Fünf Formel-1-Rennen sind anno 2021 noch zu fahren, zwölf Punkte trennen die beiden WM-Kontrahenten Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes). Der Kurs in Mexiko City, wo an diesem Wochenende das 18. Saisonrennen ausgetragen wird (Sonntag, 20 Uhr, Sky), dürfte auf dem Papier dem Red Bull besser liegen.
Grund ist die dünne Luft auf mehr als 2000 Metern Höhe. Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko zu SPORT1: „Wir haben an unserem Honda-Motor einen größeren Turbolader als Mercedes, Ferrari und Renault. Bei dünnerer Luft arbeitet unser Antrieb deshalb effizienter.“
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Genauso wichtig aber wie der pure Speed ist die Haltbarkeit: Im WM-Endspurt kann sich keiner einen Fehler erlauben. Glaubt auch Marko: „Ein Ausfall – sei es technischer Natur oder durch einen Unfall – kann ab jetzt die WM entscheiden.“
Da ist sich der Red Bull-Doc ausnahmsweise mal einig mit seinem Mercedes-Pendant Toto Wolff. Doch der Wiener denkt bereits ans letzte Rennen in Abu Dhabi – und daran, dass es zwischen Hamilton und Verstappen einen dritten Crash nach den Kollisionen in Silverstone und Monza geben könnte.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff.
Wolff in der Daily Mail: „Wenn wir zum letzten Rennen nach Abu Dhabi kommen und beide gegeneinander um den Titel fahren, dann wird der, der vorne liegt, absolut etwas Ähnliches versuchen wie in den Jahren von Senna und Prost.“
Die Rivalität der beiden Legenden gehört zu den am meisten diskutierten Duellen der Formel-1-Geschichte. 1989 machte eine Kollision in Suzuka Prost zum Weltmeister, ein Jahr später revanchierte sich Senna an gleicher Stelle und ergatterte so den Titel.
Dass es auch zwischen Hamilton und Verstappen zu absichtlichen Berührungen kommen kann, ist für Wolff ganz normal – und auch 2021 schon passiert: „Verstappen hat Lewis (in Monza; d. Red.) rausgenommen, weil er schneller war. Und das ist absolut verständlich. Das haben wir mit Schumacher und Villeneuve gesehen und auch zweimal mit Senna und Prost.“ Wiederholt sich also die Geschichte?
Wolff begibt sich verbal auf Glatteis: „Ich würde niemals die Anweisung dazu geben, in jemand anderen reinzufahren, aber wenn sie in das letzte Rennen gehen und der weiter vorne Liegende die Meisterschaft gewinnen würde, dann würden sie sehr hart gegeneinander fahren.“
Mercedes würde seinem Star im Cockpit in dem Fall jedenfalls nicht auf die Finger hauen. „Beide sind Gladiatoren in ihren Maschinen. Und das macht den Sport auch so interessant. Wenn sie crashen: Was werden sie sagen? Werden sie sich in die Augen schauen? Wir würden nicht eingreifen. Das wird zwischen den beiden ausgetragen.“
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Vorteil Hamilton: Verstappen befindet sich das erste Mal in einem WM-Kampf, Hamilton hat bereits sieben WM-Titel in der Tasche. „Für Max Verstappen ist der Druck größer“, glaubt deshalb Ex-Champion Nico Rosberg bei Sky, „denn er ist zum ersten Mal in seiner Karriere in dieser Situation. Lewis kennt das, er hat schon sieben Titel gewonnen und war neun, zehn Mal in den letzten Saisonrennen ein WM-Titelkandidat.“
Trotzdem zeigt sich der Red Bull-Holländer extrem nervenstark, bemerkt auch Rosberg. „Da steht dein Traum auf dem Spiel, Formel-1-Weltmeister zu werden, und du weißt nicht, ob du jemals eine weitere Chance wie diese bekommen wirst, weil sich die Regeln im nächsten Jahr so drastisch ändern. Bis jetzt geht er fantastisch damit um, man sieht ihm gar nicht an, dass er unter Druck steht, das ist unfassbar.“
Rosberg muss es wissen: Er hat Hamilton 2016 im selben Team geschlagen und dafür jahrelang mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet.

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Von

Bianca Garloff