Max Verstappen hat das schnellste Auto, er macht weniger Fehler als Lewis Hamilton und könnte damit den WM-Titel gewinnen. Wenn ihm das Pech nicht an den Fersen kleben würde. Der Niederländer ist der Pechvogel der Formel 1 – nicht erst seit dem Ausfall in Silverstone.
In seiner Formel-1-Karriere schied Verstappen schon 28 Mal vorzeitig aus. Hamilton dagegen kommt nur auf 26 Ausfälle, obwohl er schon 2007, Verstappen aber erst 2015 in die Formel 1 kam und daher schon viel mehr Grands Prix bestritt (276:128). Deutlicher wird es bei der Quote: Hamilton musste nur in 9,42 Prozent seiner Rennen vorzeitig die Segel streichen, Verstappen aber in 21,71 Prozent.
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Damit hat Verstappen die höchste Ausfallquote aller 20 aktiven Formel-1-Fahrer. Die meisten Ausfälle hat zwar Kimi Räikkönen zu verzeichnen (71), aber der Finne ist auch schon 340 Grands Prix gefahren.
In der Formel-1-Historie ist Verstappen damit zwar in der Pannenstatistik nur eine Fußnote. Andrea de Cesaris bringt es als Spitzenreiter auf 147 Ausfälle und einer Ausfallquote von 71 Prozent. Aber damals waren die Autos viel unzuverlässiger als in der modernen Formel 1. Und de Cesaris fuhr nie um die WM, Verstappen schon.
In seiner Formel-1-Karriere schied Verstappen schon 28 Mal vorzeitig aus.
Und da könnte ihm die Pechsträhne teuer zu stehen kommen. Während Hamilton 2021 bisher alle 627 Rennrunden absolviert hat (als einziger Fahrer des Feldes), schied Verstappen (569 Runden) schon zwei Mal aus. In Baku platzte kurz vor Rennende ein Reifen, in Silverstone wurde er von Hamilton in die Reifenstapel bugsiert. Beides passierte, als Verstappen in Führung lag. Beide Male hatte er beste Siegchancen.
Schon das sind 50 Punkte, die dem Tabellenführer jetzt fehlen. Hamilton ist nach dem Großbritannien-GP auf acht Punkte an den Red Bull-Star herangerückt. Zu den 50 Zählern kommen auch noch jeweils sieben in Bahrain und Barcelona. Beide Rennen hätte Verstappen eigentlich gewinnen müssen. In Bahrain verspielte er den Sieg wegen eines regelwidrigen Überholmanövers. In Barcelona, weil er – aufgrund eines Missverständnisses – an die Box kam und daher die Strategie nicht mehr aufging.

Hamilton mit doppeltem Glück

Dagegen Hamilton: In Monaco (nur Rang sieben) ein paar Zähler durch eine miserable Strategie verloren, in Baku 18 Zähler durch einen Verbremser nach dem Restart und in Österreich wurde er unter anderem wegen eines abgefahrenen Unterbodens nur Vierter. Im besten Fall hat Hamilton also 36 Zähler liegen lassen, aber anders als bei Verstappen weniger durch Pech, viel eher durch eigene Fehler.
„Hamilton patzt auch, aber meistens ohne großen Schaden“, seufzt Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko. Das war auch in Silverstone mehr als eindeutig: Trotz der Kollision mit Verstappen und der damit verbundenen 10-Sekundenstrafe siegte der Mercedes-Star. Erst zum siebten Mal in der Formel-1-Geschichte gewann ein Fahrer, der im Rennen bestraft wurde. Letztmals gelang das Jenson Button in Kanada 2011, der trotz Durchfahrtsstrafe als Erstes ins Ziel kam.
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Dazu kommt: Hamilton half auch die rote Flagge. „Nach der Kollision hatten wir einen Schaden an der Felge“, erklärt Mercedes-Stratege Andrew Shovlin. „Das hätte ein Ausfall werden können. Aber durch die Rennunterbrechung konnten wir den Schaden beheben.“
Pechvogel Verstappen, Dusel-Hamilton. Auch das kann die WM entscheiden.

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