Formel 1: Sebastian Vettel

Darum hat Vettel mit Aston Martin verlängert

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel spricht in Sotschi im Vorfeld des Grand Prix in Russland über seine Vertragsverlängerung mit Aston Martin.
Sollte es jemals auch eine Netflix-Doku über Sebastian Vettel (34) geben, die Anfangssequenzen könnten ähnlich sein wie die beim einfühlsamen Film über sein Idol Michael Schumacher, der gerade in aller Munde ist. Dort taucht Schumacher mit seiner Familie in die Tiefe des Ozeans ab, spielt mit Schildkröten.
Er fühlt sich eins mit sich und der Natur und völlig losgelöst als Mensch, der die Freiheit ohne beobachtende Objektive von Fotografen genießt. Auch Vettel tickt so. Sein Abtauchen findet er bei Spaziergängen im Wald oder beim Wandern in den Bergen. Oder bei der Pflege von Bienen oder anderen Insekten.

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In der Tat: Der Deutsche ist gerade in der Phase, in der sich Michael Schumacher am Ende seiner ersten Karriere mit Ferrari befand. Jene Phase, in der man jeden Tag abwägt, ob die Freude am reinen Wettbewerb in der Formel 1, das Fahren am Limit, das einsame Eins-sein mit sich und der Maschine, größer ist als die Begleiterscheinungen, die der Ruhm eines Formel-1-Weltmeisters mit sich bringt.
Immer unterm Brennglas leben, immer vorsichtig sein, nicht das Falsche zu sagen, um Sponsoren, Team und andere Geldgeber des Vollgaszirkus nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Und jede Woche die gleichen Fragen zu beantworten.
Vettel wäre nicht Vettel, wenn er genau darauf eingehen würde. „Natürlich gibt es Dinge, die einem über so viele Jahre hinweg weniger Spaß machen, wie zum Beispiel, jetzt hier zu sein und Fragen zu beantworten“ grinst der Heppenheimer die überraschten Zuhörer an. Allein: Die Aussage, die er als Scherz verpackte, meinte er ernst.

Die Sinnfrage wird sich Vettel immer wieder stellen.

©Aston Martin

Entsprechend will er auch nicht zugeben, dass eine Vertragsverlängerung je unsicher war: "Der Vertrag stand nie in Zweifel", behauptet Vettel ein wenig trotzig. Und trotzdem räumt er indirekt ein, dass er Positives und Negatives abgewogen habe, um seine Sinnfrage zu beantworten. 
Vettel: "Es gibt viele Dinge, über die man nachdenkt. Aber es ist irrelevant über Dinge zu reden, die nicht passiert sind. Hätte ich aufgehört, wenn die Autos im nächsten Jahr kopfüber fahren würden? Vielleicht. Aber das tun sie nicht." Was noch den Ausschlag gab für ein weiteres Jahr in der Königsklasse: „Das Fahren. Ich liebe das Fahren. Ich liebe es zu gewinnen“, ist die Antwort. 
Der Hesse weiter: „Im nächsten Jahr ändern sich viele Dinge.“ Es gebe ein völlig neues technisches Reglement, das vieles auf Null stellen würde. „Die Herausforderung, unter diesen Umständen mit dem Team zu arbeiten, finde ich großartig. Ich mag die Jungs und Mädels im Team. In dieser Beziehung war es schon eine ein großartige Saison, vielleicht nicht in Bezug auf die Ergebnisse, aber in Bezug auf die Arbeit. Die Moral ist hoch, also gibt es noch viele Dinge, die mich begeistern.“
Eher nüchtern gibt er sich dagegen bei der Bewertung des neuen Technikvorstandes der Aston-Martin-Gruppe. Über die Einstellung des ehemaligen  McLaren-Chefs Martin Whitmarsh sagt er kurz gefasst: „Er ist eine starke Ergänzung für das Team.“ Er kenne ihn ja bereits aus früheren Formel-1-Jahren, habe aber bislang noch nie mit ihm gearbeitet. Allein: Euphorie hört sich anders an.

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Fest steht: Vettel will sich nicht festlegen, wie lange er noch in der Formel 1 zu bleiben gedenkt. Hat er die Geduld, die drei oder vier Jahre noch durchzuhalten, die es benötigt, Aston Martin zum Titel zu führen? „Die Vision und das Engagement des Teams sind beeindruckend“, wiederholt er, „der Erfolg wird sich irgendwann einstellen. Nur wann, das kann man nicht genau sagen. Ich werde nicht jünger. Die Zeit wird die Antwort geben.“
Soll heißen: Die Sinnfrage wird sich der Deutsche immer wieder stellen. Die Antwort darauf bleibt aber weiterhin offen.

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Autor: Ralf Bach

Fotos: Aston Martin

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