Er fährt nicht nur im grünen Aston Martin, er denkt und wählt auch „Grün“: Sebastian Vettel (33) bekennt sich zum Thema Nachhaltigkeit und spricht offen darüber, zuletzt in einem ausführlichen Interview im „Spiegel“. Doch diese Forderung passt so gar nicht zum schnellsten Autofahrer Deutschlands: Vettel unterstützt die Diskussionen zum Tempolimit auf deutschen Autobahnen.
„Die Zeiten, in denen man auf der Autobahn wirklich Gas geben konnte, sind doch vorbei“, sagt er. „Gefühlt ist die Hälfte des Straßennetzes eine Baustelle, und die andere Hälfte hat so viel Verkehr, dass man auch nicht schnell fahren kann. Ich glaube sogar, dass wir besser dran wären, wenn Tempo 120 oder 130 eingeführt ist – weil der Verkehr dann deutlich besser fließen würde.“
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Vettel denkt dabei pragmatisch – nicht emotional. Denn noch bis vor kurzem bekannte er sich zu seiner Liebe für V12-Motoren und lauten Verbrennersound. Und er macht Werbung für den neuen Aston Martin DBX, ein SUV mit einem 4-Liter-V8-Turbo und 550 PS.
Beruflich ist Vettel schneller unterwegs.
Trotzdem sagt er zu ABMS: „Wir müssen mit der Zeit gehen und mit unseren Ressourcen haushalten. Natürlich schwärme ich als Rennfahrer-Romantiker nach wie vor für schnelle Autos mit einem guten Sound. Aber ob das für die nächste Generation auch noch gilt? Wahrscheinlich interessiert sie sich gar nicht mehr so sehr für Zylinder, Hubraum und PS, sondern für Effizienz und Downsizing. Die Trends gibt es ja jetzt schon – genau wie die Entwicklung, dass der Führerschein nicht mehr das Wichtigste ist, wenn man gerade 18 geworden ist.“
Vettel fordert außerdem die Förderung von Biosprit und e-fuels. „Es gibt auf der Welt rund eine Milliarde Fahrzeuge, die Diesel oder Benzin verbrennen. Die wird man nicht von heute auf morgen ersetzen können“, weiß er. „Das kann man auch vom Verbraucher nicht erwarten. Es wäre also erstrebenswert, einen Weg zu finden, der den Betrieb dieser Autos ermöglicht, ohne dass sie die Umwelt schädigen. Ich weiß, dass synthetische Kraftstoffe noch am Anfang der Entwicklung stehen, dass es noch Zeit braucht, dass sie teuer sind. Aber wenn niemand diese Entwicklung vorantreibt, werden sie immer teuer bleiben.“
Der Heppenheimer fordert von der Königsklasse deshalb, Vollgas zu geben bei der Einführung synthetischen Benzins. Vettel: „Würde sich die Formel 1 auf die Fahne schreiben, einen Wettbewerb zu Gunsten der Umwelt und der Mobilität der Menschen zu starten, dann wäre das eine Riesenchance.“
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Der Aston Martin-Star fährt mittlerweile zwar privat auch Elektroauto, aber er glaubt nicht an die eine allgemeingültige Technologie der Zukunft. „Wie bei allem im Leben sollte man nicht nur auf ein Pferd setzen. Wir dürfen ja nicht nur auf Deutschland schauen. Wir müssen es global betrachten und Regionen berücksichtigen, in denen der Abschied vom Verbrennungsmotor nicht so schnell vollzogen werden kann. Wer soll denn in kurzer Zeit in Afrika oder Südamerika eine taugliche Ladeinfrastruktur bauen? Und was ist mit LKW, mit Schiffen, mit Flugzeugen? Bei ihnen ist nicht absehbar, wann sie elektrisch betrieben werden können. Also brauchen wir Alternativen. Und dafür drängt sich die Formel 1 geradezu auf.“

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