Mercedes hat die erste Hälfte der Formel-1-Saison 2026 dominiert. Acht Siege aus den ersten elf Rennen, die Führung in beiden Weltmeisterschaften und ein komfortabler Vorsprung auf die Konkurrenz: Die Silberpfeile gehen als klarer Maßstab in die zweite Saisonhälfte. Doch George Russell warnt sein Team davor, sich auf dem bisherigen Erfolg auszuruhen. Denn der Brite weiß: In der Formel 1 kann sich das Kräfteverhältnis innerhalb weniger Rennen komplett verschieben.
Mercedes führt die Konstrukteurs-WM zur Sommerpause mit 72 Punkten Vorsprung auf Ferrari an. McLaren liegt sogar bereits 159 Zähler zurück. In der Fahrer-WM steht Russells Teamkollege Kimi Antonelli an der Spitze. Gerade die jüngsten Rennen haben jedoch gezeigt, dass Mercedes keineswegs unantastbar ist. Ferrari und McLaren konnten den Abstand verkürzen und den Silberpfeilen teilweise ernsthaft Paroli bieten. Nur zwei der letzten fünf Rennen gewannen die Silberpfeile.
Russell fordert deshalb volle Konzentration für die zweite Saisonhälfte. „Ich muss ehrlich sagen, wir haben eine extrem widerstandsfähige und fokussierte Gruppe von Leuten, die von Daten und Performance angetrieben wird“, lobt der Mercedes-Pilot gegenüber „RacingNews365“.
George Russell warnt Mercedes trotz komfortabler WM-Führung vor Selbstzufriedenheit.
Bild: Richard Pardon / Mercedes
Dabei hebt Russell besonders hervor, dass sich die Stimmung innerhalb des Teams weder von Rückschlägen noch von Erfolgen stark beeinflussen lasse. „Sie sind während der Achterbahnfahrt einer Formel-1-Saison ziemlich ausgeglichen. Was ich damit meine: In den schwierigen Phasen fühlte sich das Team nicht besonders niedergeschlagen, alle haben sich einfach auf den Prozess, die Performance und die Verbesserung konzentriert.“

Russell warnt Mercedes vor Ferrari

Diese Mentalität habe Mercedes auch während der erfolgreichen Phase beibehalten. Genau das müsse nun so bleiben. „Auch jetzt, während der Hochphase, konzentrieren sie sich weiterhin auf die Performance und darauf, besser zu werden. Die Mentalität und Denkweise waren also bei Niederlagen und Erfolgen ziemlich ähnlich.“
Der 28-Jährige macht deutlich, wie schnell ein scheinbar komfortabler Vorsprung in der Formel 1 verschwinden kann: „Wenn das nächste Update nicht funktioniert oder Ferrari ein großes Update bringt oder nur ein Glied in der Kette nicht mehr funktioniert, kann dieser Erfolg plötzlich Vergangenheit und Geschichte sein.“
Für Mercedes geht es nach der Sommerpause entsprechend nicht nur darum, den aktuellen Vorsprung zu verwalten. Das Entwicklungstempo könnte darüber entscheiden, ob Antonelli und Russell auch im Herbst noch über das stärkste Gesamtpaket verfügen.
Russell formuliert deshalb eine klare Devise: „Man darf in den guten Zeiten nicht zu selbstgefällig sein. Und in den schlechten Zeiten darf man nicht zu negativ werden.“