Alle reden vom Megaduell Max Verstappen (24, Red Bull) gegen Titelverteidiger Lewis Hamilton (36, Mercedes). Fünf Rennen vor Ende der WM führt der niederländische Red-Bull-Pilot mit zwölf Punkten Vorsprung vor dem siebenmaligen Weltmeister.
Für Experten wie Ex-Weltmeister Damon Hill gilt Verstappen nach seiner grandiosen Leistung beim Rennen in Austin als Favorit. „Er hat zwei Finger am Pokal“, glaubt der Brite, „auch weil jetzt mit Mexiko und Sao Paulo zwei Rennen kommen, bei denen Mercedes wegen der Höhenlage Probleme haben könnte.“
Max Verstappen führte bisher 504 Runden in der Formel-1-Saison 2021.
Interessant dabei: Für Verstappen, der als „Wunderkind“ gilt, wäre es der erste große Titel im Motorsport überhaupt. Hamilton hat vor seinem Einstieg in die Formel 1 Titel in der Formel Renault, der Formel 3 und der GP2 gewonnen. In der Königsklasse war er zehnmal in einen WM-Kampf involviert. Sieben Mal ging er als Sieger hervor. Nur in seiner Debütsaison 2007 (Zweiter hinter Räikkönen), 2010 (Vierter, Weltmeister Vettel) und 2016 (Zweiter hinter Rosberg) zog er den Kürzeren.
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Verstappen hingegen hat noch nie um die WM gekämpft und auch in keiner Nachwuchsserie einen Titel geholt. In seinem einzigen Jahr im Formelsport, 2014, wurde er als Rookie Dritter in der Formel-3-Euroserie. Meister damals: Esteban Ocon. Vor der Formel 3 hatte er nur ein paar Rennen in der Florida-Winterserie bestritten. Danach ging's direkt in die Formel 1.
Deshalb glaubt Hill, „dass es für Max jetzt schwierig wird, die Ruhe zu bewahren. Er sieht schon ein bisschen Licht am Ende des Tunnels. Dieses kleine Licht, das dir sagt: 'Du kannst Weltmeister werden.' Meine Güte, da cool zu bleiben! Es kann so schnell gehen und drehen. Es ist jetzt auch so, dass er viel mehr zu verlieren hat.“
Fest steht: Verstappen kämpft nicht nur um die WM, sondern – auch wenn es ihn weniger interessiert – um die Rangliste der meisten Führungsrunden in einer Saison. Dort liegt er mit 504 Umläufen in Front fünf Rennen vor Schluss schon auf Platz 17 der Tabelle. Läuft alles normal, können noch einmal locker 200 Runden dazukommen. Das würde ihn auf Platz zwei spülen. Brisant: Er läge dann hinter Sebastian Vettel, der im Jahr 2011 739 Runden führte. Läuft es optimal für den Niederländer, könnte er Vettel sogar ablösen.
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Aussagekräftig ist die Tabelle laut Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko (78), „weil sie zeigt, wer im jeweiligen Jahr dominant war.“ Lewis Hamilton beispielsweise war fünf Mal der Fahrer mit den meisten Führungsrunden, Michael Schumacher ebenfalls. Interessant ist, wer nicht in der Tabelle unter den ersten 18 auftaucht: Alain Prost - obwohl der Franzose in den Jahren 1985, 1986, 1989 und 1993 den Titel gewann. Der „Professor“ gilt auch deshalb als Meister der Effizienz.
Sebastian Vettel führt den Brasilien-GP 2011 an.
Allein: Ganz genau ist die Statistik nicht. Denn Führungsrunden sind das eine, wieviel Prozent von möglichen Runden ein Fahrer in Front fuhr, das andere. Da ist der legendäre Schotte Jim Clark klare Nummer Eins. Im Jahr 1963 lag er in 71,47 Prozent der Runden an der Spitze. Zum Vergleich: Vettel brachte es im Jahr 2011 „nur“ auf 65,23 Prozent, Verstappen liegt im Moment bei 50,91.

Führungsrunden in einer Saison

1. Sebastian Vettel 2011: 739 von 1133 möglichen, 65,23%
2. Nigel Mansell 1992: 694 / 1036, 66,99%
3. Sebastian Vettel 2013: 684 / 1131, 60,48%
4. Michael Schumacher 2004: 683 / 1122, 60,87
5. Michael Schumacher 1994: 646 / 1046, 61,76%
6. Lewis Hamilton 2020: 613 / 1037, 59.11%
7. Lewis Hamilton 2015: 587 / 1149, 51,09%
8. Mika Häkkinen 1998: 576 / 1015, 56,75%
9. Lewis Hamilton 2016: 566 / 1268, 44,64%
10. Michael Schumacher 2002: 558 / 1090, 51,19%
11. Ayrton Senna 1988: 553 / 1031, 53,64%
12. Michael Schumacher 2000: 548 / 1074, 51,02%
13. Michael Schumacher 2001: 533 / 1065, 50,05%
14. Lewis Hamilton 2017: 527 / 1196, 44,06%
15. Lewis Hamilton 2019: 511 / 1262, 40,49%
16. Jim Clark 1963: 506 / 708, 71,47%
17. Max Verstappen 2021: 504 / 990, 50,91%
18. Ayrton Senna 1990: 500 / 1052, 47,53

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Ralf Bach