Formel 1: Williams kooperiert mit Mercedes

Formel 1: Williams kooperiert mit Mercedes

Gibt es 2022 gleich sechs F1-Mercedes?

Immer mehr Formel-1-Teams kaufen bei ihren Motorpartnern mehr als nur die Antriebsstränge. Auch Williams macht jetzt mit.
Jetzt hat auch Williams die Notwendigkeit erkannt. Jahrelang kämpfte das britische Traditionsteam gegen zu engen technischen Austausch zwischen zwei Teams und verwies dabei auf die DNA des Motorsports, wonach Rennställe ihre eigenen Autos bauen sollten. Dabei begann Williams 1969 selbst mit Kundenautos von Brabham und verkaufte 1980 das letzte vollständige Kundenauto der F1-Geschichte an RAM. Ab 2022 will nun aber auch die ehemalige Mannschaft von Sir Frank Williams die Zusammenarbeit mit Mercedes ausweiten.
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Dann wird Mercedes nicht mehr nur die Antriebsstränge an Williams liefern, sondern darüber hinaus auch das Getriebe sowie Hydraulikkomponenten. Damit soll der Design- und Fertigungsprozess im eigenen Haus effizienter gestaltet werden.
AUTO BILD Motorsport erfuhr zudem: Internen Berechnungen eines Teams zufolge wäre Williams mit dem Mercedes-Getriebe schon jetzt etwa 0,8 Sekunden pro Runde schneller. Ein Argument, dem sich auch die neuen Bosse um Teamchef Simon Roberts und den Deutschen Jost Capito nicht entziehen können.
Teams folgen dem Haas-Modell

Das Haas-Team kauft schon seit dem Jahr 2016 Teile bei Ferrari ein.

©LAT/Haas

Eine entsprechende Zusammenarbeit ist nur logisch. Das Haas-Team kauft schon seit dem Jahr 2016 alle Teile bei Ferrari ein, die vom technischen Reglement erlaubt sind. Teamchef Günther Steiner erklärt gegenüber ABMS: „Nehmen wir mal das Lenkgetriebe. Das ist ein hochkompliziertes Teil, technisch sehr aufwendig und teuer zu bauen, aber völlig unbedeutend für die Performance. Weil es da bei den verschiedenen Lenkgetrieben der Teams keine Unterschiede mehr gibt. Warum soll ich mir dieses Teil dann nicht aus dem Regal in Maranello kaufen? Die Aerodynamik-Teile, die man konstruieren muss, mache ich also selbst, und den Rest geh ich einkaufen.“
Diesem Beispiel folgen nun auch andere Rennställe. Das Resultat: Schon 2021, vor allem aber mit den neuen Autos 2022 arbeiten viele Teams eng zusammen. Überspitzt formuliert werden dann sechs Mercedes gegen sechs Ferraris, vier Red Bulls, zwei McLarens und zwei Alpines fahren.
Hintergrund: Mercedes rüstet das eigene Werksteam, Aston Martin, McLaren und Williams mit Motoren aus. Aston Martin kauft viele weitere Komponenten dazu – zum Beispiel das Getriebe und die Hinterachse. Das ist für das Vettel-Team für 2021 ein Vorteil: Das Reglement erlaubt nämlich nur minimale Änderungen an mechanischen Chassis-Komponenten. Doch Aston Martin darf darüber hinaus vom 2019er Mercedes-Heck auf das von 2020 wechseln.
McLaren und Alpine als Einzelkämpfer

McLaren holt sich nur den Antrieb von Mercedes.

©McLaren

McLaren holt sich nur den Antrieb von Mercedes. Williams weitet die technische Kooperation auch erst ab 2022 aus.
Bei den Ferrari-Teams geht Haas wie erwähnt aufs Ganze. Was gekauft werden darf, wird auch gekauft. Dazu hat Ferrari bei Haas sogar eine Außenstelle mit Ingenieuren eingerichtet. Weil man die Budgetobergrenze sonst Ingenieure entlassen müsste, verspricht sich Ferrari von der engeren Zusammenarbeit einen Vorteil. Alfa Romeo kauft Stand jetzt zwar weniger Teile von der Scuderia – das Getriebe und Motor aber durchaus. 
Red Bull und Alpha Tauri werden 2021 noch enger kooperieren. Ähnlich wie Haas wird Alpha Tauri alle Teile von Red Bull beziehen, die das Reglement auch erlaubt.
Nur Alpine hat keine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Es ist das einzige Team, das die eigenen Renault-Motoren einsetzt.

Autoren: , Ralf Bach

Fotos: LAT/Williams

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