+++ UPDATE: Sorge um Formel 1 nach Drohnenangriff nahe Jeddah: Nur wenige Kilometer entfernt von der Rennstrecke ist es während des ersten freien Trainings offenbar zu einem Anschlag auf eine Anlage des Saudischen Mineralölkonzerns Aramco gekommen sein.
Aus der Cockpitperspektive von Ferrari-Star Carlos Sainz war eine schwarze Rauchwolke zu sehen. Weltmeister Max Verstappen erschnüffelte sogar unter seinem Helm Rauchgeruch.
Angeblich soll das Feuer nahe des internationalen Flughafens wüten, der nur 15 Kilometer von der Rennstrecke entfernt liegt. Von der Formel 1 gibt es noch keine Stellungnahme. Als wahrscheinlich gilt, dass es sich um eine Raketen- oder Drohnen-Attacke der Huthi-Rebellen handelt, die im benachbarten Jemen seit 2015 in einen Konflikt verwickelt sind und immer wieder auch auf Saudi-Arabien schießen.
Laut AP haben die Rebellen mittlerweile bestätigt, diverse Angriffe auf Ziele im Nachbarland lanciert zu haben. Bereits in der vergangenen Woche wurde die Aramco-Anlage in Jeddah mit einer Rakete und Drohnen angegriffen.
„Dass es jetzt diese Angriffe hier in Jeddah gibt, ist ja klar“, sagt Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko. „Die Huthi-Rebellen wissen ganz genau, welches Event an diesem Wochenende in Jeddah stattfindet und wollen die Bühne natürlich nutzen. Aber solange die Sicherheit der Formel 1 gewährleistet werden kann, sollten wir fahren.“
Allein: Die Attacken auf den Ölmulti sind keine gute Nachricht für die Formel 1. Aramco sponsert nicht nur Aston Martin, sondern zählt auch zu den Seriensponsoren der Königsklasse.
Bereits in der vergangenen Woche hatte ein saudi-arabischer Regierungssprecher der DPA gesagt, dass „die Sicherheit unserer Gäste oberste Priorität“ habe. Auch die Veranstalter betonten: „Dieser Vorfall hat keine Auswirkungen auf das Rennwochenende.“ McLaren-Teamchef Andreas Seidl verrät: "Uns wurde gesagt, dass unsere Sicherheit nicht gefährdet ist. Wir vertrauen da den Entscheidungen der Formel 1."
Das Problem: Autokratische Länder überweisen dem Zirkus Millionen, um ihr Image über den Sport reinwaschen zu können. Der Betrag, den Saudi-Arabien für zehn Jahre Auftritt im Glamour-Zirkus bezahlt, soll sich auf 900 Millionen Dollar belaufen. "Deshalb wird jetzt sicher auch Druck ausgeübt", glaubt Ralf Schumacher. "Es geht um politischen Einfluss und viel Geld. Die Formel 1 hat einen langfristigen Vertrag und will den nicht riskieren." 
Der Sky-Experte hat seine Entscheidung getroffen. Er reist morgen früh zurück nach Hause.

So lief das erste Training in Saudi-Arabien

Nach seinem Sieg beim GP Bahrain ist WM-Spitzenreiter Charles Leclerc auch in Saudi-Arabien als Schnellster ins Wochenende gestartet. Der Monegasse war am Freitag im Ferrari auf dem Stadtkurs von Jeddah 0,116 Sekunden schneller als Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull. Dritter wurde der Finne Valtteri Bottas im Alfa-Romeo vor Carlos Sainz im zweiten Ferrari.
Für Weltmeister Verstappen und Red Bull steht das Projekt Wiedergutmachung an. In Bahrain waren sowohl der Niederländer als auch sein Teamkollege Sergio Perez kurz vor Schluss aussichtsreich ausgeschieden. „Wir müssen besser werden. Wenn wir um den Titel kämpfen wollen, können wir uns nicht viele solcher Rennen wie in Bahrain leisten“, mahnte Verstappen vor dem zweiten Saisonlauf am Sonntag (19.00 Uhr/Sky). Red Bull gab zuvor schon bekannt, das technische Problem mit der Benzinpumpe sei gefunden und ausgeräumt.
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Favorit Leclerc stapelt indes tief: „Wir haben keinen Vorteil. Wir sind auf Augenhöhe mit Red Bull, ihr Motor ist sehr stark“, so der Monegasse.
Erneut deutlichen Rückstand hatten die Mercedes-Piloten in den ersten Übungsrunden. Rekordweltmeister Lewis Hamilton wurde Neunter, sein britischer Landsmann George Russell kam als 15. zurück in die Garage. Hamilton gibt sich dennoch kämpferisch: „Es ist nicht so, dass ich nach Bahrain niedergeschlagen war, ich habe nur realistisch geäußert: So können wir nicht um Siege mitreden. Ich weiß, dass wir in diesem Auto sehr viel Potenzial haben, wir müssen es nur herauskitzeln.“ Das Problem: Gerade in Saudi-Arabien dürfte Mercedes‘ Problem mit dem hüpfenden Auto (Porpoising) verstärkt auftreten.
Mick Schumacher wurde Vorletzter im ersten Training zum Saudi-Arabien Grand Prix.

Nico Hülkenberg, der bei Aston Martin erneut den corona-infizierten Sebastian Vettel vertritt, kam nicht über Rang 16 hinaus. Der Emmericher gab zuvor eine Anekdote aus Bahrain zum Besten, als er mit Haas-Rückkehrer Kevin Magnussen eine alte Fehde aufarbeitete: „Ich bin zu ihm hingegangen und habe gesagt – Leck meine Eier, Schätzchen! Wortwörtlich. Ich dachte, das wäre lustig. Kevin hat sich gekugelt, offenbar fand er das auch.“ Hintergrund: Magnussen hatte mit jenem Satz auf Hülkenbergs Kritik nach einem grenzwertigen Manöver in Ungarn  2017 reagiert.
Ernüchternd verlief das Training für das Haas-Team. Mick Schumacher wurde Vorletzter. Sein dänischer Stallrivale Kevin Magnussen, in Bahrain noch überraschend Fünfter, konnte wegen eines Hydraulikproblems keine gezeitete Runde fahren.
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Schrecksekunde gegen Ende des Trainings: Offenbar ist eine Rakete in eine Ölraffinerie nahe Jeddah eingeschlagen. Saudi-Arabien befindet sich seit 2015 in einem Konflikt mit den jemenitischen Huthi-Rebellen.

Formel 1 Grand Prix von Saudi-Arabien
1. Freies Training, Ergebnis

1. Charles Leclerc (Monaco) – Ferrari 1:30,772 Min.
2. Max Verstappen (Niederlande) – Red Bull +0,116 Sek.
3. Valtteri Bottas (Finnland) – Alfa Romeo +0,312
4. Carlos Sainz Jr. (Spanien) – Ferrari +0,367
5. Pierre Gasly (Frankreich) – Alpha Tauri +0,545
6. Yuki Tsunoda (Japan) – Alpha Tauri +0,733
7. Sergio Perez (Mexiko) – Red Bull +0,791
8. Esteban Ocon (Frankreich) – Alpine +1,254
9. Lewis Hamilton (Großbritannien) – Mercedes +1,592
10. Fernando Alonso (Spanien) – Alpine +1,609
11. Daniel Ricciardo (Australien) – McLaren +1,734
12. Lance Stroll (Kanada) – Aston Martin +1,810
13. Lando Norris (Großbritannien) – McLaren +1,822
14. Zhou Guanyu (China) – Alfa Romeo +1,836
15. George Russell (Großbritannien) – Mercedes +2,067
16. Nico Hülkenberg (Emmerich) – Aston Martin +2,262
17. Alexander Albon (Thailand) – Williams +2,315
18. Nicholas Latifi (Kanada) – Williams +2,757
19. Mick Schumacher (Gland/Schweiz) – Haas +3,657
20. Kevin Magnussen (Dänemark) – Haas – (3. Rd.)

Formel 1 im TV

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Von

Bianca Garloff