Vor 30 Jahren debütierte Michael Schumacher in der Formel 1 und löste einen unglaublichen Boom aus: volle Kartstrecken, Hunderttausende Fans an der Strecke, elf weitere deutsche Fahrer, die ihm bis in die Formel 1 gefolgt sind. Der zwölfte wird sein Sohn Mick Schumacher sein.
Doch wie haben sich die Formel-1-Autos in den letzten 30 Jahren verändert? Wie viel Gemeinsamkeiten haben Schumachers erster Formel-1-Rennwagen, der Jordan-Ford 191, und Mick Schumacher erster Königsklassen-Flitzer, der Haas-Ferrari VF-21? Heute präsentierte Haas zwar nur die neue Lackierung auf dem Vorjahresmodell. Aber unter anderem weil die Fahrzeuge sich 2021 kaum von 2020 unterscheiden ist schon jetzt ein Vergleich möglich.
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PS ist die Kenngröße, die für viele Fans am interessantesten ist. Und hier gibt es schon die erste Überraschung. Der Jordan-Ford 191 aus der Saison 1991, mit dem Michael Schumacher 1991 beim Belgien-GP sein Debüt feierte, kam auf nur etwas mehr als 650 PS. Nur mal zum Vergleich: Schon der Formel-2-Motor von Mick Schumacher 2020 war mit 620 PS nur unwesentlich schwächer.

Motoren heute fast 400 PS stärker

Micks Haas hat 400 PS mehr als Schumis Jordan
Michael Schumacher 1991 in Spa
Jordan verbaute damals einen 3,5-Liter-V8-Motor im Heck des ersten Formel-1-Rennwagens des Teams, das heute noch als Aston Martin am Start ist. Dabei hatte Jordan nur Zugriff auf die Variante des Cosworth-Motors, die stammte aus der Saison 1990 stammte. Das Benetton-Team kam bereits in den Genuss der neuen Ausbaustufe, die immerhin 670 PS geleistet hat. Das ist insofern von Interesse, weil Michael Schumacher die letzten Saisonrennen für Benetton bestritt.
Mick Schumachers Haas-Ferrari verfügt 30 Jahre später über rund 1000 PS, zumindest wenn Ferrari das Leistungsdefizit über den Winter behoben hat. Dass aus den Motoren heute knapp 400 PS mehr rausgeholt werden können, ist schon erstaunlich: Der Ferrari-Motor ist wesentlich kleiner: sechs statt acht Zylinder, 1,6 statt 3,5 Liter Hubraum. Das geht nur, weil ein rund 160 PS starker Elektromotor zugeschaltet wird. Die Energie dafür wird durch Rückgewinnungs-Systeme in den Bremsen und im Abgasstrahl zur Verfügung gestellt. Moderne Formel-1-Motoren sind also technische Meisterwerke.
Das zeigt sich auch beim Verbrauch. Der Jordan-Ford 191 hatte einen Tank mit 200 Liter Fassungsvermögen an Bord. Dazu war Nachtanken erlaubt, wenngleich viele Teams darauf verzichtet haben. Die aktuellen 2021er Formel-1-Autos müssen mit der Hälfte des Sprits über die Runden kommen.

Michael Schumachers Auto mehr als 200 Kilo leichter

In 30 Jahren hat sich natürlich auch die Sicherheit der Formel-1-Rennwagen enorm verbessert. Am sichtbarsten ist der Kopfschutz Halo, ein Bügel um das offene Fahrercockpit. Die Effizienz der Autos sowie die Sicherheits-Features sorgen allerdings dafür, dass Formel-1-Autos heute viel schwerer sind. 2021 legen sie nochmals sechs Kilo auf 752 Kilogramm zu – das sind 247 Kilogramm mehr als 1991. Ja, der Jordan-Ford 191 brachte gerade mal 505 Kilo auf die Waage.
Die Aerodynamik des Haas-Ferrari VF-21 wird erst in Bahrain der Öffentlichkeit präsentiert. Ganz allgemein ist sie aber ausgefeiter als noch 1991. Der Jordan-Ford 191 aus den Federn von Gary Anderson bestach durch schnörkellose Schönheit, einen geschwungenen Frontflügel und eine saubere Linienführung. Heute sind die Autos mit diversen Luftleitblechen, Schlitzen und Kanten durchzogen.
Micks Haas hat 400 PS mehr als Schumis Jordan
Mick Schumachers Haas VF-21
Das alles sorgt dafür, dass die Rennwagen 2021 viel schneller sind. Zumindest auf einer Runde waren sie 2020 die schnellsten Modelle in der Formel-1-Geschichte. 2021 sollen sie der Theorie nach durch Beschneidungen etwa am Unterboden etwas langsamer werden. Es wird allerdings erwartet, dass die Teams den Abtriebsverlust mit Weiterentwicklungen ausgleichen. Mick Schumacher gibt damit in einem der schnellsten F1-Flitzer aller Zeiten sein Debüt.

Zehn Sekunden schneller als 1991?

Wie viel die Autos gegenüber 1991 zugelegt haben, ist schwer zu beurteilen. Die meisten Strecken sind entweder nicht mehr im Kalender oder wurden verändert. Schumacher debütierte in Spa – ein Rennen, das auch 2021 noch zur Weltmeisterschaft gehört. Doch die Strecke ist inzwischen umgebaut worden: 1991 war sie noch 6,940 Kilometer lang, 2021 schon 7,004 Kilometer – also etwas länger. Auch Schikanen wurden verlegt.
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Dennoch der Rundenzeitenvergleich: Michael Schumacher qualifizierte sich mit seinem Jordan-Ford 191 auf Rang sieben – mit einer Rundenzeit von 1:51,212 Minuten. Mick Schumacher ist in Spa noch keine Runde gefahren. Der Referenzwert von 2020 dürfte aber aussagekräftig genug sein. Der schnellste Haas-Fahrer Romain Grosjean war mit 1:43,838 Minuten deutlich flotter unterwegs.
Fest steht jetzt schon: Die Fans von Mick Schumacher dürften äußerst gespannt sein auf seine Quali-Runde in Spa...

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