Formel 1: Williams-Teamchef mit Spitze gegen Mick Schumacher
Mick Schumacher nicht "besonders"

Bild: Mercedes
Franco wer? Williams-Teamchef James Vowles setzt nach dem Aus für Logan Sargeant statt auf den erfahrenen Mercedes-Junior Mick Schumacher auf den argentinischen Formel-1-Rookie Franco Colapinto. Am Rande des GP Italien begründete der Brite sein Wahl – allerdings nicht gerade schmeichelhaft für Schumacher junior: „Mick hätte einen guten Job gemacht“, räumte Vowles in der Pressekonferenz vor dem Grand Prix von Italien in Monza ein.
Doch Schumacher falle, genau wie Colapinto, nur „in die Kategorie ‚gut‘, aber ‚nicht besonders‘ – da müssen wir ehrlich sein.“
Colapinto statt Schumacher
Der entscheidende Unterschied zwischen dem 25-jährigen Schumacher und dem vier Jahre jüngeren Colapinto liege laut Vowles in der Williams-Vergangenheit des hauseigenen Juniors aus Argentinien. Colapinto hat in der Vergangenheit „hunderte, vielleicht tausende Runden in unserem Simulator gedreht“ und ist bereits in einem freien Training in diesem Jahr das Williams-Auto gefahren.

Williams-Teamchef James Vowles setzt nach dem Aus für Logan Sargeant auf den argentinischen Formel-1-Rookie Franco Colapinto.
Bild: Williams
„Anhand der Daten macht er bedeutende Fortschritte“, so Vowles weiter. Für ihn ist klar: „Wir haben uns entschieden, in die Zukunft statt in einen anderen Fahrer zu investieren.“
Mick Schumacher bleibt im Abseits
Nicht unerheblich dürften dabei Colapintos Sponsoren gewesen sein, die pro Rennen angeblich 500.000 Euro mitbringen. Hochgerechnet auf neun GP sind das 4,5 Millionen Euro – ein schlagkräftiges Argument für Colapinto und eben gegen Schumacher.
Toto Wolff und Ralf Schumacher halten zu Mick
Dass Vowles anschließend auch noch verbal so hart mit Schumacher ins Gericht geht, könnte als Retourkutsche auf dessen Onkel Ralf verstanden werden. Der Sky-Experte bezeichnete die Entscheidung als „nicht sinnvoll und absurd“.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nahm Mick Schumacher in Schutz.
Bild: Stephen Reuss / Mercedes
Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, der frühere Chef von Vowles, nahm Mick Schumacher in Schutz. „Mick hat die Formel 2, 3 und 4 gewonnen. Er ist im Haas-Umfeld regelrecht zermalmt worden. Wir haben noch nicht alles von ihm gesehen“, so Wolff. „Aber jedes Team muss für sich die besten Entscheidungen treffen.“
Mick Schumacher: Entwicklung wird anerkannt
Immerhin: Vowles registrierte durchaus die Fortschritte, die Mick Schumacher seit seiner Zeit nach Haas gemacht hat. „Im Vergleich zu seiner Zeit bei Haas hat er sich stark verbessert. Mick ist ein kompetenter Fahrer, der unglaubliche Arbeit für Alpine, Mercedes und McLaren geleistet hat“, lobte der Williams-Teamchef.
Allein: Für Schumacher wäre der Williams-Einsatz ohnehin nur ein Intermezzo gewesen. Der Rekordweltmeistersohn kämpft um das zweite Sauber-Audi-Cockpit neben Nico Hülkenberg. Wie passend: Der neue Projektleiter Mattia Binotto hat Schumacher einst in den Ferrari-Juniorkader aufgenommen. Die beiden haben also jetzt schon mehr gemeinsame Vergangenheit als Schumacher jr. und James Vowles.
GP Italien in Monza Ergebnis 2. Freies Training
1. Lewis Hamilton (Großbritannien) - Mercedes 1:20,738 Min.;
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,003 Sek.;
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,103;
4. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,120;
5. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,154;
6. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,348;
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,402;
8. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls +0,562;
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,578;
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +0,625; 1
1. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber +0,723;
12. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +0,761;
13. Alexander Albon (Thailand) - Williams +0,854;
14. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,872;
15. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,940;
16. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls +0,997;
17. Franco Colapinto (Argentinien) - Williams +1,046;
18. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +1,081;
19. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1,129;
20. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber +1,485
2. Lando Norris (Großbritannien) - McLaren +0,003 Sek.;
3. Carlos Sainz Jr. (Spanien) - Ferrari +0,103;
4. Oscar Piastri (Australien) - McLaren +0,120;
5. Charles Leclerc (Monaco) - Ferrari +0,154;
6. George Russell (Großbritannien) - Mercedes +0,348;
7. Nico Hülkenberg (Emmerich) - Haas +0,402;
8. Daniel Ricciardo (Australien) - Racing Bulls +0,562;
9. Fernando Alonso (Spanien) - Aston Martin +0,578;
10. Lance Stroll (Kanada) - Aston Martin +0,625; 1
1. Valtteri Bottas (Finnland) - Kick Sauber +0,723;
12. Kevin Magnussen (Dänemark) - Haas +0,761;
13. Alexander Albon (Thailand) - Williams +0,854;
14. Max Verstappen (Niederlande) - Red Bull +0,872;
15. Sergio Perez (Mexiko) - Red Bull +0,940;
16. Yuki Tsunoda (Japan) - Racing Bulls +0,997;
17. Franco Colapinto (Argentinien) - Williams +1,046;
18. Pierre Gasly (Frankreich) - Alpine +1,081;
19. Esteban Ocon (Frankreich) - Alpine +1,129;
20. Zhou Guanyu (China) - Kick Sauber +1,485
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