Formel 1: Spannungs-Rekord in der Formel 1
Spannendste Formel-1-Saison seit 47 Jahren

Bild: Pirelli
- Michael Zeitler
Wer hätte mit dieser dramatischen Wende gerechnet? In den ersten fünf Grands Prix des Jahres hieß der Sieger viermal Max Verstappen.
Das kannte die Formel 1 aus 2022, als Verstappen 15 von 22 Rennen für sich entschied, und aus 2023, als der Niederländer sogar 19 von 22 Mal ganz oben auf dem Treppchen stand. Von Bahrain 2022 bis China 2024 gewann er 38 von 49 Rennen, also 78 Prozent. Das war einmalig in der Formel-1-Geschichte.
Auch danach war von der Wende erst mal noch nichts zu spüren. Verstappen gewann von den ersten zehn Saisonrennen immerhin sieben. Aber er musste sich schon strecken. Er hatte plötzlich echte Gegner.
Formel 1 umkämpft wie zuletzt 1977
Inzwischen können vier Teams aus eigener Kraft Rennen gewinnen. Das ist jetzt auf den ersten Blick nichts Neues. Auch 2021 siegten vier verschiedene Rennställe. Aber Alpine und McLaren landeten damals nur einen Zufallstreffer. Das letzte Mal, dass vier Teams jeweils mindestens zwei Grands Prix für sich entschieden, ist dagegen schon 34 Jahre her. 1990 holten sich McLaren und Ferrari je sechsmal den Siegerpokal ab, Williams und Benetton je zweimal.

Oscar Piastri feierte in Baku seinen zweiten Formel-1-Sieg
Bild: Pirelli
Aber Red Bull, Mercedes, McLaren und Ferrari gewannen 2024 inzwischen jeweils schon mindestens dreimal. Da muss man schon 47 Jahre in die Vergangenheit blicken, um etwas Vergleichbares zu finden. 1977 gewannen sogar sechs Mannschaften Rennen, vier davon mindestens dreimal: Lotus (fünfmal), Ferrari (viermal), Wolf und McLaren (je dreimal). Wolf war 1977 überhaupt erst die erste Saison in der Formel 1 dabei.
Und die Fahrer? Sieben Piloten haben 2024 schon triumphiert. 2012 siegten acht verschiedene Fahrer. Und 1982 sogar elf. Aber 2012 waren nur die ersten Rennen eine Lotterie, weil kein Team die schnell abbauenden Pirelli-Reifen verstanden hat. Je länger die Ingenieure daran tüfteln konnten, desto mehr dominierte Sebastian Vettel mit Red Bull.
Qualität des Starterfelds liefert Rekord
Die elf Sieger 1982 fuhren für sieben verschiedene Teams. Nie haben mehr Mannschaften in einem Jahr gewinnen können: McLaren und Renault je viermal, Ferrari dreimal, Brabham zweimal und Lotus, Williams sowie Tyrrell je einmal. Keke Rosberg reichte ein Lorbeerkranz zum WM-Titel. Damals spielten viel mehr Variablen eine Rolle: Sauger oder Turbo-Motor, vier, sechs, acht, zehn oder zwölf Zylinder. Reifen von Goodyear, Pirelli oder Michelin.
Noch etwas macht das Jahr 2024 speziell. Die Qualität des Fahrerfelds war selten so stark. Weniger, was die Zahl der Weltmeister betrifft. Da ist 2012 ungeschlagen, als mit Michael Schumacher, Fernando Alonso, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton, Jenson Button und Sebastian Vettel sogar sechs Champions am Start standen.

Lando Norris ist einer von 13 Rennsiegern im 2024er Fahrerfeld
Bild: Pirelli
Aber inzwischen mischen 13 Sieger mit. So viele Sieger im Feld erlebte die Formel 1 zuletzt im Jahr 1980. Aber damals waren auch 41 Fahrer insgesamt dabei – doppelt so viele wie 2024. 1978 erlebte die Königsklasse für zwei Grands Prix sogar 15 Sieger in einem Starterfeld.
2024 stellt trotzdem einen Rekord auf: Mit Lewis Hamilton, Oscar Piastri, Charles Leclerc, Max Verstappen, Lando Norris, Carlos Sainz, Sergio Pérez, Fernando Alonso, Esteban Ocon und Daniel Ricciardo kamen nur GP-Gewinner auf den ersten zehn Plätzen ins Ziel. Das gab es vorher noch nie.
Dabei ist die Saison 2024 noch lange nicht vorbei. Sieben Grands Prix stehen noch aus. Und keiner kann sagen, wer die gewinnt …
Service-Links