ford Ka, Renault Twingo und Toyota iQ passen mit ihren modernen Knauser-Motörchen in die Zeit. Und mit etwas Glück auch in die kleinste Parklücke.
- Uli Holzwarth
In der Stadt gelten eigene Gesetze. Da zählen nicht PS und Prestige, sondern clevere Parkprofis, die im kleinen Maßstab Größe zeigen. City-Flitzer also, die zügig von Ampel zu Ampel sprinten oder in Gassen in einem Zug wenden können. Wenn sie dann auch noch Platz für vier sowie genügend Knautschzone für den Fall der Fälle bieten – bitte sehr. Ford Ka, Renault Twingo und Toyota iQ zählen zu diesen beliebten Kleingewächsen, die das Leben im Großstadt-Dschungel erheblich leichter machen. Kurz fassen sich die drei Bonsai-Autos freilich nur bei den Abmessungen. Ansonsten kann von rollenden Verzichtserklärungen keine Rede sein, mit 68 bis 75 PS sind alle drei ausreichend motorisiert.
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Kleiner Wagen, großer Luxus: Der Toyota iQ verwöhnt mit umfangreicher Ausstattung.
Bild: Uli Sonntag
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Hinreichend luftig: Nur im Renault Twingo fahren vier Erwachsene annähernd bequem.
Bild: Uli Sonntag
Schade nur, dass die ausreichend bemessenen und angenehm konturierten Sitze Großgewachsenen keine entspannte Position hinterm Ledervolant ermöglichen. Und dass die Kopffreiheit im Fond des 3,62-Meter-Autos bestenfalls Kindern bis 1,50 Meter genügt. Recht erwachsen wirken dagegen die Fahrleistungen des Trios in der Stadt. Selbst der iQ als einziger Dreizylinder, dazu mit dem kleinsten Hubraum (nur 1,0 Liter), wird auf der Autobahn nicht zum Hindernis. Allerdings muss man das kultivierte, dezent knurrende Motörchen mit viel Schaltarbeit bei Laune halten, weil das präzise Fünfganggetriebe für dessen mildes Temperament viel zu lang übersetzt ist. Seine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erreicht der Japaner schon im vierten Gang, im fünften fällt er bei leichtem Gegenwind ab. Und schluckt mit 5,5 Liter Super sogar ein Zehntel mehr als der Ford. Der Ka lässt sich deutlich schaltfauler bewegen, schöpft seine Kraft aus dem größten Hubraum. Sympathien sammelt der drehfreudige 1200er darüber hinaus mit seiner Start-Stopp-Automatik, kernig-heiserem Klang und angenehmen Manieren. Auch bei hohen Drehzahlen stört kein lästiges Dröhnen.
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Video: Ford KA mit neuer Technik
Start/Stop Automatik im Kleinwagen
Ka und iQ kosten über 13.000 Euro – trotz guter Ausstattung viel Geld. Der Twingo (12.190 Euro) ist nur scheinbar billiger. Rechnet man ESP und Klima hinzu, erreicht er das gleiche Preisniveau. Auch beim Preis zeigen die Kleinen also Größe.
Fazit
Jeder der drei Stadtflitzer setzt eigene Schwerpunkte, Alleskönner ist keiner. Der Ford Ka entpuppt sich als bester Allrounder. Hinten geht es zwar eng zu, dafür überzeugen Fahrspaß und sein munterer, sparsamer Motor. Knapp dahinter: der geräumige und komfortable Renault Twingo – ein solider Typ für Praktiker. Letzter wird der Toyota iQ. In der Stadt gefallen Wendigkeit und guter Komfort. Doch Platzangebot, Fahrdynamik und die Nervosität auf Holperstrecken enttäuschen.
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