Fahrbericht Ford Ranger Raptor

Ford Ranger Raptor: Fahrbericht zum Diesel

Ford Ranger Raptor mit kleinem Diesel

Ford krönt die Ranger-Baureihe mit einer scharfen Raptor-Version. Aber passt ein 213-PS-Diesel mit vier Zylindern zum Topmodell? Fahrbericht!
Der Ford Ranger ist einer der meistverkauften Mittelklasse-Pick-ups weltweit und mit mehr als 51.000 verkauften Fahrzeugen Marktführer in Europa. Zum Frühling 2019 gibt es eine Modellpflege, die Ford zum Anlass nimmt, seinen Ranger mit einem neuen Topmodell zu krönen. Während das nachgeschärfte Blechkleid Sportlichkeit verströmt, geht es unter der Haube vergleichsweise bescheiden zu: Ein zwei Liter großer Vierzylinder-Diesel versorgt den Ranger Raptor mit gerade einmal 213 PS und 500 Nm Drehmoment – direkte Konkurrenten wie die Mercedes X-Klasse oder der VW Amarok bieten deutlich mehr.

Als Topmodell könnte der Ranger Raptor mehr Dampf haben

Bei der Optik hat Ford nachgewürzt, in Sachen Motor dürfte es beim Raptor aber ruhig etwas mehr sein.

Optisch unterscheidet sich der Raptor von der Standardversion durch neu gestaltete Stoßfänger, Aluminium-Trittbretter, ausgestellte Radhäuser und einen mächtigen Kühlergrill, der vom F-150 Raptor inspiriert wurde. Verglichen mit dem Standard-Modell ist der Top-Ranger 16,8 cm breiter, 5,2 cm höher und 4,4 cm länger (5,40 m), hat 30 Prozent mehr Bodenfreiheit (nunmehr 28 cm) und größere Böschungs- und Rampenwinkel (32 bzw. 24 Grad), die im Gelände mehr als bisher möglich machen. Zusätzlich wurden weitere Änderungen am Chassis vorgenommen, um den Pick-up für den härteren Einsatz im Gelände fit zu machen. Spezielle Stoßdämpfer sorgen zusammen mit Aluminium-Querlenkern für höhere Geschwindigkeiten auf schlechtem Terrain. Die Tatsache, dass die Hinterachse beim Raptor Schraubenfedern hat, trägt spürbar zur Erhöhung des Gesamtkomforts bei.

Beim verschärften Geländeritt ist der Ford in seinem Element

Dank spezieller Dämpfer aus dem Motorsport fühlt sich der Raptor auch im Gelände sehr dynamisch an.

Die spezielle Dämpfung des Raptors kommt aus der Motorsportwelt. "Je schneller Sie über Schotter, Unebenheiten oder Sanddünen fahren, desto besser fährt das Auto", versichert Damien Ross, Chefentwickler des Raptor. Und er hat recht: Der Offroad-Track scheint geradezu abgeflacht zu sein, wenn man richtig Gas gibt – und der Raptor zeigt im Spurt eine beeindruckende Kombination aus Dämpfungskraft, Komfort und Steifheit. "Die Stoßdämpfer sind ein hervorragendes Stück Technik, die von Fox stammen, einem Motorsportanbieter, der in Rennen wie der mexikanischen Baja California erfahren und sehr erfolgreich ist", legt Ross nach. Im harten Gelände oder in den marokkanischen Dünen zeigt der Ranger-Raptor sein ganzes Können. Dabei hat der Fahrer die Möglichkeit, zwischen sechs verschiedenen Fahrmodi zu wählen. Dezent im Hintergrund und sauber abgestimmt: die neue Zehngang-Automatik, die immer den richtigen Gang trifft und auch mittels Schaltpaddel manuell zu bedienen ist.
Hat der Raptor jenseits der 1750/min seine kleine Anfahrschwäche überwunden, geht er überaus bullig, aber nicht gewaltig zur Sache. Das Soundsystem spielt dazu einen wummernden Bass ein, sodass der Vierzylinder akustisch unterstützt wird. "Wir nutzen das, um die Lücken zu füllen, wenn der Diesel nicht so sexy klingt, wie es auf einem bösen Esel sein soll", sagt Chefingenieur Damien Ross.

An der Kasse gibt sich der Raptor ganz unbescheiden

Für den Ford Ranger Raptor werden mindestens 66.770 Euro fällig – edles Ambiente gibt es dafür nicht.

Bei einem Fahrzeug, das locker drei Tonnen auf die Waage bringt und bis zu 170 km/h schnell ist, kommt der Bremsanlage eine elementare Bedeutung zu. So gibt es im Vergleich zu den schwächeren Ranger-Modellen breitere Kolben, größere Bremssättel und entsprechende Scheiben vorne und hinten. Im Innenraum geht es bei der Topversion betont praktisch und trotz des üppigen Preises von mindestens 66.770 Euro wenig edel zu. Auch die Lederbezüge überspielen nicht, dass es sich um ein Nutzfahrzeug handelt, das ein gutes Platzangebot und immerhin Klimaautomatik, Navigationssystem, elektrisch verstellbare Sitze sowie ein Laderaumrollo an Bord hat.

Fahrbericht Ford Ranger Raptor

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Autor: Joaquim Oliveira

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