Muss man ein abgrundtief böser Mensch sein, wenn man Folgendes denkt? Sebastian Vettel (34) dürfte bestimmt dem Corona-Virus danken, dass er sich das erste Rennwochenende 2022 im Aston Martin ersparen konnte und nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen um den Einzug ins zweite Qualifyingsegment kämpfen musste.
Fest steht: Viel Spaß hatte er trotz heimischer Wohlfühlumgebung eher nicht mit der Qualifyingvorstellung seines Aston Martin im Jahre 2022. Sowohl Teamkollege Lance Stroll als auch Ersatzmann Nico Hülkenberg schieden schon im ersten Qualfyingabschnitt aus.
Auch die Freude an seinem gefühlten Adoptivsohn hielt sich bestimmt in Grenzen. Mick Schumacher erreichte mit seinem Haas auf dem zwölften Platz zwar das beste Qualifyingergebnis seiner Karriere – aber sein erst vor zwei Wochen in die Formel 1 zurückgekehrter neuer Teamkollege wurde Siebter und sorgte so für die ersten tiefen Kratzer im bisher so goldenen Lack des Schumacher-Filius.
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Aus deutscher Sicht war lediglich Nico Hülkenberg ein Lichtblick. Der Emmericher sprang quasi vom Wickeltisch seiner Tochter ins F1-Cockpit. Mit zwickendem weil zu engem Overall und geliehenen Handschuhen fuhr er trotzdem drei Zehntel schneller als Teambesitzer-Sohn Lance Stroll. Großartig für den Deutschen, peinlich für den Kanadier.
„Ich habe gezaubert, ganz einfach am Lenkrad gezaubert und das gefahren, was geht, was ich kann“, freut sich der Emmericher. „Ich habe es nicht verkompliziert und mich dieses Wochenende auf die wichtigen, einfachen Dinge konzentriert. Das kleine Einmaleins, wenn man so will und mich nicht verrückt gemacht, sondern aufs Talent verlassen und mein Können abgerufen.“
Nur Dauerfeuerwehrmann Nico Hülkenberg ist ein Gewinner des Teams Deutschland.

Für Hülkenberg ist es dabei auch zweitrangig, dass der Aston Martin nicht konkurrenzfähig ist. „Für mich persönlich war es ein ordentliches Qualifying, auch wenn es nur der 17. Platz war“, resümiert er. „Es war cool mal wieder das Adrenalin zu spüren und dass das Herz im Hals steckt. So eine Drucksituation hatte ich natürlich länger nicht mehr, da fühlt man sich gut und lebendig.“
Allein: Was so neu und motivierend für Hülkenberg ist, kann für Vettel eher ernüchternd sein. Sein neuer Teamchef Mike Krack musste schon jetzt zur ersten Durchhalteparole der noch so jungen Saison greifen: „Wir sind Racer und werden alles tun, die Situation wieder zu drehen.“
Ein Satz, der so auch für Mick Schumacher gilt. Obwohl der Haas-Ferrari augenscheinlich gut genug ist für vordere Plätze in den Top Ten, blieb der Rekordweltmeister-Sohn auf Platz zwölf hängen. Schlimmer noch: Teamkollege Kevin Magnussen raste auf Platz sieben und hat am Ende eine halbe Sekunde Vorsprung.
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„Ich hatte ein Gefühl im Auto, das einfach nicht so gepasst hat“, erklärt Schumi junior später. „Das hat sich aus dem Training in die Qualifyingsession fortgesetzt.“ Der Deutsche wirkt ein wenig ratlos. „ Aber ich hab ja noch 22 Versuche mehr in diesem Jahr“, zeugt nicht von dem Selbstbewusstsein, mit dem sein Teamkollege nach Platz sieben ausgestattet ist. „Es ist verrückt“, kommt Magnussen aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. „Vor zwei Wochen war ich noch nicht mal in der Formel 1, jetzt starte ich aus der vierten Reihe. Mit einem guten Auto macht die Formel 1 Spaß.“
Für den jungen Schumacher wird der Däne die erste große Bewährungsprobe seiner Formel-1-Karriere. „Das ist die nächste Lernstufe“, ordnet Haas-Teamchef Günther Steiner ein. „Mick kann jetzt von Kevin lernen.“ Dann der aus Schumacher-Sicht gefährliche Nachsatz: „Der kommt gerade aus einem Jahr F1-Pause – da geht noch was.“
Mick Schumacher wird im Qualifying zum GP Bahrain vom Teamkollegen besiegt.

Fakt ist aber auch: Schumacher kann ein schlechtes Qualifying mit einem starken Rennen schnell wieder wettmachen. Dafür spricht: Sein Haas fährt nicht mehr hinterher, sondern ist mittendrin und voll dabei.
Was aber Sebastian Vettel betrifft. Er muss sich in Zukunft entscheiden zwischen einem relaxten Wochenende in der grünen Natur oder einem Opfergang im grünen Aston Martin.

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Von

Bianca Garloff