Nach Punkten steht es vor dem Finale Furioso der Formel 1 in Abu Dhabi 369,5:369,5 - nach dem Freitag auf Yas Island 1:1 zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton. Nachdem der Red-Bull-Pilot in der Auftaktsession zur Mittagszeit die Nase noch vorne hat, entscheidet Hamilton das wichtigere, weil unter den gleichen Bedingungen wie Qualifying und Rennen abgehaltene, zweite Training in der Dämmerung aber deutlich für sich.
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Ganze 0,641 Sekunden Rückstand brummt Hamilton seinem WM-Widersacher auf. Der in mehreren Passagen modifizierte und dadurch im Schnitt deutlich schnellere Yas Marina Circuit, scheint dem Mercedes mehr entgegenzukommen als Vorjahressieger Red Bull. Über anderthalb Zehntel nimmt Hamilton Verstappen auf seinem schnellsten Run in den ersten beiden Sektoren ab, im dritten Streckenabschnitt sind es dann sogar fast drei Zehntel.
Unter Druck: Max Verstappen fährt im Training hinterher
Bild: Red Bull Content Pool
Was Red Bull noch mehr schockt: Weil die ersten Versuche des Briten nicht sitzen, dreht Hamilton seine Bestzeit auf bereits sechs Runden alten Soft-Reifen. Und auch die starken Alpine bereiten Verstappen und Co. Kopfzerbrechen: Noch vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, landet Esteban Ocon auf Rang zwei. Verstappen wird nur Vierter und profitiert sogar davon, dass Fernando Alonso wegen Überschreiten der Streckenlimits die schnellste Runde gestrichen wird.
Bei Mercedes ist die Laune entsprechend euphorisch: "Das war ein guter Tag. Ich mag die Änderungen am Kurs, sie machen die Strecke besser und sorgen für einen schönen Fluss", sagt Hamilton. Mit Blick auf die Performance erklärt er: "Für die zweite Session haben wir ein paar Änderungen vorgenommen, das hat sich gut ausgewirkt. Wir haben beim Setup positive Schritte gemacht. Ich denke, es wird wieder eng, wie bei den letzten Rennen, aber ich fühle mich großartig."
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Etwas gedrückter ist die Stimmung bei Red Bull: "Es wird eine lange Nacht. Wir müssen die Balance auf dem Shortrun bereinigen und mehr Pace finden. Sie sehen sehr stark aus", erklärt Teamchef Christian Horner, dem nach dem Freitag bereits das nächste Unheil in Bezug auf Mercedes schwant: "Ihr Motor wird ihnen morgen noch mehr Performance geben, wir müssen unsere Zeit also irgendwie anders holen, um uns so weit vorne wie möglich zu qualifizieren. Die Form ist jetzt ganz klar bei Lewis und Mercedes, aber wir haben noch diese eine Chance."
Auch Verstappen räumt nach den ersten Eindrücken ein: "Wir sind noch am Lernen, aber der Shortrun lief natürlich nicht nach Plan, da fehlt uns etwas Pace." Immerhin stellt der Holländer fest: "Die Longruns waren etwas besser und das ist ja auch wichtig." Nach jeweils fünf Runden auf ihren Reifensätzen liegt Verstappen mit durchschnittlichen Zeiten von 1:28,1 zwar eine Sekunde vor Hamilton - der Mercedes-Pilot hat dabei allerdings die langsameren Mediums aufgezogen, Verstappen die weichen Gummis.
Kimi Räikkönen zerlegt den Alfa mit dem Abschiedsgruß
Bild: F1/Twitter
Für eine rote Flagge sorgt am Freitag mit Ablauf der Uhr am Sessionende Kimi Räikkönen. Der Finne, der am Sonntag in Abu Dhabi seinen 349. und letzten Grand Prix bestreitet, crasht ausgangs der Hotel-Passage und zerlegt seinen Alfa-Romeo: "Ich habe das Heck verloren", funkt Räikkönen nach dem Einschlag an sein Team, welches ihm (in Anlehnung an seinen berühmtesten Funkspruch) mit den Worten "Lieber Kimi, wir lassen dich jetzt alleine", einen Abschiedsgruß aufs Auto geklebt hat.
Räikkönens Ex-Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel beendet den Freitag auf Yas Island im Aston Martin auf der 14. Position, einen Platz vor Stallgefährte Lance Stroll. Mick Schumacher wird 19. und Vorletzter, eine halbe Sekunde vor seinem Haas-Teamkollegen Nikita Mazepin.

Formel 1 Grand Prix von Abu Dhabi
2. Freies Training:

1. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes 1:23,691 Min.
2. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,343 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) – Mercedes +0,392
4. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,641
5. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,709
6. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +0,804
7. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +0,841
8. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,866
9. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +1,153
10. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +1,249
11. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,268
12. Antonio Giovinazzi (Italien) – Alfa Romeo +1,417
13. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,462
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1,504
15. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,694
16. Kimi Räikkönen (Finnland) – Alfa Romeo +1,749
17. George Russell (Großbritannien) – Williams +1,858
18. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +1,996
19. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +2,093
20. Nikita Mazepin (Russland) – Haas +2,645

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