Formel 1: Die besten Bilder aus Brasilien 2019

Formel 1: Ferrari crashen, Hamilton bestraft

Verstappen gewinnt Brasilien-Thriller

Max Verstappen gewinnt verrückten Brasilien GP vor Pierre Gasly und Carlos Sainz! Beide Ferrari out nach Crash zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc!
Was für ein Thriller zur Primetime am Sonntagabend (deutscher Zeit)! Max Verstappen gewinnt einen vor allem in der Schlussphase chaotischen Brasilien GP. Trotz Pole und starkem Start muss der Red-Bull-Star im Rennen wegen der Strategie und des Safety-Cars zweimal Lewis Hamilton überholen - mit zwei tollen Manövern im Senna-S schnappt sich der Holländer am Ende den Sieg.
Verschiebungen durch Strafen: Das endgültige Rennergebnis
Mega-Zoff dahinter: Die Ferrari-Stars Sebastian Vettel und Charles Leclerc kollidieren in der Schlussphase, scheiden beide aus! "Mein Gott! Muss das sein? So ein Bockmist aber auch!", ärgert sich Vettel direkt nach der Kollision am Funk in deutscher Sprache.
Alles zum Ferrari-Crash: Das sagen Vettel, Leclerc und Binotto

Ärger gibt es auch um Weltmeister Hamilton, der in der vorletzten Runde den zu diesem Zeitpunkt Zweitplatzierten Alex Albon im zweiten Red Bull umdreht. Davon profitiert ausgerechnet Albons Vorgänger bei Red Bull, Pierre Gasly, der im Toro Rosso sensationell Zweiter wird und Hamilton im Fotofinish auf Rang drei verweist.
Gasly aus dem Häuschen: "Bester Tag meines Lebens!"

Hamilton räumt Albon ab: Sainz erbt später Rang drei

Diesen darf Hamilton aber nicht behalten: Wegen der Aktion gegen Albon kriegt Hamilton eine Stunde nach dem Rennen fünf Strafsekunden von den Stewards aufgebrummt. Platz drei erbt damit Carlos Sainz im McLaren, der wie Gasly sein erstes Top-3-Ergebnis in der Königsklasse feiern darf und McLarens erstes Podium seit dem Australien GP 2014. Hamilton fällt durch die Entscheidung indes auf Rang sieben zurück.
McLaren-Sause in Sao Paulo: Sainz feiert erstes Podium
Kurios: Auch gegen Sainz und fünf andere Fahrer läuft nach dem Rennen noch eine Untersuchung der Regelhüter wegen des unerlaubten Einsatzes von DRS hinter dem Safety-Car, am Ende bleibt diese aber ohne Folgen. Eine nachträgliche Fünf-Sekunden-Strafe erhält dafür der Deutsche Nico Hülkenberg, für ein Überholmanöver vor der Safety-Car-Linie beim Restart. Er wird deshalb 15. statt Elfter.
Der aktuelle WM-Stand vor dem Finale: Hier im Überblick
Sieger Verstappen feiert unterdessen: "Wir haben als Team heute einen super Job gemacht mit der Strategie und den Stopps. Weil Lewis immer vor uns gestoppt hat, mussten wir die ganze Zeit pushen." Entscheidend für Verstappen: "Dass ich Lewis nach dem ersten Stopp gleich wieder zurücküberholen konnte." Und in der Schlussphase: "Dass wir nochmal auf die roten Reifen gewechselt sind, das hat uns das Rennen gerettet und die Chance gegeben Lewis in Kurve eins wieder zu attackieren."

Das verrückte Rennen - hier nochmal nachlesen:

So lief der Grand Prix: Verstappen münzt seine Pole am Start in die Führung um. Dahinter überholt Hamilton im Senna-S Vettel. Valtteri Bottas und Albon behalten ihre Positionen, weiter hinten liefert sich Leclerc einen schönen Dreikampf mit Lando Norris und Daniel Ricciardo, aus dem der Ferrari-Star als Sieger hervorgeht.
An der Spitze setzt sich Verstappen in den ersten fünf Runden bis zu 2,5 Sekunden von Hamilton ab, dann pendelt sich der Abstand ein. Leclerc pflügt unterdessen durchs Feld: nach fünf Runden ist er schon wieder Achter, nach sieben Siebter.
In Runde acht knallt es zwischen Ricciardo und Kevin Magnussen. Der Renault-Pilot dreht den Dänen um, beide können weiterfahren. Magnussen flucht am Funk: "Idiot!" Ricciardo muss an der Box den Frontflügel wechseln und zieht frische Reifen auf. Die Stewards brummen dem Australier aber eine Zeitstrafe von fünf Sekunden für die Kollision auf.
In Runde zehn ist Leclerc nach Manöver gegen Gasly wieder in den Top-6 angekommen, auf die Spitze hat er aber 15 Sekunden Rückstand. Die Ferrari-Box funkt unterdessen Vettel an, der fünf Sekunden hinter Verstappen und drei hinter Hamilton liegt: "Plan A, plus zwei (Runden; d. Red.)". Anschließend nimmt Vettel etwas Pace raus, sein Rückstand auf Hamilton verdoppelt sich in den folgenden Runden.
Verstappen meldet leichte Probleme mit seinen Reifen. Hamilton funkt: "Verpasst diese Gelegenheit nicht!", und biegt in Runde 20 zum Boxenstopp ab, zieht wieder weiche Reifen auf. Verstappen reagiert sofort, stoppt eine Runde später, kann Mercedes' Undercut aber nicht abwehren - weil ihm bei der Boxenausfahrt Williams-Pilot Robert Kubica im Weg steht, schlüpft Hamilton auf der Strecke durch.
Verstappen schimpft am Funk über Kubica, der später eine Fünf-Sekunden-Strafe für das Unsafe-Release kriegt: "Was zum Teufel haben sie da gemacht?" Rausbringen lässt sich der Holländer von seiner Wut aber nicht - ganz im Gegenteil: nach nicht mal einer Runde schlägt er im Senna-S zurück und überholt Hamilton auf der Strecke.
Danach ziehen beide an Albon vorbei, der noch nicht gestoppt hat. Auch Vettel war noch nicht an der Box, holt das aber in Runde 26 nach und sortiert sich auf Medium-Reifen hinter Verstappen, Hamilton und Leclerc ein. Eine Runde nach Vettel wechselt auch Bottas auf harte Reifen, wenig später macht Leclerc es dem Finnen nach.

Unglaublich: Vettel und Leclerc crashen!

Hamilton zweifelt unterdessen an Mercedes' Strategie: "Es ist hart da mitzuhalten. Ich glaube, wir sind auf den falschen Reifen, Medium wäre besser gewesen", funkt er. Anschließend schläft das bis dahin unterhaltsame Rennen ein bisschen ein. An der Spitze pendelt sich Hamiltons Rückstand auf Verstappen wie schon früh im Rennen bei 2,5 Sekunden ein.
In Runde 43 funkt Hamilton: "Worauf wartet ihr noch? Näher komme ich nicht ran!" Am Ende der Runde erfüllt Mercedes Hamilton seinen Wunsch und holt ihn zum Reifenwechsel. Verstappen reagiert wieder umgehend, stoppt ebenfalls und diesmal kann er Mercedes' Undercut abwehren, bleibt vorm Briten.
Auf Medium-Reifen macht sich das Duo anschließend an die Verfolgung von Vettel, der sechs Sekunden vorne liegt. Bevor der Deutsche aber eingeholt wird, stoppt er in Runde 49 selbst.
In Runde 52 nimmt das Rennen eine neue Wendung: Rauchzeichen aus dem Heck von Bottas' Silberpfeil. Der Finne hängt als Fünfter rundenlang hinter Leclerc fest, kommt nicht vorbei: zu viel für den Mercedes-Motor, der den Geist aufgibt und Bottas zwingt, den Wagen am Streckenrand abzustellen - die Rennleitung bringt deswegen das Safety-Car auf die Strecke!
Red Bull holt den Führenden Verstappen zum Stopp rein, zieht frische weiche Reifen auf. Hamilton bleibt draußen und übernimmt die Führung. Auch Leclerc stoppt. Beim Restart in Runde 60 schnappt sich Verstappen in Kurve eins auf frischen Reifen sofort wieder Hamilton. Dahinter schlüpft Albon an Vettel vorbei. Runde 64: Vettel versucht sich den Platz von Albon zurückzuholen, der Thailänder wehrt ihn aber ab.
In Runde 66 gerät Vettel selbst unter Druck: Teamkollege Leclerc überholt den Deutschen auf frischeren Reifen, bei Vettels Konter kommt es zur roten Katastrophe! Nach Berührung auf der Geraden scheiden beide Ferrari aus: Leclerc mit Schaden vorne rechts, Vettel mit Schaden hinten links.
Die Kollision sorgt für das nächste Safety-Car: Diesmal holt Mercedes Hamilton zum Stopp. Dadurch überholen Albon und Gasly den Briten, der am Restart Vierter ist. Als das Rennen freigegeben wird, schnappt sich Hamilton sofort Gasly. Beim Versuch auch Albon zu überholen, dreht er den Red-Bull-Piloten um, der ans Ende des Feldes zurückfällt.
Hamilton büßt durch die Kollision ebenfalls eine Position gegen Gasly ein. Verstappen sieht nach 71 chaotischen Runden als Erster die Zielflagge. Dahinter jagt Hamilton den Toro-Rosso-Piloten den Berg hoch, kommt aber knapp nicht an Gasly vorbei: der Franzose darf als Zweiter erstmals mit aufs Podium!

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: Picture-Alliance / F1 TV

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