Beinahe-Fotofinish beim Großen Preis von Saudi-Arabien 2022: Max Verstappen gewinnt nur wenige Autolängen vor Ferrari-Star Charles Leclerc und holt damit seinen ersten Sieg als amtierender Weltmeister.
Besonders die Schlussphase bot Hochspannung pur. Bis sieben Runden vor Schluss hat Leclerc das Rennen beherrscht. Doch eine virtuelle Safetycar-Phase brachte Verstappen sieben Runden vor Schluss in Schlagdistanz. Über mehrere Runden duellierten sich der Red Bull und der Ferrari – Stehversuche inklusive.
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Mehrfach versuchte Leclerc Verstappen in die Falle zu locken und nahm vor der letzten Kurve Speed raus. Grund: Der Monegasse wollte sich den DRS-Vorteil auf Start-Ziel sichern und die DRS-Linie als Zweiter passieren. Stategiespielchen auf höchster Ebene. Doch zu einem Auffahrunfall wie im Vorjahr zwischen Verstappen und Lewis Hamilton kam es diesmal nicht.
Ein Grund: Verstappen durchblickte die clevere Leclerc-Taktik und schlug zwei Runden vor Schluss zu: Auf Start-Ziel überrumpelte er den Ferrari-Youngster, der mit abbauenden Reifen in der letzten Kurve wegen eines Querstehers nicht perfekt beschleunigen konnte. Einen Konter in der letzten Runde konnte der Niederländer abwehren. Racing der Extraklasse!
Verstappen freut sich: „Wir haben hart gekämpft. Am Ende hatten wir eine etwas bessere Pace. Ein Wahnsinns-Rennen.“
Verstappen und Leclerc lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe.

Leclerc war nur leicht enttäuscht: „Ich habe das Rennen genossen. Es war hartes aber faires Racing, mit viel Strategie. Wir pushen, wie ich es noch nie zuvor getan habe.“
Rang drei eroberte Ferrari-Pilot Carlos Sainz vor Sergio Perez. Der Red Bull-Pilot verlor die Führung durch einen zu frühen Reifenwechsel vor einer Safetycar-Phase (ausgelöst durch einen Unfall von Nicholas Latifi).
„Das Safetycar hat Perez ein Podium gekostet“, sagt Red Bull-Chefberater Helmut Marko, der sich umso mehr über Verstappens Sieg freut. „Wir haben das Auto extra fürs Rennen abgestimmt – mit weniger Heckflügel. Und wenn du dann einen Max im Cockpit hast, kannst du dich drauf verlassen, dass der es umsetzt. Unglaublich: Nach dem letzten Jahr hätte ich nicht geglaubt, dass es noch besser geht.“
In der WM zeichnet sich schon jetzt ein Zweikampf zwischen Verstappen und Leclerc ab. Glaubt auch der Österreicher. „Das wird das Duell des Jahres.  Ich weiß nicht, ob Mercedes so schnell eine Renndistanz gehen kann.“
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Sky-Experte Ralf Schumacher kommentiert: „Beide sind auf einem extremen Niveau. Fahrerisch aber auch die Autos.“ Fest steht aber auch: Die neuen Rennwagen der Formel 1 erlauben tatsächlich noch mehr Duelle am Limit.
Verlierer der Regeländerungen zur Saison 2022 ist Mercedes. Die beiden Silberpfeile mit George Russell und Lewis Hamilton landeten auf den Plätzen fünf und zehn. Der siebenmalige Champion verpasste nach seiner Aufholjagd von Platz 16 eine bessere Platzierung, weil er eine virtuelle Safetycar-Phase mit falschem Timing nicht zum Boxenstopp nutzen konnte.
„Wir machen kleine Schritte nach vorne, brauchen aber größere Schritte“, räumt Russell ein.
Nico Hülkenberg belegte in seinem zweiten Rennen als Vettel-Ersatzmann einen starken zwölften Platz und verdrängte seinen Teamkollegen Lance Stroll auf Platz 13. „Ich bin sauber gefahren, haben mir keine Fehler erlaubt, bin am Limit des Autos geblieben und an meinem auch“, lobt der Emmericher sich selbst. „Das Rennen war anstrengend und fordernd. Ich bin wohl doch fitter, als ich dachte. Es lief wie geschmiert.“
Nico Hülkenberg belegte im Aston Martin den zwölften Platz.

Für Hülkenberg ist der Formel-1-Urlaub jetzt wieder vorbei. „In zwei Wochen übernimmt Seb wieder, dann bin ich raus.“
Für Aufsehen sorgten die beiden Alpine, die sich rundenlang in einem teaminternen Duell aufgerieben haben. Fernando Alonso musste seinen rosa Renner am Ende mit technischem Defekt abstellen. Sein Teamkollege Esteban Ocon wurde Sechster vor McLaren-Pilot Lando Norris. „Ein super Ergebnis“, kommentiert der deutsche McLaren-Teamchef Andreas Seidl. „Die Punkte sind eine super Motivation fürs ganze Team.“ Kleiner Wermutstropfen: Daniel Ricciardo musste seinen McLaren mit technischen Problemen abstellen.
Mick Schumacher verfolgte den GP nach einem schweren Unfall im Qualifying am Kommandostand. Sein Haas-Teamkollege Kevin Magnussen wurde Neunter und versetzte Lewis Hamilton in Staunen: „Ich weiß nicht, was der Haas für einen Motor hat, aber ich konnte ihm nicht folgen.“ Das nächste Rennen findet am 10. April in Melbourne (Australien) statt.

Grand Prix von Saudi-Arabien Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:24:19,293 Std.
2. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,549 Sek.
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +8,097
4. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +10,800
5. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +32,732
6. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +56,017
7. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +56,124
8. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpha Tauri +1:02,946 Min.
9. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +1:04,308
10. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +1:13,948
11. Zhou Guanyu (China) - Alfa Romeo +1:22,215
12. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Aston Martin +1:31,742
13. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin + 1 Rd.
14. Alexander Albon (Thailand) - Williams + 3 Rd.
Ausfälle:
Mick Schumacher (Gland/Schweiz) - Haas nicht angetreten
Yuki Tsunoda (Japan) - Alpha Tauri (1. Rd.)
Nicholas Latifi (Kanada) - Williams (15. Rd.)
Daniel Ricciardo (Australien) - McLaren (36. Rd.)
Fernando Alonso (Spanien) - Alpine (36. Rd.)
Valtteri Bottas (Finnland) - Alfa Romeo (37. Rd.)

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Von

Bianca Garloff