Formel 1: Die besten Bilder vom Frankreich GP

Formel 1: Frankreich-Sieg für Hamilton

Vettel nach Startcrash Fünfter

Lewis Hamilton gewinnt den Frankreich GP vor Max Verstappen und Kimi Räikkönen. Sebastian Vettel wird nach Startkollision mit Valtteri Bottas Fünfter.
Sein 65. Grand-Prix-Sieg, der erste in Frankreich, ist einer der leichteren Sorte für Lewis Hamilton: Der Brite feiert bei der F1-Rückkehr nach Le Castellet einen ungefährdeten Triumph vor Max Verstappen und Kimi Räikkönen, gerät an der Spitze nie wirklich unter Druck. Das liegt vor allem daran, dass seine beiden schärfsten Verfolger, Sebastian Vettel und Valtteri Bottas, nach einer Kollision schon in Kurve eins von der Strecke kreiseln.

Vettel wird am Start von den Mercedes eingeklemmt

"Ein schöner Sonntag für Großbritannien", lacht Hamilton in Anspielung auf den 6:1-Erfolg der Engländer gegen Panama bei der Fußball-WM in Russland. Zu seinem eigenen Erfolg sagt der Mercedes-Pilot: "Es ist ein großartiger Tag, das Rennen hat viel Spaß gemacht. Der beste Frankreich GP, den ich bisher hatte." Mit seinem Triumph übernimmt Hamilton auch wieder die Führung in der WM, 14 Punkte vor Vettel, der nach seinem Unfall eine Aufholjagd zeigt und immerhin noch Fünfter wird.
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So lief das Rennen: Während Hamilton am Start von der Pole in Führung geht, verbremst sich dahinter Vettel in Kurve eins und kollidiert mit Bottas. Der Finne schleicht mit einem Reifenschaden hinten links zurück an die Box, genauso wie Vettel, der sich bei der Aktion den Frontflügel beschädigt und von der Rennleitung fünf Strafsekunden für das Verursachen des Unfalls aufgebrummt bekommt.
Auch in Kurve drei knallt es: Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly dreht sich in den Force India von Landsmann Esteban Ocon. Ausgerechnet beim Heimspiel sind die beiden französischen Youngster schon nach wenigen Metern aus dem Rennen. Das Safety-Car kommt auf die Strecke und biegt erst nach den Aufräumarbeiten am Ende von Runde fünf wieder ab.

Top-3 am Podium: Verstappen, Hamilton, Räikkönen

Anschließend beginnt Vettel, der den frühen Stopp zum Wechsel auf weiche Reifen genutzt hat, seine Aufholjagd: In Runde elf schnappt sich Vettel den Renault von Nico Hülkenberg und ist schon wieder drin in den Top-10. In Runde 20 liegt Vettel sogar schon wieder auf Rang fünf.
An der Spitze gibt unterdessen Hamilton Gas, spult mehrere schnellste Runden ab und fährt sieben Sekunden Vorsprung raus. Verfolger Verstappen biegt dann in Runde 26 als erster Fahrer aus der Spitzengruppe in die Box ab, kommt knapp vor Vettel wieder raus. Zwei Runden später ist auch Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo beim Reifenwechsel, muss sich aber hinter Vettel einreihen.

Schlussattacke: Räikkönen geht an Ricciardo vorbei

Hamilton stoppt als Führender in Runde 33, wechselt zwanzig Runden vor Schluss auf weiche Reifen. Ricciardo schnappt sich mit seinen frischen Reifen unterdessen Vettel. Auch Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari fällt beim Boxenstopp kurzzeitig hinter Vettel zurück, kann den Deutschen aber schnell wieder überholen und macht dann Jagd auf die Red Bulls. Zumindest Ricciardo fängt Räikkönen in Runde 47 noch ab und sichert sich damit den letzten Platz auf dem Podium hinter Hamilton und Verstappen.
Vettel wird unterdessen durch einen zweiten Reifenwechsel von Bottas hinter ihm ebenfalls zum Reagieren gezwungen: An der Box holt Vettel sich frische Reifen, um sich gegen den Finnen abzusichern. Hektisch wird es noch einmal ganz zum Schluss: Williams-Pilot Lance Stroll fliegt vier Runden vor dem Ende mit einem Reifenschaden ab und sorgt für eine virtuelle Safety-Car-Phase. Als diese wieder endet, fällt auch schon die Zielflagge beim Comeback des Frankreich GP.

So lief das Qualifying:

Jubel bei Mercedes: Nach der souveränen Doppel-Pole für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas beim Formel-1-Comeback in Frankreich klatscht an der Silberpfeil-Box Daimler-Boss Dr. Dieter Zetsche mit Mercedes-Sportchef Toto Wolff und F1-Aufsichtsrat Niki Lauda ab. Kopfschütteln indes am Ferrari-Kommandostand bei Scuderia-Teamchef Maurizio Arrivabene. Gegen Mercedes' Motor-Upgrade und Pirellis Mercedes-Reifen ist im Qualifying kein Kraut gewachsen.
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Nicht zu schlagen: Mercedes ist im Quali zu schnell

"Wir sind wieder in der Spur", jubelt Lauda. Mercedes setzt in Frankreich erstmals die Spec-2-Version des Aggegats ein. "Ein Rennen zu spät, aber immerhin hat es jetzt geklappt", sagt der Österreicher mit Blick auf die Verschiebung des Upgrades vor zwei Wochen in Montreal. Experten gehen von einem Vorteil von mindestens zehn PS und umgerechnet zwei Zehntelsekunden pro Runde im Vergleich zur alten Version aus. Hamiltons Vorsprung auf den Drittplatzierten Vettel beträgt am Samstag dann sogar 0,371 Sekunden.
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"Das ist eine schöne Belohnung für die harte Arbeit von meinen Jungs und dem Team", freut sich Hamilton, der Rekord-Pole Nummer 75 feiert, seine erste in Frankreich. Bei seinem letzten Versuch in Q3 muss sich der Weltmeister strecken, um seinen knapp in Führung liegenden Teamkollegen Bottas noch abzufangen. Am Ende trennt etwas mehr als ein Zehntel die beiden Silberpfeile. Die Mercedes profitieren dabei offenbar auch von der neuen Version der Pirelli-Reifen mit 0,4 Millimetern weniger Gummi auf der Lauffläche. Auf den Sicherheitsreifen fuhr Hamilton schon in Barcelona zum Sieg.

Auf Abwegen: Vettel fährt in Kurve sechs zu weit raus

Bottas ist entsprechend zufrieden: "Das Auto fühlt sich richtig gut an mit dem neuen Motor, er ist frisch und stark. Das Team hat da einen tollen Job gemacht."
Das Wetter sorgt auch im Qualifying für Spannung, vor allem zu Beginn von Q2 und Q3 fallen vereinzelt Tropfen - letzlich aber nicht genug, um den Fahrern wirklich Probleme zu bereiten.
Eine rote Flagge gibt es trotzdem: Sieben Minuten vor dem Ende des Qualifyings schmeißt Romain Grosjean im Top-10-Shootout seinen Haas in Kurve drei weg, vermasselt damit auch seinem hinterherfahrenden Teamkollegen Kevin Magnussen die Runde. Ausgerechnet beim Heimspiel der nächste Patzer des Franzosen, der bis dato eine Seuchensaison erlebt.
Spott gibt es von Nico Hülkenberg: "Jetzt stehen sich die Haas schon in Q3 gegenseitig im Weg und ich kann nicht davon profitieren", lacht der Deutsche. Als Zwölfter ist Hülkenberg beim Heimrennen von Renault  im finalen Quali-Abschnitt bereits zum Zuschauen verdammt: "Mit meiner Runde bin ich trotzdem ganz happy. Ich habe dieses Wochenende nie so die Harmonie und das Vertrauen mit dem Auto gefunden wie sonst. Im Mittelfeld geht es so eng zu, dass das schon reicht, um hinten zu stehen."
Großen Jubel gibt es bei Sauber: Charles Leclerc beweist als sensationeller Achter, warum er mit der Nachfolge von Kimi Räikkönen (nur Platz sechs, hinter den Red Bulls von Max Verstappen und Daniel Ricciardo) bei Ferrari in Verbindung gebracht wird. Frust indes am Ende des Feldes: beide McLaren scheiden schon in Q1 aus - nur sechs Tage nach seinem Le-Mans-Sieg muss sich F1-Superstar Fernando Alonso mit dem enttäuschenden 16. Startrang begnügen.

So lief das Abschlusstraining:

Auch im dritten Training zum Frankreich GP hat ein Mercedes-Pilot die Bestzeit erzielt. Nach zweimal Lewis Hamilton am Freitag, ist am Samstagmittag Valtteri Bottas vorne. Der Finne hat für seine schnellste Runde jedoch nur drei Runden Zeit - nach trockenem Beginn setzt schon früh in der Session Regen ein. Die Zeiten sind daher wenig repräsentativ, hinter Bottas reihen sich Carlos Sainz (Renault) und Charles Leclerc (Sauber) ein.
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Als der Regen stärker wird, herrscht auf der Strecke lange Stillstand. Renault-Pilot Nico Hülkenberg erklärt: "So wie der Wetterbericht gerade aussieht, kann es gut sein, dass es auch später und sogar morgen im Rennen nass ist. Wir haben aber nicht so viele Reifen, nur drei Sets Regenreifen und vier Sets Intermediates. Ich denke, deswegen fährt im Moment keiner. Zumal man die Reifen auf dieser Strecke hier sehr schnell aufarbeiten kann."
Sechs mutige Piloten wagen sich in den Schlussminuten dann doch noch auf die Piste, um die feuchten Bedingungen fürs Qualifying zu üben: Leclerc, Fernando Alonso, die beiden Williams von Lance Stroll und Sergej Sirotkin sowie die Toro Rossos von Pierre Gasly und Brendon Hartley. An Zeitverbesserungen ist bei den schwierigen Bedingungen aber nicht mehr zu denken.

So lief der Freitag:

Mercedes-Star Lewis Hamilton geht nach zwei Bestzeiten im Training zum Frankreich GP als Favorit ins Wochenende: Mit einer Zeit von 1:32.539 Minuten und sieben Zehnteln Vorsprung, deklassiert der Brite die Konkurrenz am späten Freitagnachmittag in Le Castellet regelrecht.
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Ganz andere Stimmung unterdessen auf der anderen Seite der Garage: Silberpfeil-Teamkollege Valtteri Bottas wird von einem Wasserleck am Kühler eingebremst, verpasst den zweiten Teil des Trainings komplett.
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Auf eine schnelle Runde kommt Red Bull den Silberpfeilen am nächsten: Daniel Ricciardo wird vor Teamkollege Max Verstappen Zweiter. Platz vier geht an Kimi Räikkönen im Ferrari. Stallgefährte Sebastian Vettel fehlen auf P5 schon über 1,1 Sekunden zur Spitze. „Das Auto ist schnell, aber ich war heute nicht dazu in der Lage, mit ihm auch schnell zu sein. Manchmal hat man eben solche Tage“, erklärt Vettel.
Die Strecke in Südfrankreich, auf der die Formel 1 erstmals seit 1990 wieder Station macht, findet der Deutsche „ziemlich kniffelig“. Vettel: „Es ist nicht leicht, hier alles richtig hinzukriegen. In manchen Kurven ist es schwer, die richtige Linie zu finden. Auf dem Longrun hatte ich aber mehr Spielraum, konnte verschiedene Dinge und Linien ausprobieren und besser verstehen.“
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Die Longrun-Zeiten machen dem Deutschen dann auch Mut: Auf superweichen Reifen zirkuliert Vettel im Schnitt bei 1:37,7-er Zeiten, ist damit drei Zehntel schneller als Verstappen auf der gleichen Reifenmischung. WM-Rivale Hamilton spult unterdessen auf den ultrasoften Pneus im Schnitt 1:37,9-er Zeiten ab.
Vettels Hoffnung mit Blick auf das Gelernte: „Daran müssen wir morgen anknüpfen. Dann sollten wir besser in den Rhythmus finden. Auch beim Auto können wir uns noch verbessern - es ist noch nicht da, wo es sein sollte.“
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Nicht da, wo es sein sollte, ist am Freitag auch das linke Hinterrad von Sergio Perez. Der Force-India-Pilot verliert es nach 44 Minuten in der zweiten Session in einem schnellen Linksknick. Während Perez sich ins Aus dreht, schießt das Rad gefährlich die Geraden hinunter. Die Session wird daraufhin mit der roten Flagge unterbrochen, das Dreirad des Mexikaners auf einem Laster zurück an die Box gebracht. Erst vier Minuten vor Schluss kann Perez wieder eingreifen.
Für eine Neutralisation sorgt auch Brendon Hartley, allerdings in Form eines virtuellen Safety-Cars. Der Neuseeländer muss seinen Toro-Rosso wenige Minuten vor Ablauf der Zeit mit einem Motorproblem am Streckenrand parken. Gar nicht erst teilnehmen kann an der zweiten Session Marcus Ericsson - der Sauber-Pilot hatte sein Chassis bei einem Abflug im ersten Training am Mittag zerstört (s. unten).

So lief das erste Training:

Feuriger Start ins Comeback-Wochenende des Frankreich GP! Mittendrin: Marcus Ericsson. Um 12.01 Uhr Ortszeit ist der Schwede der erste Fahrer auf der Strecke, die zum ersten Mal seit 1990 wieder Teil des F1-Kalenders ist. Anderthalb Stunden später beendet Ericsson das Training dann auch: Kurz vor Ablauf der regulären Trainingszeit fliegt der Sauber-Pilot in Kurve elf ab und sorgt damit für die rote Flagge.
Nach seinem Dreher bei hohem Speed schlägt Ericsson mit der rechten Fahrzeugseite hart in die Reifenstapel ein. Sofort züngeln Flammen aus dem Heck des zerstörten Sauber. Weil der Schwede zunächst nichts davon mitkriegt, weist ihn sein Team via Funk an, das Fahrzeug eilig zu verlassen - zeitgleich eilen Streckenposten heran und löschen den Brand.
Auch sonst ist es ein heißer Auftakt in Le Castellet: Bei rund 26 Grad Außen- und satten 50 Grad Streckentemperatur fahren sich die Piloten auf dem neuen Kurs ein, inklusive vieler Dreher und Ausrutscher. Vor allem der Wind in Kurve sechs stellt die F1-Stars vor Probleme, unter anderem Kimi Räikkönen, Esteban Ocon und Brendon Hartley kreiseln dort von der Strecke.
Die Bestzeit schnappt sich am Ende Weltmeister Lewis Hamilton. Mit einer Rundenzeit von 1:32.231 Minuten verweist er Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas um 0,140 Sekunden auf Rang zwei. Die starke Silberpfeil-Performance ist indes keine Überraschung: „Von der Charakteristik ist der Kurs hier am ehesten mit Barcelona zu vergleichen“, erklärt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. In Spanien hatte Mercedes Anfang Mai klar dominiert.
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Dritter wird am Freitag Daniel Ricciardo im Red Bull, knappe drei Zehntel hinter der silbernen Doppelspitze. Größer schon der Rückstand der Ferraris: Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel fehlen fast acht Zehntel respektive eine Sekunde zur Bestzeit. Ein Bild, wie es allerdings in den letzten Freitagstrainings oft zu beobachten war. Auch in Kanada startete Ferrari ähnlich verhalten, am Samstag holte Vettel dann aber die Pole und Sonntag den Sieg.
Wenig erfreulich verläuft die Rückkehr nach Le Castellet für den zweiten Deutschen, Nico Hülkenberg. Er belegt beim wichtigen Heimspiel seines Arbeitgebers Renault im ersten Training nur den enttäuschenden 18. Platz.

Autor: Frederik Hackbarth

Fotos: F1

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