Formel 1: Leclerc holt Pole in Monza
Formel-1-Stars blamieren sich im Qualifying

Chaos pur im Italien-Quali: Die Formel-1-Stars stehen sich im Kampf um den Windschatten gegenseitig im Weg. Die Pole holt am Ende Charles Leclerc.
- Frederik Hackbarth
- Bianca Garloff
Dieses Qualifying geht in die Geschichte ein! Weil sich die Formel-1-Stars auf der Outlap zum letzten und alles entscheidenden Versuch um die beste Position für den Windschatten streiten, kommen am Ende bis auf zwei Fahrer alle zu spät über die Start-Ziellinie. Einfach verrückt: Bummel-Bingo und Stau im Monza-Qualifying!
Alle Zeiten hier: Ergebnisse im Überblick
"Eine der lächerlichsten Sachen, die ich je in der Formel 1 gesehen habe. Es war so offensichtlich und von außen völlig klar, dass sie es mit diesem Tempo nie rechtzeitig schaffen", erklärt Sky-Experte Martin Brundle.
2:05 Minuten vor Ende der Qualifikation geht Renault-Pilot Nico Hülkenberg als Erster raus, verbremst sich dann aber in Kurve eins, fährt durch den Notausgang. Das Feld dahinter reagiert und verlangsamt das Tempo. Weil keiner vorne fahren will. Hülkenberg erklärt seinen Verbremser bei Tempo 20 bei Sky mit "schlecht gefrühstückt".

Sainz und Leclerc sind durch, der Rest sieht rot...
Sebastian Vettel überholt seinen Teamkollegen, damit es endlich mal vorwärts geht. Doch der Monegasse, der dem Deutschen Windschatten geben soll, lässt sich viel zu lange bitten, wieder die vordere Position zu übernehmen.
Am Ende schafft er es als Einziger neben Carlos Sainz noch rechtzeitig über den Zielstrich. Beide verbessern ihre Rundenzeit aber nicht mehr.
Dahinter: Chaos pur. Sowohl Sebastian Vettel als auch Lewis Hamilton bleiben im Verkehr hängen, werden von der roten Ampel gestoppt. Die Rennleitung kündigt direkt nach dem Qualifying eine Untersuchung wegen der Bummelei an.
Der große Gewinner ist damit Leclerc. Er holt seine erste Ferrari-Pole in Monza. "Das am Ende war natürlich Mist. Aber trotzdem bin ich happy mit der Pole. Es fühlt es sich unglaublich an vor so vielen Tifosi hier", sagt er.
Hamilton auf Rang zwei reagiert wegen der ausgefallenen Schlussattacke am Boxenfunk verärgert: "Interessante Taktik, um die Pole zu sichern - einfach die nächste Runde nicht fahren."
Offiziell mahnt er später: "Ungefährlich ist das nicht, die Leute bremsen und scheren aus, ganz schön riskant. Aber alle wollen den Windschatten, denn mit den neuen Flügeln dieses Jahr ist der noch mal wichtiger."
Sein Teamchef Toto Wolff redet beim ORF Klartext: "Jeder versucht einen Windschatten zu bekommen, aber dann haben ein paar Vollidioten da vorne den Speed so reduziert, dass am Ende niemand mehr über die Linie gekommen ist."
Keine Hilfe im Qualifying: Vettel sauer auf Leclerc

Toto Wolff war wenig begeistert von den Spielchen
Allerdings: Beim ersten Versuch im entscheidenden Quali-Abschnitt, als Vettel Leclerc ziehen sollte, verbremst sich der Deutsche bei der Boxenausfahrt, fährt deshalb durch den Notausgang und hängt Leclerc so ab. "Das hat mich ans Qualifying vor ein paar Jahren in Monaco (2014, Nico Rosbergs Verbremser in Q3; d. Red.) erinnert", urteilt Sky-Experte Paul di Resta.
Revanchiert sich Leclerc dafür mit dem Taktieren ganz am Ende? Bei den Roten ist nun jedenfalls trotz Pole Feuer unterm Dach. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nach dem Qualifying zu AUTO BILD MOTORSPORT: "Ich bin sauer."
Auch sonst ist im Monza-Quali viel los. Zweimal muss das Zeittraining mit der roten Flagge unterbrochen werden: In Q3 crasht Kimi Räikkönen seinen Alfa Romeo wie schon im Training am Freitag in der Parabolica, sorgt für eine Unterbrechung. In Q1 strandet Sergio Perez im Racing Point mit technischen Problemen am Streckenrand.
Lacher in Monza: Räikkönen zerstört Anti-Alkohol-Werbung
Auch Max Verstappen meldet Probleme und fehlende Power, der Holländer setzt deshalb keine Zeit. Einen Unterschied macht das allerdings nicht für Verstappen. Nach Motorwechsel und dazugehöriger Strafe muss er den Italien GP sowieso von ganz hinten aufnehmen.
Besser läuft das Qualifying schlussendlich für Bummler Hülkenberg. Der Deutsche startet direkt hinter Renault-Teamkollege Daniel Ricciardo als Sechster.
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