Red Bull hat die Antwort auf die Kontroverse rund um einen angeblich illegalen Unterbodenmechanismus auf der Strecke gegeben: Im Qualifying für das Sprintrennen zum GP der USA in Austin (Samstag, 20 Uhr) ist Max Verstappen an die Spitze der Königsklasse zurückgekehrt. In der entscheidenden SQ3-Session stoppte die Uhr bei 1:32.833 Minuten – genug für die Pole-Position.
"Das Auto fühlte sich gut an, aber das Sprint-Qualifying ist immer eine Herausforderung, da man nicht genau weiß, wie weit man ans Limit gehen kann“, sagte Verstappen. „Am Ende hat alles geklappt. Es ist schon eine Weile her, dass ich ganz vorne stand."
Der Kampf um die Pole verlief allerdings äußerst knapp – der Vorsprung auf den Zweitplatzierten George Russell (Mercedes) betrug nur zwölf Tausendstelsekunden. Mercedes zeigte damit dank eines umfangreichen Update-Pakets eine klare Verbesserung im Vergleich zu den letzten Rennen.
Lewis Hamilton hatte ebenfalls Chancen auf die Pole, musste jedoch nach einem vielversprechenden ersten Sektor aufgrund einer gelben Flagge das Tempo drosseln. Am Ende landete er nur auf Platz sieben.

Norris zwischen den Ferrari

Norris verliert an Boden.
Bild: LAT / Pirelli

Auch Ferrari mischte vorne mit. Nach einem vielversprechenden Training war der dritte Startplatz mit zwei Zehntelsekunden Rückstand für Charles Leclerc allerdings eine kleine Enttäuschung. "Mit den Medium-Reifen hätten wir um die Pole kämpfen können. Auf den Softs fühlte sich das Auto in SQ3 plötzlich nicht mehr so gut an", erklärte der Monegasse. Carlos Sainz konnte das Potenzial seines Pakets ebenfalls nicht voll ausschöpfen und startet von Rang fünf.
Enttäuschung auch für Verstappens WM-Rivalen Lando Norris. Der Brite startet in den Sprint am Samstag von Platz vier. Nach seinem dominanten Sieg in Singapur läuft es für den McLaren-Star in Austin noch nicht nicht optimal. "Das war kein guter Tag für uns. Wir hatten ständig Probleme mit der Balance. Es hätte aber noch schlimmer kommen können. Meine letzte Runde war schockierend", gab Norris zu.
Schlimmer noch traf es seinen Teamkollegen: Oscar Piastri schied bereits in der ersten Session aus, nachdem ihm wegen eines Track-Limit-Verstoßes eine schnelle Runde gestrichen wurde. Der Australier startet nur von Platz 16.

Hülkenberg überrascht

Nico Hülkenberg fuhr eine starke Sprint-Qualifikation.
Bild: LAT / Haas

Zu den Gewinnern des Tages zählte Nico Hülkenberg. Der Deutsche startet am Samstag von Position sechs in das Sprintrennen. Direkt dahinter reihte sich sein Haas-Teamkollege Kevin Magnussen auf Platz acht ein – ein vielversprechendes Ergebnis für das Heimrennen des Teams.
Yuki Tsunoda und Franco Colapinto müssen von der fünften Startreihe aus Boden gutmachen, wenn sie Punkte holen wollen. Für Colapinto war der Einzug ins SQ3 bereits ein Erfolg, auch wenn ein Dreher in Kurve zwölf im Finale für einen kleinen Rückschlag sorgte. Sein Teamkollege Alex Albon schied bereits im ersten Segment aus.
Zu den Verlierern des Tages gehörte auch Sergio Perez. Der Mexikaner konnte erneut nicht mit dem Tempo seines Teamkollegen Verstappen mithalten und verpasste mit Rang elf das Finale. Ebenfalls vorzeitig ausgeschieden sind Lance Stroll, Fernando Alonso und Liam Lawson, die alle wegen Track-Limit-Verstößen ohne gewertete Runden blieben.

Formel 1 in USA Grand Prix
Sprint-Qualifying, Ergebnis

1. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull 1:32,833 Min.
2. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,012 Sek.
3. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,226
4. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,250
5. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,256
6. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,350
7. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes +0,545
8. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +0,565
9. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls +0,969
10. Franco Colapinto (Argentinien) - Williams +1,573
11. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull 1:34,244
12. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine 1:34,363
13. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin 1:34,324
14. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin 1:34,436
15. Liam Lawson (Neuseeland) - Racing Bulls 1:34,617
16. Oscar Piastri (Australien) - McLaren 1:34,881
17. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine 1:34,917
18. Alexander Albon (Thailand) - Williams 1:35,054
19. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber 1:35,148
20. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber 1:36,472