Ford Ranger 3.0L Ecoblue, VW Amarok 3.0 TDI 4Motion: Vergleich
Pick-up-Brüder: Was unterscheidet Ford Ranger und VW Amarok?
Zwei Pick-up-Brüder im Vergleich
Die neuen Pick-ups Ford Ranger und VW Amarok rollen im gleichen Ford-Werk in Südafrika vom Band – AUTO BILD fand dennoch reichlich Unterschiede.
Bild: AUTO BILD
Verschiedene Charaktere waren Ford Ranger und VW Amarok schon in der Vorgängergeneration: Der Ranger war Marktführer, bot stets viel Pick-up fürs Geld – den veralteten Zuschaltallrad nahmen die Kunden in Kauf.
Der Amarok der ersten Serie war recht teuer, bot dafür Pickup-unüblich hohen Federungskomfort (um den Preis einer geringeren Zuladung) und bremste gut; und er war mit semipermanentem Allrad im SUV-Stil erhältlich, vorteilhaft auf Asphalt.
Amarok und Ranger rollen vom selben Band
Die neue Generation beider Pick-ups rollt Seite an Seite im Ford-Werk Silverton/Südafrika vom Band. Es fällt auf, dass sich Ranger und Amarok trotzdem nie exakt gleich konfigurieren lassen, was direkte Preisvergleiche erschwert. Kaufinteressenten sollten ein persönliches Lastenheft erstellen und danach entscheiden.

Pick-up-Brüder: Amarok und Ranger werden zwar beide im Ford-Werk in Südafrika gefertigt, unterscheiden sich aber doch vom Charakter.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Wir vergleichen hier die stärkeren Versionen mit 3,0-Liter-V6-Diesel, und zwar die Doppelkabiner. Als Einzel- oder Eineinhalbkabiner ist nur der Ford zu haben. Preislich ungefähr vergleichbar sind der Ranger in der Wildtrak- Ausstattung und der Amarok als Style – wir vergleichen hier also Ranger und Amarok in den mittleren Ausstattungslinien.
Im Amarok herrscht Pkw-Atmosphäre
Technisch mögen diese Pick-ups identisch sein, aber schon beim ersten Platznehmen fällt auf, dass beide Hersteller jeweils ihrer eigenen Philosophie gefolgt sind. Während der Ford sich innen Hartplastik-lastiger gibt und mit Ziernähten die wilde Geländesportversion Raptor zitiert, wirkt der Amarok innen betont seriös und Pkw-ähnlich mit gepolsterter Cockpit-Oberseite.

Hochwertiger eingerichtet: Eine softe Cockpitoberfläche im Pkw-Stil gibt es so nur im VW. Das Layout teilt er sich mit dem Ranger.
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Er sieht innen den VW-Pkw der vorigen Generation ähnlich: integrierter statt aufgesetzter Zentralbildschirm, physisch vorhandene Tasten und Knöpfe statt Slidern. Heizung/Klima bedient man beim Amarok halbdigital. Erst die Klima-Taste in der Schalterleiste unter dem Bildschirm drücken, dann öffnet sich ein Klimamenü. Rest dann via Touch.
Ford setzt bei der Klimabedienung dagegen auf klassische Drehregler. Einen solchen gibt's für die Audio-Lautstärke dagegen nur im VW. Die Bedienung der Geländetechnik sieht auf den ersten Blick ähnlich aus: Hinterradantriebsmodus 2H (überflüssig, da er nicht messbar Sprit spart), Allradantrieb auf Dauerbereitschaft (4A), Allrad mit gesperrter Lamellenkupplung und starrer 50:50-Kraftverteilung vorn/hinten (4H) und Geländeuntersetzung für Steilhänge und Passagen, in denen maximal Drehmoment an die Räder soll (4L).
Fahrzeugdaten
Modell | Ford Ranger 3.0L Ecoblue | VW Amarok 3.0 TDI 4Motion |
|---|---|---|
Motor | V6, Turbo, vorn längs | V6, Turbo, vorn längs |
Hubraum | 2993 cm³ | 2993 cm³ |
Leistung | 177 kW (240 PS) bei 3250/min | 177 kW (240 PS) bei 3250/min |
Drehmoment | 600 Nm bei 1750/min | 600 Nm bei 1750/min |
Abgasnorm | Euro 6d-ISC-FCM | Euro 6d-ISC-FCM |
Radaufhängung | vorn Einzelradaufhängung/hinten Starrachse | vorn Einzelradaufhängung/hinten Starrachse |
Reifengröße | 255/65 R 18 | 255/65 R 18 |
Getriebe | Zehnstufen-Wandlerautomatik | Zehnstufen- Wandlerautomatik |
Allrad/Kraftverteilung v:h | semipermanent via Lamellenkupplung 0:100-50:50 | semipermanent via Lamellenkupplung 0:100-50:50 |
Länge/Breite/Höhe | 5370/1910-2208/1884 mm | 5350/1910-2208/1751 mm |
Radstand | 3270 mm | 3270 mm |
Wendekreis | 13,4 m | 13,4 m |
Bodenfreiheit | 235 mm | 237 mm |
Wattiefe | 800 mm | 800 mm |
Leergewicht/ Zuladung | 2390/810 kg | 2442/748 kg |
Anhängelast geb./ungebr. | 3500/750 kg | 3500/750 kg |
Stützlast | 210 kg | 210 kg |
0–100 km/h | 9,5 s* | 9,5 s* |
Vmax | 190 km/h | 190 km/h |
Testverbrauch | 10,1 l D/100 km* | 10,3 l D/100 km |
CO2-Ausstoß | 267 g/km | 274 g/km |
Tankgröße | 80 l | 80 l |
AdBlue-Tankgröße | 19,3 l | 80 l |
Preis | ab 64.367 Euro | ab 62.366 Euro |
VW leistet sich eine separate, echte Taste für die Hinterachssperre (Serie). Wer sie abbestellt, kann den Preis um 440 Euro senken. Der Ford verfügt über einen optisch ähnlichen, runden Fahrprogramm-Wählknopf (hier allerdings nicht zum Drehen, sondern mit Drucktasten).

Touchen statt Knopfdruck: Das Einlegen der Hinterachssperre erfolgt beim Ranger über den Bildschirm – das ist etwas befremdlich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die Hinterachssperre legt man per Touch auf dem Bildschirm ein – Pick-up-Fahrer der alten Schule dürfte dieses Arrangement befremden. Die Hinterachssperre arbeitet in beiden Pick-ups bemerkenswert spontan. Übrigens fällt der Zentralbildschirm im Ford kleiner aus (acht Zoll) als im ungefähr gleich teuren Amarok mit 12,3 Zoll.
Im Ranger steckt mehr praktischer Nutzen
Der Ranger bietet im Gegenzug eine Fülle praktischer Details, die dem Amarok fehlen. Da wären etwa die Aussparungen für Schraubzwingen in der Oberkante der Heckklappe, die damit bestens als Arbeitsfläche nutzbar ist. Oder kleine seitliche Trittbretter hinter dem hinteren Radhaus, die den Zugang zu Ladegut und Verzurrösen erleichtern.

Mehr Arbeiter: Der Ford Ranger bietet praktische Details, die dem Amarok fehlen. Zum Beispiel einen Anhänger-Assistenten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Für Profi-Gespannfahrer bietet vor allem der ausschließlich für den Ford erhältliche Trailer Assist einen Vorteil, der etwa aus einer Reihe geparkter Anhänger selbsttätig denjenigen ansteuert, der zuvor per Antippen auf dem Bildschirm ausgewählt wurde.
Wertung
Modell | Ford Ranger 3.0L Ecoblue | VW Amarok 3.0 TDI 4Motion |
|---|---|---|
Bedienbarkeit | Klimabedienung besser, Geländetechnik-Bedienung umständlicher. Kleinerer Bildschirm als im etwa preisgleichen Amarok. | Sperrenbedienung dank separater Taste schneller. Klimabedienung umständlicher, Audio-Lautstärke hingegen besser zu regeln. |
3/5 Punkten | 3,5/5 Punkten | |
Praktikabilität | Hier wurde an Praktiker gedacht: Steckdosen, Spannungswandler, kleine Zusatztrittbretter, Löcher für Schraubzwingen – top! | Viele Abdeckungen erhältlich und verschiebbare Ladeösen (339 Euro, teurer als bei Ford). Aber viel weniger Praktiker-Details. |
4,5/5 Punkten | 3/5 Punkten | |
Qualitätseindruck | Mehr Hartplastik im Interieur als beim Amarok, allerdings handfest zusammengefügt und über dem Pick-up-Durchschnitt. | Pkw-ähnliche Materialwahl mit Soft-Oberflächen wie in anderen VW auch, edle Metallknöpfe – schon ein Lifestyle-Pick-up. |
3,5/5 Punkten | 4/5 Punkten | |
Geländeausstattung | Allrad und Untersetzung sind ebenso Serie beim Wildtrak wie Hinterachssperre und Motor- und Tankschutz. | Allrad, Untersetzung und Sperre hinten sind Serie, Unterfahrschutz für Verteilergetriebe (Stahl) und Tank (Kunststoff) kostet 214 Euro. |
4/5 Punkten | 3,5/5 Punkten | |
Ausstattung/Kosten | Teurer, aber Leder ist drin. E-Rollcover (2677 Euro) und Hardtop (3511 Euro) kosten mehr, Standheizung (1688 Euro) ist billiger. | Laderaumbeschichtung ist Serie (Ford: 179 Euro). Zubehör oft preiswerter; Ausnahmen: Bügel, Standheizung, Verschiebeösen. |
3/5 Punkten | 3,5/5 Punkten | |
AUTO BILD-Testnote | 3+ | 3+ |
Der vielleicht ideale Pick-up wäre ein "Amaranger": vom Amarok Interieurmaterial, Ausstattung, Zentralschirm und Geländetechnik-Bedienung, vom Ranger Trailer-Assistent, Klimabedienung und die vielen praktischen Details.
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