Verschiedene Charaktere waren Ford Ranger und VW Amarok schon in der Vorgängergeneration: Der Ranger war Marktführer, bot stets viel Pick-up fürs Geld – den veralteten Zuschaltallrad nahmen die Kunden in Kauf.

Zwei Pick-ups im Vergleich

Aktuelle AngebotePreis
Ford Ranger 3.0L Ecoblue
Ford Ranger 3.0L Ecoblue
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VW Amarok 3.0 TDI 4Motion
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UVP 62.366,00 EUR
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Der Amarok der ersten Serie war recht teuer, bot dafür Pickup-unüblich hohen Federungskomfort (um den Preis einer geringeren Zuladung) und bremste gut; und er war mit semipermanentem Allrad im SUV-Stil erhältlich, vorteilhaft auf Asphalt.

Amarok und Ranger rollen vom selben Band

Die neue Generation beider Pick-ups rollt Seite an Seite im Ford-Werk Silverton/Südafrika vom Band. Es fällt auf, dass sich Ranger und Amarok trotzdem nie exakt gleich konfigurieren lassen, was direkte Preisvergleiche erschwert. Kaufinteressenten sollten ein persönliches Lastenheft erstellen und danach entscheiden.
Ford Ranger 3.0L Ecoblue  VW Amarok 3.0 TDI 4Motion
Pick-up-Brüder: Amarok und Ranger werden zwar beide im Ford-Werk in Südafrika gefertigt, unterscheiden sich aber doch vom Charakter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Wir vergleichen hier die stärkeren Versionen mit 3,0-Liter-V6-Diesel, und zwar die Doppelkabiner. Als Einzel- oder Eineinhalbkabiner ist nur der Ford zu haben. Preislich ungefähr vergleichbar sind der Ranger in der Wildtrak- Ausstattung und der Amarok als Style – wir vergleichen hier also Ranger und Amarok in den mittleren Ausstattungslinien.

Im Amarok herrscht Pkw-Atmosphäre

Technisch mögen diese Pick-ups identisch sein, aber schon beim ersten Platznehmen fällt auf, dass beide Hersteller jeweils ihrer eigenen Philosophie gefolgt sind. Während der Ford sich innen Hartplastik-lastiger gibt und mit Ziernähten die wilde Geländesportversion Raptor zitiert, wirkt der Amarok innen betont seriös und Pkw-ähnlich mit gepolsterter Cockpit-Oberseite.
VW Amarok 3.0 TDI 4Motion
Hochwertiger eingerichtet: Eine softe Cockpitoberfläche im Pkw-Stil gibt es so nur im VW. Das Layout teilt er sich mit dem Ranger.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Er sieht innen den VW-Pkw der vorigen Generation ähnlich: integrierter statt aufgesetzter Zentralbildschirm, physisch vorhandene Tasten und Knöpfe statt Slidern. Heizung/Klima bedient man beim Amarok halbdigital. Erst die Klima-Taste in der Schalterleiste unter dem Bildschirm drücken, dann öffnet sich ein Klimamenü. Rest dann via Touch.
Gebrauchtwagensuche: VW Amarok
VW Amarok PanAm HardTop AssisP AHK Matrix Klimaaut
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VW Amarok PanAm HardTop AssisP AHK Matrix Klimaaut
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VW Amarok Style DC 3.0 TDI 4MOTION Automatik
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VW Amarok Style DC 3.0 TDI 4MOTION Automatik
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177 KW (241 PS)
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VW Amarok Style DC 3.0 TDI 4MOTION Automatik
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VW Amarok Style DC 3.0 TDI 4MOTION Automatik
9.888 km
177 KW (241 PS)
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VW Amarok Aventura 3.0TDI 4Motion Autom. Klima Navi
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VW Amarok PanAmericana 3.0 TDI Hardt. Standh
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4.900 km
177 KW (241 PS)
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VW Amarok PanAmericana 3.0l V6 4MOTION AHK Rollcover LED-Mat
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VW Amarok PanAmericana 3.0l V6 4MOTION AHK Rollcover LED-Mat
2.990 km
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VW Amarok Life DC 151 kW 2.0 TDI 4Motion permanent 10-Gang Automatik 4MOT
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VW Amarok Life DC 151 kW 2.0 TDI 4Motion permanent 10-Gang Automatik 4MOT
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* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Ford setzt bei der Klimabedienung dagegen auf klassische Drehregler. Einen solchen gibt's für die Audio-Lautstärke dagegen nur im VW. Die Bedienung der Geländetechnik sieht auf den ersten Blick ähnlich aus: Hinterradantriebsmodus 2H (überflüssig, da er nicht messbar Sprit spart), Allradantrieb auf Dauerbereitschaft (4A), Allrad mit gesperrter Lamellenkupplung und starrer 50:50-Kraftverteilung vorn/hinten (4H) und Geländeuntersetzung für Steilhänge und Passagen, in denen maximal Drehmoment an die Räder soll (4L).

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor
V6, Turbo, vorn längs
V6, Turbo, vorn längs
Hubraum
2993 cm³
2993 cm³
Leistung
177 kW (240 PS) bei 3250/min
177 kW (240 PS) bei 3250/min
Drehmoment
600 Nm bei 1750/min
600 Nm bei 1750/min
Abgasnorm
Euro 6d-ISC-FCM
Euro 6d-ISC-FCM
Radaufhängung
vorn Einzelradaufhängung/hinten Starrachse
vorn Einzelradaufhängung/hinten Starrachse
Reifengröße
255/65 R 18
255/65 R 18
Getriebe
Zehnstufen-Wandlerautomatik
Zehnstufen- Wandlerautomatik
Allrad/Kraftverteilung v:h
semipermanent via Lamellenkupplung 0:100-50:50
semipermanent via Lamellenkupplung 0:100-50:50
Länge/Breite/Höhe
5370/1910-2208/1884 mm
5350/1910-2208/1751 mm
Radstand
3270 mm
3270 mm
Wendekreis
13,4 m
13,4 m
Bodenfreiheit
235 mm
237 mm
Wattiefe
800 mm
800 mm
Leergewicht/ Zuladung
2390/810 kg
2442/748 kg
Anhängelast geb./ungebr.
3500/750 kg
3500/750 kg
Stützlast
210 kg
210 kg
0–100 km/h
9,5 s*
9,5 s*
Vmax
190 km/h
190 km/h
Testverbrauch
10,1 l D/100 km*
10,3 l D/100 km
CO2-Ausstoß
267 g/km
274 g/km
Tankgröße
80 l
80 l
AdBlue-Tankgröße
19,3 l
80 l
Preis
ab 64.367 Euro
ab 62.366 Euro

VW leistet sich eine separate, echte Taste für die Hinterachssperre (Serie). Wer sie abbestellt, kann den Preis um 440 Euro senken. Der Ford verfügt über einen optisch ähnlichen, runden Fahrprogramm-Wählknopf (hier allerdings nicht zum Drehen, sondern mit Drucktasten).
Ford Ranger 3.0L Ecoblue
Touchen statt Knopfdruck: Das Einlegen der Hinterachssperre erfolgt beim Ranger über den Bildschirm – das ist etwas befremdlich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Die Hinterachssperre legt man per Touch auf dem Bildschirm ein – Pick-up-Fahrer der alten Schule dürfte dieses Arrangement befremden. Die Hinterachssperre arbeitet in beiden Pick-ups bemerkenswert spontan. Übrigens fällt der Zentralbildschirm im Ford kleiner aus (acht Zoll) als im ungefähr gleich teuren Amarok mit 12,3 Zoll.

Im Ranger steckt mehr praktischer Nutzen

Der Ranger bietet im Gegenzug eine Fülle praktischer Details, die dem Amarok fehlen. Da wären etwa die Aussparungen für Schraubzwingen in der Oberkante der Heckklappe, die damit bestens als Arbeitsfläche nutzbar ist. Oder kleine seitliche Trittbretter hinter dem hinteren Radhaus, die den Zugang zu Ladegut und Verzurrösen erleichtern.
Ford Ranger 3.0L Ecoblue
Mehr Arbeiter: Der Ford Ranger bietet praktische Details, die dem Amarok fehlen. Zum Beispiel einen Anhänger-Assistenten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD

Für Profi-Gespannfahrer bietet vor allem der ausschließlich für den Ford erhältliche Trailer Assist einen Vorteil, der etwa aus einer Reihe geparkter Anhänger selbsttätig denjenigen ansteuert, der zuvor per Antippen auf dem Bildschirm ausgewählt wurde.

Wertung

Wertung
Bedienbarkeit
Klimabedienung besser, Geländetechnik-Bedienung umständlicher. Kleinerer Bildschirm als im etwa preisgleichen Amarok.
Sperrenbedienung dank separater Taste schneller. Klimabedienung umständlicher, Audio-Lautstärke hingegen besser zu regeln.
3/5 Punkten
3,5/5 Punkten
Praktikabilität
Hier wurde an Praktiker gedacht: Steckdosen, Spannungswandler, kleine Zusatztrittbretter, Löcher für Schraubzwingen – top!
Viele Abdeckungen erhältlich und verschiebbare Ladeösen (339 Euro, teurer als bei Ford). Aber viel weniger Praktiker-Details.
4,5/5 Punkten
3/5 Punkten
Qualitätseindruck
Mehr Hartplastik im Interieur als beim Amarok, allerdings handfest zusammengefügt und über dem Pick-up-Durchschnitt.
Pkw-ähnliche Materialwahl mit Soft-Oberflächen wie in anderen VW auch, edle Metallknöpfe – schon ein Lifestyle-Pick-up.
3,5/5 Punkten
4/5 Punkten
Geländeausstattung
Allrad und Untersetzung sind ebenso Serie beim Wildtrak wie Hinterachssperre und Motor- und Tankschutz.
Allrad, Untersetzung und Sperre hinten sind Serie, Unterfahrschutz für Verteilergetriebe (Stahl) und Tank (Kunststoff) kostet 214 Euro.
4/5 Punkten
3,5/5 Punkten
Ausstattung/Kosten
Teurer, aber Leder ist drin. E-Rollcover (2677 Euro) und Hardtop (3511 Euro) kosten mehr, Standheizung (1688 Euro) ist billiger.
Laderaumbeschichtung ist Serie (Ford: 179 Euro). Zubehör oft preiswerter; Ausnahmen: Bügel, Standheizung, Verschiebeösen.
3/5 Punkten
3,5/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
3+
3+

Der vielleicht ideale Pick-up wäre ein "Amaranger": vom Amarok Interieurmaterial, Ausstattung, Zentralschirm und Geländetechnik-Bedienung, vom Ranger Trailer-Assistent, Klimabedienung und die vielen praktischen Details.

Bildergalerie

Ford Ranger 3.0L Ecoblue  VW Amarok 3.0 TDI 4Motion
Ford Ranger 3.0L Ecoblue
VW Amarok 3.0 TDI 4Motion
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Zwei Pick-up-Brüder im Vergleich

Fazit

Erstaunlich, dass Ford und VW es schaffen, ihrem Pick-up jeweils einen eigenen Charakter zu verpassen – trotz identischer Technik. Der Ranger ist erste Wahl für Praktiker, der Amarok bietet mehr Pkw-Ausstattungskomfort.