Es war das erste richtige Rennen von Pascal Wehrlein, nachdem er in Saudi-Arabien aus vertraglichen Gründen nicht starten durfte und in Marokko schon am Start von Lucas di Grassi aus dem Rennen gecrasht wurde. Doch in Chile zeigte der Mahindra-Pilot, was er kann. Am Ende wurde er als bester Deutscher Zweiter – hinter Sieger Sam Bird im Virgin-Audi.
Wehrlein war nach dem Rennen zwiegespalten: „Ich bin natürlich happy, aber irgendwo auch ein bisschen frustriert. Ich glaube, wir hätten heute die Chance gehabt das Rennen zu gewinnen. Aber am Ende musste ich langsam machen – weil die Temperatur in den Batterien zu heiß wurde.“
Hintergrund: Fast 40 Grad Lufttemperatur setzen den Batterien zu. Ab 72 Grad Batterietemperatur schaltet der Energiespeicher sogar ganz ab. Das musste Wehrlein verhindern.
Abt
Daniel Abt erzielte in Chile einen Podestplatz
Zu Beginn war der Deutsche konservativ unterwegs – verlor die Position zwei früh an Bird, der im Attack-Modus seine Erfahrung voll ausspielte. Weil der bis dato führende Sébastien Buemi später in die Mauer crashte, war dies das entscheidende Manöver des Rennens.
Neben Wehrlein durfte auch Daniel Abt als Dritter mit aufs Podest. Einerseits kann Audi froh darüber sein, dass die schwache Performance der ersten beiden Rennen ausgebügelt scheint, andererseits: Dieses Rennen hätte auch Audi gewinnen können. Lucas di Grassi verlor seine Pole-Position wegen eines technischen Verstoßes (siehe Quali-Bericht unten). Und mit Bird siegte ein Fahrer mit Audi-Kundenmotor...
Audi-Motorsportchef Dieter Gass zieht deshalb ein positives Fazit: „Es war der erste Saisonsieg durch unser Kundenteam Virgin. Und durch Daniel Abt haben wir unser erstes Podium als Team eingefahren. Alles in allem also ein gutes Ergebnis für Audi.“
Für Bird war es der achte Formel-E-Sieg. Nur der Brite gewann bisher in jeder Saison mindestens ein Rennen. In der Tabelle hat er bis auf einen Punkt auf Tabellenführer Jérôme D’Ambrosio aufgeschlossen: Wehrleins Teamkollege wurde nur Achter. Auch die anderen Favoriten strauchelten: Jean-Eric Vergne schied nach einer Reihe von Unfällen ebenso aus wie BMW-Pilot Antonio Felix da Costa.
Ergebnis Chile ePrix
1. Sam Bird (Virgin-Audi)
2. Pascal Wehrlein (Mahindra)
3. Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler)
4. Edoardo Mortara (Venturi)
5. Robin Frijns (Virgin-Audi)
6. Mitch Evans (Jaguar)
7. Alexander Sims (BMW-Andretti)
8. Jérôme D’Ambrosio (Mahindra)
9. Oliver Turvey (Nio)
10. José María López (Dragon)
Fahrerwertung
1. Jérôme D’Ambrosio (B) 44
2. Sam Bird (GB) 43
3. Antonio Felix da Costa (P) 28
4. Robin Frijns (NL) 28
5. Jean-Eric Vergne (F) 28
6. Mitch Evans (NZ) 22
7. Daniel Abt (D) 21
8. André Lotterer (D) 19
9. Pascal Wehrlein (D) 18
10. Alexander Sims (GB) 18
11. Sébastien Buemi (CH) 15
12. Edoardo Mortara (CH) 12
13. Lucas di Grassi (BR) 8
14. Oliver Rowland (GB) 6
15. Oliver Turvey (GB) 2
16. José María López (ARG) 1
17. Nelson Piquet jr. (BR) 1
18. Maximilian Günther (D) 0
19. Tom Dillmann (F) 0
20. Gary Paffett (GB) 0
21. Stoffel Vandoorne (B) 0
22. Felipe Massa (BR) 0
23. Felix Rosenqvist (S) 0
Teamwertung
1. Virgin-Audi 71
2. Mahindra 62
3. DS Techeetah 47
4. BMW-Andretti 46
5. Audi Sport Abt Schaeffler 29
6. Jaguar 23
7. Nissan e.dams 21
8. Venturi 12
9. Nio 2
10. Dragon 1
11. HWA-Venturi 0

So lief das Qualifying

Audi ist wieder da! Was sich in den Trainingssitzungen bereits abzeichnete, hat sich im Qualifying voll bestätigt – mit der Poleposition durch Lucas di Grassi. Der Brasilianer war in der Super-Pole sechs Zehntelsekunden schneller als Daniel Abt (Rang vier)!
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Aber: Wegen eines technischen Verstoßes wird ihm die Zeit aberkannt. Der Brasilianer hat die Bremsen in der Einführungsrunde und in der gezeiteten Runde nicht in der gleichen Einstellung gefahren – was seit diesem Wochenende aber vorgeschrieben ist.
Wehrlein
Pascal Wehrlein ist der beste Deutsche im Grid
Damit startet sein Erzfeind Sébastien Buemi (Nissan e.dams) von Platz eins. Dahinter überzeugte Pascal Wehrlein (Mahindra) als Zweiter. Er war in der Gruppenphase sogar der schnellste aller 22 Fahrer.
Der Deutsche profitierte dabei aber davon, dass er als Tabellen-23. In der letzten Gruppe dran war. Die Strecke wurde von Gruppe zu Gruppe schneller. Die Topfahrer mussten zuerst auf die Strecke – und landeten zum Teil weit abgeschlagen. Monaco-Sieger Jérôme D’Ambrosio (Mahindra) startet nur von Platz 21, BMW-Pilot Antonio Felix da Costa von der 18.
Das Rennen startet um 20 Uhr deutscher Zeit und ist live auf Eurosport oder im ZDF-Livestream zu verfolgen.
Startaufstellung
1. Sébastien Buemi (Nissan e.dams)
2. Pascal Wehrlein (Mahindra)
3. Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler)
4. Stoffel Vandoorne (HWA-Venturi)
5. Sam Bird (Virgin-Audi)
6. Edoardo Mortara (Venturi)
7. Maximilian Günther (Dragon)
8. Alexander Sims (BMW-Andretti)
9. Felipe Massa (Venturi)
10. José María López (Dragon)
11. Mitch Evans (Jaguar)
12. Jean-Eric Vergne (DS Techeetah)
13. Oliver Rowland (Nissan e.dams)
14. André Lotterer (DS Techeetah)
15. Robin Frijns (Virgin-Audi)
16. Gary Paffett (HWA-Venturi)
17. Antonio Felix da Costa (BMW-Andretti)
18. Oliver Turvey (Nio)
19. Nelson Piquet jr. (Jaguar)
20. Jérôme D’Ambrosio (Mahindra)
21. Tom Dillmann (Nio)
22. Lucas di Grassi (Audi Sport Abt Schaeffler)