Formel 1: Force India gerettet

Stroll-Papa kauft Pleiten-Team

Force India ist gerettet. Lawrence Stroll hat sich zusammen mit Geschäftspartnern den insolventen Rennstall gekauft. Was kommt jetzt?
Wie AUTO BILD MOTORSPORT bereits ankündigte, ist Lawrence Stroll jetzt der neue Besitzer des Force-India-Rennstalls. Damit ist das Team, das vor rund zwei Wochen in die Insolvenz schlitterte, gerettet und das Formel-1-Feld dürfte bei zehn Teams und 20 Autos bleiben. Stroll hat sich die Mannschaft zusammen mit Geschäftspartnern unter den Nagel gerissen.
Mit zu dem Konsortium gehören: Silas Chou aus Hong Kong, mit dem Stroll die Modemarke Tommy Hilfiger führt, André Desmarais, Jonathan Dudman von Monaco Sports and Management, der Modetycoon John Idol, John McCaw jr. aus der Telekommunikationssparte, der schon Hockey- und Baseballmannschaften in Vancouver besaß sowie Michael de Picciotto aus der Finanzbranche.
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Die neuen Besitzer begleichen die 31 Millionen Euro umfassenden offenen Rechnungen der Gläubiger und sichern die 405 Arbeitsplätze in Silverstone. Der neue Teamdirektor Otmar Szafnauer erklärt: „Diese Übereinkunft sichert die Zukunft von Force India in der Formel 1 und erlaubt dem Team unser volles Potenzial auszuschöpfen.“

Lawrence Stroll hat Force India aus der Patsche geholfen

Lawrence Strolls Vermögen wurde 2016 vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf vier Milliarden Dollar geschätzt (Rang 722 der Reichenliste). Sein Sohn Lance Stroll fährt seit zwei Jahren bei Williams in der Formel 1. Der Traditionsrennstall ist inzwischen aber Schlusslicht in der Königsklasse, Stroll senior ergreift daher die Chance Force India, um seinem Sprössling ein besseres Cockpit zu sichern.
Noch ist Lance Stroll als Fahrer nicht offiziell bestätigt worden. Und auch weitere Details der Übernahme stehen noch aus. So fehlt die Zustimmung von Renault, McLaren und Williams zur Namensänderung des Teams. Klar ist: Die Ära des indischen Unternehmers Vijay Mallya ist vorbei. Der neue operative, starke Mann im Rennstall ist Szafnauer. Der Rumäne fuhr 1991 selbst Formel-Ford-Rennen und kam 1998 mit BAR in die Formel 1. Nach den Stationen Jaguar und Honda arbeitet er seit 2009 bei Force India.
Basis des Rennstalls ist das Jordan-Team, das 1991 in die Formel 1 kam und für das unter anderem Michael und Ralf Schumacher ihr GP-Debüt gaben. Jordan GP wurde 2006 von Midland übernommen. Noch im gleichen Jahr wechselte erneut der Besitzer und das Team firmierte unter dem Namen Spyker F1. Im Laufe der Saison 2007 übernahmen Vijay Mallya und seine Teilhaber Subrata Roy und Michiel Mol die Mannschaft und tauften sie in Force India um. Von null Punkten und Rang zehn in der Konstrukteurswertung 2008 verbesserte sich das Team Jahr für Jahr. 2016 und 2017 war Force India als Vierter bester Verfolger-Rennstall der Topteams. Das Highlight sind sechs Podestplätze, fünf davon durch Sergio Pérez, einer durch Giancarlo Fisichella.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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