Kimi Antonelli gewinnt in Madrid und entschuldigt sich hinterher beinahe dafür.
Der Mercedes-Star triumphiert bei der Formel-1-Premiere auf dem neuen Madring vor Max Verstappen und Lando Norris. Doch der achte Saisonsieg des WM-Spitzenreiters ist vor allem das Ergebnis eines unglücklichen Rennverlaufs für Polesetter Norris.
Antonelli weiß das selbst. Nach dem Rennen sagt er: „Es fühlt sich nicht ganz so gut an, weil der Sieg Lando gehört hätte. Aber ich nehm’s!“
Denn zunächst hat Norris das Rennen im Griff. Der McLaren-Pilot behauptet die Führung und setzt sich bis Runde elf bereits rund fünf Sekunden von Antonelli ab.

Virtuelles Safety Car dreht das Rennen

Dann kommt Runde 15 und mit ihr die entscheidende Szene. Lance Stroll bleibt stehen und löst ein virtuelles Safety Car aus. Für Antonelli, Verstappen und zahlreiche weitere Fahrer ist das der perfekte Moment zum Reifenwechsel. Nur Norris hat Pech: Als das Virtuelle Safetycar ausgerufen wird, kann er nicht mehr zum Pitstop abbiegen.
Lando Norris hatte den Sieg vor Augen, doch ein unglückliches Virtuelles Safety Car und ein langsamer Boxenstopp warfen ihn auf Platz drei zurück.
Bild: McLaren
„Ich war schon vorbei an der Boxeneinfahrt, konnte nichts machen. Da war das Glück nicht auf meiner Seite. Das ist schon hart“, sagt Norris später.
Doch es kommt noch schlimmer. Als McLaren seinen Spitzenreiter eine Runde später zum Reifenwechsel holt, braucht die Crew sieben Sekunden. Norris fällt bis auf Rang fünf zurück, Antonelli hat plötzlich die bereinigte Rennführung.

Norris hängt hinter Verstappen fest

Der Brite gibt trotzdem nicht auf. Norris arbeitet sich wieder nach vorn und fährt mehrfach die schnellste Rennrunde. Schließlich hängt er direkt hinter Verstappen.
Doch genau hier bestätigt sich eine Befürchtung, die die Fahrer schon vor dem Rennen geäußert hatten: Auf dem Madring ist Überholen verdammt schwierig. Runde um Runde bleibt Norris innerhalb einer Sekunde am Red Bull, eine echte Chance bekommt er nicht.
Antonelli kann sich vorne lösen. Selbst ein leichter Mauerkontakt in Kurve sieben kurz vor Schluss stoppt den Italiener nicht mehr. Nach 57 Runden gewinnt Antonelli 4,352 Sekunden vor Verstappen. Norris folgt nur 0,741 Sekunden hinter dem Niederländer auf Platz drei.

Hülkenberg holt Punkt für Audi

Charles Leclerc bringt seinen Ferrari auf Platz vier ins Ziel, George Russell wird im zweiten Mercedes Fünfter. Dahinter folgen Liam Lawson, Franco Colapinto, Oscar Piastri und Arvid Lindblad.
Nico Hülkenberg sichert Audi als Zehnter den letzten WM-Punkt beim Formel-1-Comeback in Madrid.
Bild: Audi
Nico Hülkenberg schnappt sich als Zehnter den letzten WM-Punkt. Der Audi-Pilot liefert sich in den Schlussrunden einen harten Kampf mit Lindblad, muss dessen Racing Bull aber schließlich ziehen lassen. Gabriel Bortoleto wird im zweiten Audi 13.
Lewis Hamilton erlebt dagegen ein Wochenende zum Vergessen. Nach seinem Trainingscrash schlägt der Ferrari-Star auch im Rennen kurz an der Mauer an und meldet anschließend Bremsprobleme. In Runde sieben gibt er auf – sein erster Ausfall der Saison.
So endet die Rückkehr der Formel 1 nach Madrid mit einem Sieger, der selbst weiß, dass an diesem Sonntag auch Glück mitgefahren ist.
Formel 1 Spanien Grand Prix 2026
Ergebnis
  1. A. Antonelli 01:36.030 Std.
  2. M. Verstappen +00:04.351 Sek.
  3. L. Norris +00:05.089
  4. C. Leclerc +00:29.116
  5. G. Russell +00:29.829
  6. L. Lawson +01:26.746
  7. F. Colapinto +01:34.281
  8. O. Piastri +01:35.839
  9. A. Lindblad +1 Rnd.
  10. N. Hülkenberg +1 Rnd.