Ausgerechnet vor den Tifosi muss Kimi Antonelli in der Startaufstellung nach hinten. Der Mercedes-Pilot bekommt beim nächsten Formel-1-Rennen in Monza einen neuen Motor und überschreitet damit sein erlaubtes Kontingent an Antriebskomponenten. Die Folge: eine Startplatzstrafe. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat die Entscheidung am Rande des Zandvoort-Wochenendes bestätigt.
Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Antonelli hatte in dieser Saison bereits zwei technische Probleme mit der Power Unit. Mercedes wusste deshalb, dass im weiteren Saisonverlauf zusätzliche Komponenten und damit eine Strafe fällig werden dürften.

Mercedes wählt Monza bewusst

Dass es ausgerechnet Monza trifft, ist kein Zufall. Der Highspeed-Kurs mit seinen langen Geraden bietet deutlich bessere Überholmöglichkeiten als viele andere Strecken im Formel-1-Kalender. Mercedes nimmt deshalb lieber dort eine schlechte Startposition in Kauf.
Wie hart die Strafe tatsächlich ausfällt, steht noch nicht endgültig fest. Sie dürfte mindestens zehn Startplätze betragen. Wechselt Mercedes mehrere Komponenten außerhalb des erlaubten Kontingents, könnte Antonelli sogar bis ans Ende des Feldes zurückversetzt werden.
Kimi Antonelli muss beim Großen Preis von Italien eine Startplatzstrafe hinnehmen.
Bild: Clive Rose/Getty Images
Für den 19-Jährigen steht dabei die Weltmeisterschaft über dem Heimspiel. Antonelli führt die Fahrer-WM nach dem Sprint von Zandvoort mit 224 Punkten an. Sein Vorsprung auf Ferrari-Star Lewis Hamilton beträgt 53 Zähler, Mercedes-Teamkollege George Russell liegt 56 Punkte zurück.
Entsprechend nüchtern fällt Antonellis Begründung für die Entscheidung aus: "Diese Entscheidung haben wir zusammen getroffen, weil es eine Strecke ist, auf der man relativ leicht überholen kann“, so der Italiener. "Natürlich ist es mein Heimrennen, aber letztlich geht es um die WM-Krone und darum, im Titelkampf die beste Chance zu haben.“

Antonelli hat mit Monza noch eine Rechnung offen

Ohnehin hat Antonelli bei seinem Heimrennen noch etwas gutzumachen. Seine Monza-Premiere als Formel-1-Pilot verlief 2025 enttäuschend. Nach Startplatz sechs kam der Mercedes-Pilot zunächst als Achter ins Ziel, wurde wegen einer Fünf-Sekunden-Strafe im Duell mit Alex Albon aber noch auf Rang neun zurückgeworfen.
Diesmal kommt Antonelli als WM-Leader nach Italien – und dürfte entsprechend im Mittelpunkt stehen. Trotz der Strafe freut sich der Mercedes-Youngster besonders auf die Unterstützung der italienischen Fans. Für sein Heimrennen hat er zudem ein spezielles Helmdesign angekündigt.
Ganz allein ist Antonelli mit dem Motorenproblem bei Mercedes übrigens nicht. Auch Russell nähert sich bei verschiedenen Antriebskomponenten dem erlaubten Limit und dürfte im weiteren Saisonverlauf ebenfalls eine Startplatzstrafe kassieren. Wann der Brite sie nimmt, hat Mercedes bislang nicht verraten.