Formel 1: Qualifying zum Ungarn GP
Hamilton schnappt Verstappen die Pole weg

Mercedes-Überraschung in Budapest: Rekordweltmeister Lewis Hamilton klaut Max Verstappen in letzter Sekunde die Pole-Position für den Ungarn GP.
Bild: Mercedes
- Frederik Hackbarth
Das neue Qualifying-Format der Formel 1 liefert am Samstag viel Spannung und nach fünf Verstappen-Poles in Folge einen anderen Pole-Setter: Rekordweltmeister Lewis Hamilton stellt im Mercedes seine Klasse unter Beweis, mit einer Zauberrunde von 1.16.609 Minuten schlägt der Brite im Qualifying den Red-Bull-Dominator und sichert sich seine sage und schreibe neunte Pole-Position auf dem Hungaroring.
33 Rennen lang hat der erfolgreichste Qualifyer der F1-Historie auf seine nächste Pole warten müssen, am Samstag auf seiner Paradestrecke ist es soweit: "Es waren verrückte anderthalb Jahre. Ich habe mich im Auto so sehr gefreut, dass ich jetzt kaum noch eine Stimme habe", strahlt Hamilton im Ziel und lobt: "Das Team hat so hart gearbeitet, um da wieder hinzukommen und jetzt stehen wir endlich wieder auf Pole. Das hätte ich heute wirklich nicht gedacht, aber auf dem letzten Versuch habe ich wirklich alles rausgehauen."
Hamilton happy: "Hinter uns liegt eine Achterbahnfahrt, aber wir haben nie das Vertrauen verloren und uns zusammengerafft, um das Auto wieder auf Kurs zu bringen. Ich glaube, wir sind jetzt auf dem richtigen Weg."
Verstappen findet sich indes am Samstag nach langer Zeit mal nicht an der Spitze wieder: "Ich habe schon das ganze Wochenende Probleme, die richtige Balance zu finden", erklärt der Niederländer, der weiß: "Zweiter ist immer noch gut, aber eigentlich sollten wir mit diesem Auto natürlich ganz vorne stehen."
Mit Blick auf den Sonntag ist man bei Red Bull aber zuversichtlich: "Ich denke, im Rennen wird es sich wieder aussortieren, wir haben es heute nur einfach mit dem Setup nicht ideal zusammenbekommen", sagt Verstappen.

Max Verstappen geht als erstes Verfolger Hamiltons in den Ungarn Grand Prix.
Bild: Red Bull Content Pool
Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko warnt allerdings mit Blick auf die verlorene Pole: "Das ist hier besonders kritisch, weil das Überholen ganz schwierig ist, es wird also ein interessantes und hartes Rennen werden."
Mercedes' Performance ist für den Österreicher hingegen "keine Überraschung". "Wir haben schon in Silverstone gesehen, dass sie in langsamen Kurven sehr gut waren. Jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir auf den Longruns nach vorne kommen, denn da haben wir eigentlich besser ausgesehen. Über eine Runde waren sie gestern schon auf Augenhöhe", sagt Marko.
Dritter wird am Samstag Lando Norris, der damit nach dem Podium zuletzt in Silverstone die starke Form seines McLaren-Teams bestätigt, genauso wie Teamkollege Oscar Piastri auf Platz vier. Stark auch Alfa Romeo, mit Guanyu Zhou auf Rang fünf und Valtteri Bottas auf Position sieben.
Von den Favoriten straucheln mit der neuen Quali-Regel, bei der in jedem Abschnitt eine andere Reifenmischung eingesetzt werden muss, indes einige: Schon früh erwischt es Mercedes-Star George Russell, der bereits in Q1 im Verkehr und somit auf P18 hängen bleibt. In Q2 verpasst Ferraris Carlos Sainz knapp den Sprung in die nächste Runde. Auch enttäuschend: Sergio Perez im zweiten Red Bull auf Platz neun.
Stark verläuft hingegen das Comeback von Daniel Ricciardo, der bei AlphaTauri Nyck de Vries ersetzt: Der Australier schlägt am Samstag nicht nur auf Anhieb Teamkollege Yuki Tsunoda, er schafft es auch ins Q2 und wird schlussendlich auf der 13. Position abgewunken. "Sehr gute Leistung, er hat sich kontinuierlich gesteigert und es dann auf den Punkt gebracht", lobt Red Bulls Motorsportboss Helmut Marko.

Hülkenberg schaffte es mit seinem Haas erneut in Q3.
Bild: LAT / Haas
Eine hervorragende Leistung zeigt wie so oft am Samstag auch Haas-Pilot Nico Hülkenberg, der erneut bis in Q3 kommt und am Sonntag als Zehnter in den Großen Preis von Ungarn (Start 15 Uhr, live auf Sky) startet.
Formel 1 Grand Prix von Ungarn
Qualifying, Ergebnis
1. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:16,609 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,003 Sek.
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,085
4. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,296
5. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo +0,362
6. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,383
7. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +0,425
8. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,426
9. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,436
10. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,577
11. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 1:17,703
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:17,841
13. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri 1:18,002
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:18,144
15. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:18,217
16. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:18,917
17. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:18,919
18. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 1:19,027
19. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:19,206
20. Logan Sargeant (USA) - Williams 1:19,248
2. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,003 Sek.
3. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,085
4. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,296
5. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo +0,362
6. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,383
7. Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo +0,425
8. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,426
9. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,436
10. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,577
11. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari 1:17,703
12. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:17,841
13. Daniel Ricciardo (Australien) - Alpha Tauri 1:18,002
14. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:18,144
15. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:18,217
16. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:18,917
17. Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri 1:18,919
18. George Russell (Großbritannien) - Mercedes 1:19,027
19. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas 1:19,206
20. Logan Sargeant (USA) - Williams 1:19,248
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