Nach seinem Sieg beim GP Österreich holt Charles Leclerc auch in Frankreich die Pole-Position. Dabei profitiert der Ferrari-Star vom starken Teamwork mit seinem Kollegen Carlos Sainz. Der Spanier muss am Sonntag nach einem Wechsel der Antriebseinheit sowieso von ganz hinten starten – also gibt er dem Monegassen im Qualifying zum Rennen in Le Castellet gleich zweimal den so wertvollen Windschatten.
Ergebnis: Leclercs siebte Pole-Position des Jahres und die 16. seiner Karriere. „Danke an Carlos, das war super Teamarbeit“, freut sich der Monegasse. „Ohne ihn wäre es heute wesentlich knapper gewesen.“
Red Bull-Weltmeister Max Verstappen startet mit 0,3 Sekunden Rückstand von Platz zwei vor seinem Teamkollegen Sergio Perez. „Das Qualifying ist nicht unsere Stärke“, räumt Verstappen ein. „Trotzdem haben wir ein gutes Rennauto und sind gut auf den Geraden. Das sollten wir nutzen können.“
Charles Leclerc war in der Qualifikation nicht zu schlagen.

Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko räumt ein: „Ferrari hat ein geschicktes Windschattenspiel organisiert. Das hat eineinhalb, zwei Zehntel gebracht. Wir setzen auf unsere Race Pace. Es wird ein hartes und gutes Match für die Zuschauer werden.“
Mercedes schafft es mit seinem Update und Lewis Hamilton auf Platz vier vor McLaren-Pilot Lando Norris. Auf Rang sechs folgt der zweite Silberpfeil von George Russell vor Fernando Alonso (Alpine) und Yuki Tsunoda (AlphaTauri).
„Wir haben uns einigermaßen in die Spur gebracht“, sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff, ist aber dennoch nicht zufrieden. „Unser Abstand auf die Spitze ist zu groß. Verstappen ist sechs Zehntel vorne und das darf es nicht geben mit einem Update. Jetzt ist der Moment da, wo man sagen muss: Das Paket funktioniert nicht so, wie wir wollen.“
Sebastian Vettel scheidet im zweiten Teil des Qualifyings auf Platz 14 aus. Auch Ricciardo, Ocon, Bottas und Albon schaffen es nicht in Q3.
Mick Schumachers schnellste Runde wurde wegen überschreitung der Streckenbegrenzung gestrichen.

Mick Schumacher kann seinen Lauf nach zwei Punkteplatzierungen in Folge in Frankreich nicht fortsetzen. Er verpasst den Einzug in die zweite Qualifying-Runde, weil ihm seine schnellste Runde gestrichen wird. Grund: Schumi junior hat in Kurve drei abgekürzt. Er landet vor Nicholas Latifi auf Rang 19 und versteht die Welt nicht mehr.
Nico Rosberg nimmt den Haas-Piloten bei Sky in Schutz: „Ich glaube, Mick war gar nicht bewusst, dass man innen auch auf die Tracklimits achten muss. Deshalb war er am Funk auch so überrascht.“ Die Bilder beweisen: Der Deutsche war ganz knapp mit allen vier Rädern neben der Bahn.
Starke Zeiten dagegen von seinem Teamkollegen Kevin Magnussen: Der Däne schafft es bis in den dritten Qualifying-Abschnitt, muss nach einem Wechsel seines Antriebs wie Carlos Sainz aber von ganz hinten starten.

Grand Prix von Frankreich
Qualifying

1. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari 1:30,872 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,304 Sek.
3. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,463
4. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,893
5. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +1,160
6. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +1,259
7. Fernando Alonso (Spanien) - Alpine +1,680
8. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri +1,908
9. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 1:32,297
10. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:32,756
11. Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren 1:32,922
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:33,048
13. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo 1:33,052
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) - Aston Martin 1:33,276
15. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:33,307
16. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri 1:33,439
17. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:33,439
18. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo 1:33,674
19. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas 1:33,701
20. Nicholas Latifi (Kanada) - Williams 1:33,794

Von

Bianca Garloff