Der Weltmeister erneut in Schwierigkeiten: Max Verstappens Saison 2022 besteht bislang aus Licht und Schatten. Zwei Ausfällen in Bahrain und Australien, stehen zwei Siege in Saudi-Arabien und Imola gegenüber. Bei der Premiere des Grand Prix von Miami holt den Red-Bull-Star nun offensichtlich wieder der Fehlerteufel ein.
Im zweiten Freien Training am Freitag kann Verstappen keine Zeit setzen. Erst steht er lange an der Box, weil sein Team das Getriebe wechselt, danach fangen die hinteren Bremsen an seinem RB18 Feuer. "Für Max war es heute ein schrecklicher Tag. Wir hatten ein Hydraulikproblem, das leider einen Schaden an den Hinterradbremsen verursacht hat", erklärt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
Sky Q
Sky Core

Mit Sky die F1 live im Angebot für 17,25 Euro monatlich!

Alle Rennen, Qualifyings und Trainings der Formel 1 live. Topaktuelle News und Insights. Individuelles Rennerlebnis mit der Cockpit Kamera.


Während der Getriebewechsel zu Beginn der Session laut Horner eine "reine Vorsichtsmaßnahme" ist, weil Verstappen im ersten Training leichten Mauerkontakt hatte und das Team kein Risiko gehen will, bereitet der spätere Schaden dem Titelverteidiger schon mehr Kopfzerbrechen: "Gerade auf einem neuen Kurs ist es natürlich frustrierend, so wenig Zeit auf der Strecke zu haben", sagt Horner.
Flammen züngeln aus der Bremse: Max Verstappen in Schwierigkeiten

Red Bull setzt jetzt auf die Daten von Nummer-2-Pilot Sergio Perez, der im Training Dritter wird. "Er hatte eine gute Session mit Long- und Shortrun. Darauf können wir das Set-Up für morgen aufbauen", kommentiert Horner. Das Problem: Der Mexikaner sieht das anders: "Es war ein ziemlich chaotisches Training, wir haben kaum die Runden zusammen bekommen und gehen blind ins Rennen. Immerhin sitzen die Meisten da mit uns im Boot", glaubt Perez.
Denn auch die Konkurrenz hat Schwierigkeiten: Allein voran Carlos Sainz Jr., der wie schon bei den letzten beiden Rennen erneut crasht. Der Spanier schmeißt seinen Ferrari in Kurve 14 mit einem Dreher in die Wand und sorgt bereits nach einer Viertelstunde für die rote Flagge. Ferraris WM-Spitzenreiter Charles Leclerc wird zwar immerhin Zweiter, auch der Monegasse klagt aber über Motoraussetzer im engen letzten Sektor des Straßenkurses.
Sky Ticket
Sky Ticket

Die neue Formel 1 Saison mit Sky Ticket SuperSport ab 19,99 Euro sichern

Alle Rennen live und ohne Werbebreaks. Alle Sessions live: Trainings, Qualifyings & Rennen. Außerdem: F2, F3 und der Porsche Supercup.


Schnellster ist am Freitag überraschend ein Mercedes: Einmal mehr gibt Neuzugang George Russell Teamkollege Lewis Hamilton dabei eine Denksportaufgabe auf. Zweieinhalb Zehntel beträgt Russells Vorsprung auf den Viertplatzierten Rekordweltmeister.
Die Mercedes-Renaissance an der Spitze wundert die Experten im Fahrerlager indes nicht. "Wir haben seit Saisonbeginn davor gewarnt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie die Dinge aussortieren. Man kann sehen, wie sie ihrer Probleme immer mehr Herr werden und hier sind sie ziemlich wettbewerbsfähig", sagt Red-Bull-Teamchef Horner mit Blick auf die silberne Konkurrenz.
Sky-Experte Karun Chandhok geht nach den Eindrücken vom Freitag sogar noch einen Schritt weiter: "Mercedes ist wieder im Spiel. Das ist eine Strecke, die ihnen mit ihrer Downforce-Konfiguration mehr entgegenkommt", glaubt der Ex-F1-Pilot und prognostiziert für das Qualifying am Samstag (22 Uhr, live auf Sky) sogar: "Das erste Mal in dieser Saison könnten wir drei Teams im Kampf um die Pole haben."
Bestzeit im zweiten Training für George Russell im Mercedes

Zwar leiden die Silberpfeile auf den Geraden in Miami immer noch am Bouncing, in den langsamen Ecken macht der Mercedes aber eine gute Figur. Hinzu kommt, dass die mitgebrachten Upgrades offenbar einschlagen: Zusätzlich zur Heckflügel-Variante mit niedrigem Luftwiderstand, hat Mercedes auch an den Außenplatten des Frontflügels signifikante Modifizierungen vorgenommen, um den Outwash-Effekt besser zu nutzen und die Luft effizienter um die Außenseiten der Reifen und nach hinten auf den Unterboden zu leiten.
Aus Sicht der deutschen Fahrer verläuft das zweite Training in Miami eher durchwachsen: Sebastian Vettel leistet sich kurz vor Ende der Session einen Dreher und wird im Aston Martin als 14. abgewunken, einen Platz vor Mick Schumacher. Der Haas-Pilot verliert schon zu Beginn Teile an seinem Auto, noch gravierender ist für Schumi Jr. aber der erneut große Rückstand von sieben Zehnteln auf Teamkollege Kevin Magnussen.
Gar nicht mitwirken an der zweiten Session am Freitag kann Valtteri Bottas, nach seinem Abflug im ersten Training und dem daraus resultierenden Schaden an seinem Alfa Romeo. Frühzeitig Feierabend hat auch Williams-Pilot Nicholas Latifi, der sein Auto am Streckenrand parken muss und damit nach Sainz für die zweite rote Flagge des Trainings sorgt.

Formel 1 Grand Prix von Miami
2. Freies Training

1. George Russell (Großbritannien) – Mercedes 1:29.938 Min.
2. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari +0,106 Sek.
3. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,212
4. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +0,241
5. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +0,434
6. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +0,597
7. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +0,609
8. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +0,922
9. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +0,923
10. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas +0,983
11. Carlos Sainz (Spanien) – Ferrari +1,026
12. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,270
13. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +1,322
14. Sebastian Vettel (Heppenheim) – Aston Martin +1,455
15. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +1,649
16. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,693
17. Alexander Albon (Thailand) – Williams +1,772
18. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +2,975
19. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull (keine Zeit)
20. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo (keine Zeit)

Formel 1 im TV

2022 läuft die Formel 1 bei Sky. Der Sender hat bereits letztes Jahr eigens für die Königsklasse einen neuen TV-Sender eingeführt: Sky Formel 1. Hier gibt es 24 Stunden am Tag Motorsport. Alle Trainingssitzungen, alle Qualifyings, alle Rennen immer live und ohne Werbeunterbrechung. Dazu überträgt Sky auch die Rahmenrennen Formel 2, Formel 3 und den Porsche Supercup. Auf dem Programm stehen zudem historische Rennen und Sondersendungen.

Von

Frederik Hackbarth