Als der Puma im Jahr 2019 auf den Markt kam, waren Technik und Innenraum stark an den Fiesta angelehnt. Die sportliche Ausrichtung und die großen, rundlichen Scheinwerfer bescherten dem Kölner Mini-SUV schnell den Spitznamen "Mini-Macan".

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Jetzt, nach dem Fiesta-Aus, hat Ford dem Puma ein Update spendiert. Reicht das, um vorn mitzufahren?

Arbeitsplatz mit neuem Layout

Die sportliche Atmosphäre des Puma-Cockpits bleibt jedenfalls auch mit der Überarbeitung erhalten. Dabei hat Ford auf den ersten Blick gründlich umgebaut – wohl vor allem, um Platz für einen größeren Bildschirm in der Mitte zu schaffen. Der misst 12 Zoll, läuft mit hauseigener Sync4-Software und integriert nun auch die Klimabedienung als permanent eingeblendete Leiste mit in die Software-Oberfläche.
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Neue Optik: Über den jetzt 12 Zoll großen Touchscreen werden fast alle Fahrzeugfunktionen gesteuert. Deren Umfang ist aber überschaubar.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Dazu gibt's ein neues Lenkrad sowie ein neu gestaltetes Kombiinstrument, Amazon Alexa übernimmt die Sprachbedienung. Technisch hat sich bis auf die nun kabellos mögliche Smartphone-Kopplung per CarPlay oder Android Auto ansonsten wenig getan.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Dreizylinder, Turbo, MHEV 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Hubraum 
999 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
92 (125)/6000 
Nm bei 1/min
210/1750 
Vmax
191 km/h 
Getriebe 
Sechsgang manuell 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Trommel 
Testwagenbereifung 
215/50 R 18 W 
Reifentyp 
Continental EcoContact 6 Q 
Radgröße 
7 x 18" 
Abgas CO2 
122 g/km 
Verbrauch* 
5,4 l/100 km 
Tankinhalt 
42 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
65 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1100/650 kg 
Stützlast 
75 kg 
Kofferraumvolumen 
456–1216 l 
Länge/Breite/Höhe 
4226/1805–1930**/1550 mm 
Radstand 
2588 mm
Grundpreis
28.900 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
32.200 Euro

In Reihe zwei wird es schnell eng

Beim Platzangebot ebenfalls. Der Puma zählt innen eher zu den Kleineren seiner Klasse. Bis auf das witzige Detail einer 80 Liter großen auswaschbaren Wanne ("MegaBox") mit Stöpsel im Kofferraum müssen sich Passagiere mit eher wenig Raum begnügen, hinten sollte man nicht viel größer als 1,80 Meter gewachsen sein. Auch die Türtafeln, vorn zumindest im Armbereich einigermaßen liebevoll aufgepolstert, zeigen sich hinten von ihrer rustikalen Seite. Top: das kräftige B&O-Soundsystem.
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Mit 1,86 Metern Größe kann der Tester nicht bequem hinter sich selbst sitzen. Das Panoramadach klaut obenrum noch mal Platz.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wer auf den mittlerweile ebenfalls erhältlichen vollelektrischen Puma Gen-E setzt, hat für den Wechsel der Fahrstufen einen Hebel am Lenkrad zur Verfügung. Wir hingegen testen die klassischste Konfiguration: mit Ford-typischem Einliter-Dreizylinder und Handschaltung. Das Sechsganggetriebe zählt zu den Besseren seiner Art. Vielleicht nicht ganz Mazda-knackig, aber doch immerhin mit so klaren und ausreichend kurzen Gassen gerüstet, dass man gern die Gänge wechselt. Muss man allerdings auch.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,2 s 
0–100 km/h 
10,6 s 
0–130 km/h 
17,5 s 
0–160 km/h 
30,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
6,1 s 
80–120 km/h 
8,0 s 
Leergewicht/Zuladung 
1303/482 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
61/39 % 
Wendekreis links/rechts 
11,0/10,9 m 
Sitzhöhe 
620 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
34,8 m 
aus 100 km/h warm 
33,9 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
61 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,7 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,7 l S/100 km
(+6 %)
Sportverbrauch 
7,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
135 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
735 km 
Der Dreizylinder will gedreht werden, andernfalls wirken die 125 PS doch recht schmächtig. Die Drehmomentkurve (210 Nm) glättet ein Mildhybrid, was dem Einliter-Aggregat hilft, auch untenrum schon ausreichend Kraft bereitzustellen. Den Sprint von null auf hundert schafft er so in 10,6 Sekunden, bleibt damit eine Sekunde hinter seiner Werksangabe. Schluss ist bei 191 km/h.

Lenkung zahlt auf Fahrspaß-Konto ein

Rein objektiv betrachtet wäre es also übertrieben zu sagen, dass es sich bei Fords kleiner Katze um ein flottes Auto handelt. Aber: Das Fahrwerk holt einiges raus. Die direkt übersetzte Lenkung mag manchem etwas zu nervös wirken, auch sie zahlt aber aufs Fahrspaß-Konto ein. Der Puma lenkt willig ein, der Testwagen wies sogar ein wenig sichtbaren Sturz an der Vorderachse auf.
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Talentierter Kurvenräuber: Dank seines knackigen Fahrwerks macht der Puma vor allem auf Landstraßen richtig Laune.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die agile Hinterachse tut ihr Übriges, und so kann man mit dem kleinen SUV auf einsamen Landstraßen tatsächlich eine gute Zeit haben. Dass der Puma eher knackig abrollt und Unebenheiten recht direkt an die Insassen weiterreicht, gehört wohl zu Recht mit ins Paket. Die Bremswege dürfen mit 34,8 Metern (kalt) und 33,9 Metern (warm) als solide gelten.

Wertung Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV

Wertung Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Karosserie
Hinten eng – besonders wenn das Panoramadach verbaut wurde. Extra-Wanne im Laderaum.
3 / 5
Antrieb
Etwas spezieller Antrieb, der Arbeit braucht, um vom Fleck zu kommen. Verbrauch recht niedrig.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Der Dynamiker unter den Mini-SUV. Auf einer engen Landstraße macht der Puma wirklich Freude.
4 / 5
Connected Car
Kabelloses CarPlay/Android Auto und eine App verbinden den Puma mit der Außenwelt.
3,5 / 5
Umwelt
Dreizylinder-Benziner mit Mildhybrid und Zylinderabschaltung, moderate 1,3 Tonnen Gewicht.
3 / 5
Komfort
Die Kehrseite der recht knackigen Abstimmung: Man spürt die Straße. Dämmung okay.
3 / 5
Kosten
Der Kaufpreis ist nicht niedrig, im Unterhalt punkten Versicherungsklasse und Wartungsintervall.
4 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,3
Ebenso der Verbrauch: 5,7 Liter im Test sind nicht zu viel. Als Taschenspielertrick kann der Puma im Teillastbetrieb einen seiner drei Zylinder abschalten und das Kühlergitter schließen, um den Luftwiderstand noch etwas zu optimieren. Wer im Stadtverkehr im vierten Gang mit um die 50 rollt, erntet ab und an Vibrationen vom Antrieb.

Günstig ist der Puma nur im Unterhalt

Als Schnapper geht der Puma nicht durch: Mindestens 28.900 Euro werden fällig – dafür gibt es eine solide Basisausstattung samt Klimaautomatik, LED-Scheinwerfern und Navi. Wie getestet, als sportlicher ST-Line X, kommen 32.200 Euro zusammen.
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
In der getesteten Variante kostete der Ford Puma 1.0 l EcoBoost MHEV 32.200 Euro. Dafür muss er nur alle zwei Jahre zur Inspektion.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Immerhin: Der Puma muss nur alle zwei Jahre oder 30.000 Kilometer zur Wartung. Auch die Versicherungseinstufung bleibt preiswert. Da scheint dann doch noch mal der Kleinwagen durch.

Bildergalerie

Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
Ford Puma 1,0 l EcoBoost MHEV
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Ford Puma 1.0 EcoBoost MHEV im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Wer Fahrdynamik schätzt und dafür auf das letzte Quäntchen Platz und Fahrkomfort verzichten kann, macht mit dem Puma nach wie vor einen guten Kauf. Wer sparen will und ein Vorfacelift-Modell erwirbt, muss im Grunde auf kaum etwas verzichten. AUTO BILD-Testnote: 2,3