Formel 1 - Testfahrten in Barcelona 2019

Formel 1: Testabschluss in Barcelona

Ferrari unzuverlässig, Mercedes holt auf

Die Testfahrten sind vorbei. 64 Stunden lang haben die Teams ihre Autos auf Herz und Nieren geprüft. Ferrari ist am schnellsten, aber hat Zuverlässigkeitssorgen.
Nach zwei Wochen, acht Tagen, 64 Stunden und 40.834 Testkilometer packen die Teams ihr Material zusammen und schicken es nach Australien. Dort findet schon in zwei Wochen der Saisonauftakt statt.
Wer wird in Melbourne den Ton angeben? Die Zahlen sprechen für Ferrari. Sebastian Vettel drehte heute in Barcelona zum Abschluss mit 1:16,221 Minuten die schnellste Zeit der gesamten 64 Stunden. Allerdings: Lewis Hamilton ritt in der Schlussstunde noch einen Angriffsversuch, blieb mit der weichsten Reifenmischung nur drei Tausendstelsekunden hinter Vettel.
So haarscharf wird es in Melbourne nicht zugehen. Hamilton gibt zu: „Wir sind derzeit eine halbe Sekunde hinter Ferrari.“ Intern sieht man das bei Mercedes etwas anders, spricht von 0,2 bis 0,3 Sekunden pro Runde. Ferrari ist gewarnt. Teamchef Binotto: "Mercedes wird in Australien stark sein."
Der Knackpunkt könnte die Zuverlässigkeit werden. An jedem der vier Tage in dieser Testwoche hatte Ferrari einen Defekt. Zum Abschluss zerstörte ein Elektronikdefekt Vettels Rennsimulation in der 38. von 66 Runden. Er beendete den Testwinter für die Scuderia vorzeitig.

Formel 1 - Testfahrten in Barcelona 2019

Der schnellste Mann in 7,5 Testtagen bisher: Vettel

Es ging schon am Montag los: Wegen Kühlungsproblemen kam Leclerc kaum zum Fahren. Am Dienstag krachte Vettel nach einem Felgenbruch in die Reifenstapel. Es war der einzige Defekt, der verkraftbar war, weil er durch einen Fremdkörper auf der Strecke verursacht wurde. Da kann Ferrari nichts dafür. Am Donnerstag rollte Leclerc kurz vor Testschluss mit einem Defekt am Auspuff aus.
Binotto zeigte sich anschließend denn auch reserviert: "Wir wären gerne noch schneller und zuverlässiger. Es gibt also noch viel zu tun. Aber ich bin zufrieden, dass das Auto sich so verhält, wie es soll."
Rennsimulations-Vergleich Ferrari versus Mercedes: Hier klicken
Selbst wenn Ferrari in Melbourne patzt, muss Mercedes nicht als Sieger vom Platz gehen. Red Bull ist dran. Zwar konnte das Team um Max Verstappen und Pierre Gasly heute nicht mehr in die Rundenzeitenjagd eingreifen, weil ein Defekt im Getriebe den Bullen lahmlegte. Aber Verstappens Longrun am Mittwoch ist beeindruckend. Auch wenn von Mercedes zu hören ist, dass sie schneller können als die Zeiten, die Verstappen am Mittwoch zeigte, sieht Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko das gelassen: „Wir sehen derzeit eher ein Duell Ferrari gegen uns als Ferrari gegen Mercedes.“
Das Mittelfeld ist extrem eng beisammen. Alfa Romeo scheint einen Tick voran zu sein, aber auch Toro Rosso, Renault, Haas und McLaren brillieren mit starken Rundenzeiten. Hier wird sich das Kräfteverhältnis wohl von Strecke zu Strecke und von technischem Update zu technischem Update verschieben.
Klar ist: Racing Point und Williams fahren dem Feld derzeit hinterher. Racing Point bringt aber ein neues Aerodynamik-Paket nach Melbourne. Das gilt wohl für mehrere Teams.
Die Bestzeiten der Woche
Vettel Ferrari  1m16.221s (Day 4) C5-Reifen (weichste Version)
Hamilton  Mercedes  1m16.224s (Day 4) C5 
Leclerc  Ferrari 1m16.231s (Day 4) C5 
Bottas Mercedes 1m16.561s (Day 3) C5 
Hulkenberg Renault 1m16.843s (Day 4) C5
Albon Toro Rosso 1m16.882s (Day 3) C5
Kvyat Toro Rosso 1m16.898s (Day 4) C5
Sainz McLaren 1m16.913s (Day 4) C5
Grosjean Haas 1m17.076s (Day 4) C5 
Norris McLaren 1m17.084s (Day 3) C5
Gasly Red Bull 1m17.091s (Day 3) C5
Ricciardo Renault 1m17.114s (Day 4) C5 
Raikkonen Alfa Romeo 1m17.239s (Day 4) C5
Stroll Racing Point 1m17.556s (Day 3) C5
Magnussen Haas 1m17.565s (Day 4) C5
Giovinazzi Alfa Romeo 1m17.639s (Day 3) C5
Verstappen Red Bull 1m17.709s (Day 4) (C3) 
Perez Racing Point 1m17.791s (Day 4) C5 
Russell Williams 1m18.130s (Day 3) C5 
Kubica Williams 1m18.993s (Day 4) C5 
Die Testzeiten vom Freitag
1. Sebastian Vettel (Ferrari): 1:16.221 Min. (110 Runden) (C5-Reifen/weichste Version)
2. Lewis Hamilton (Mercedes): 1:16.224 Min. (61) (C5)
3. Valtteri Bottas (Mercedes): 1:16.561 Min. (71) (C5)
4. Nico Hülkenberg (Renault): 1:16.843 Min. (51) (C5)
5. Daniil Kvyat (Toro-Rosso-Honda): 1:16.898 Min. (131) (C5)
6. Carlos Sainz (McLaren-Renault): 1:16.913 Min. (134) (C5)
7. Romain Grosjean (Haas-Ferrari): 1:17.076 Min. (73) (C5)
8. Daniel Ricciardo (Renault): 1:17.114 Min. (52) (C5)
9. Kimi Räikkönen (Alfa-Romeo-Ferrari): 1:17.239 Min. (132) (C5)
10. Kevin Magnussen (Haas-Ferrari): 1:17.565 Min. (94) (C5)
11. Max Verstappen (Red-Bull-Honda): 1:17.709 Min. (29) (C3)
12. Sergio Perez (Racing-Point-Mercedes): 1:17.791 Min. (104) (C5)
13. Robert Kubica (Williams-Mercedes): 1:18.993 Min. (90) (C5)

Fotos: Picture Alliance; Hersteller

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