Formel 1 in Madrid: Mercedes vorn, Rookie crasht
Erster Formel-1-Crash auf dem neuen Madring

Die Formel 1 feiert in Madrid eine Premiere. Im ersten Training bleibt das erwartete Chaos aus, im zweiten kracht es dann doch.
Bild: Clive Mason/Getty Images
Madrid hat den Prado, den Palacio Real und das Bernabéu. Und jetzt noch eine Sehenswürdigkeit mehr. Wenn die Formel 1 vom 11. bis 13. September erstmals auf dem Madring fährt, wird aus einem Messeviertel im Nordosten der Stadt für drei Tage eine Rennstrecke.
5,4 Kilometer lang, gespickt mit 22 Kurven und einer Mischung aus öffentlichen Straßen und eigens gebauten Passagen. 45 Jahre nach dem letzten Formel-1-Rennen in Jarama kehrt die Königsklasse damit zurück in die spanische Hauptstadt.
Das Wahrzeichen des neuen Kurses trägt einen Namen, der auch einem spanischen Denkmal gut stehen würde: „La Monumental“. Jene Kurve 12 zieht sich mit bis zu 24 Prozent Überhöhung knapp 550 Meter halbkreisförmig den Hang hinauf. Damit ist sie steiler als jede andere Kurve im aktuellen Kalender.
Und vor allem ihr Ende hat Lokalmatador Carlos Sainz schon bei den ersten Testfahrten beeindruckt: „Man kommt komplett blind heraus und sieht nur den Himmel. Von Madrid in den Himmel.“
Alle warten auf den ersten Crash auf dem Madring
Doch vor der Premiere ging der Blick weniger in den Himmel als auf die Mauern. Kaum jemand rechnete mit einem störungsfreien Freitag. Der Grund: Bei den Formel-3-Testfahrten Ende August hatte es auf dem neuen Asphalt bereits zahlreiche Unfälle und insgesamt 19 rote Flaggen gegeben. Auch die Formel-1-Stars berichteten am Donnerstag, dass sie bei ihren Simulatorfahrten regelmäßig in den Mauern gelandet waren. Und am Freitagmorgen krachte es auch in den Nachwuchsserien.
Entsprechend groß die Spannung, als die Formel 1 erstmals selbst auf den Madring ging. Und dann – passierte erstaunlich wenig. George Russell fuhr im Mercedes die erste Formel-1-Bestzeit der Madring-Geschichte. Zwar kamen Fernando Alonso und Lewis Hamilton den Mauern schon ziemlich nahe, doch die befürchtete rote Flagge blieb aus.
Neuer Madring: Erst Himmel, dann Mauer
Im zweiten Training änderte sich das. Zunächst übernahm Kimi Antonelli das Kommando. Der WM-Spitzenreiter fuhr auf Soft-Reifen in 1:33,662 Minuten die schnellste Runde des Tages. Ferrari blieb dicht dran: Charles Leclerc fehlten nur 0,113 Sekunden, Lewis Hamilton wurde Dritter.

Arvid Lindblad sorgte für den ersten Formel-1-Crash in der Geschichte des Madrings.
Bild: Andy Hone/LAT Images
Nach 35 Minuten war es dann so weit: der erste Formel-1-Crash auf dem Madring. Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad nahm in Kurve 13 etwas zu viel Geschwindigkeit mit, verlor das Heck und schlug seitlich in die Streckenbegrenzung ein.
Ausgerechnet Lindblad: Der Rookie war bis dahin eine der Überraschungen des Tages. Seine Zeit reichte trotz Crash noch zu Platz vier vor Russell. Aus Sainz' „Von Madrid in den Himmel“ wurde damit für einen Moment: „Von Madrid in die Mauer".
Norris verpasst komplettes Training
Max Verstappen beendete den Tag auf Rang sechs. Nico Hülkenberg und Audi-Teamkollege Gabriel Bortoleto kamen nur auf die Plätze zwölf und 13.
Noch schlechter lief es für Weltmeister Lando Norris. Ein Getriebeproblem legte seinen McLaren lahm, der Brite konnte im gesamten zweiten Training keine einzige Runde fahren.

Nico Hülkenberg arbeitete am Freitag konsequent sein Programm ab.
Bild: Clive Mason/Getty Images
Nach dem ersten Tag steht damit fest: Der Madring ist schneller als erwartet und zunächst weniger wild als befürchtet. Ganz ohne Einschlag ging die Premiere dann aber doch nicht über die Bühne.
Formel 1 Spanien Grand Prix
2. Training, Ergebnis
2. Training, Ergebnis
- A. Antonelli (Mercedes)
- C. Leclerc (Ferrari) +0.113
- L. Hamilton (Ferrari) +0.149
- A. Lindblad (Racing Bulls) +0.228
- G. Russell (Mercedes) +0.337
- M. Verstappen (Red Bull) +0.401
- O. Piastri (McLaren) +0.538
- Y. Tsunoda (Racing Bulls) +1.096
- E. Ocon (Haas) +1.205
- L. Lawson (Red Bull) +1.276
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