Zugegeben, der erste Run auf die Formel E ist vorbei. Vergangen die Zeiten, als sogar Ex-Formel-1-Weltmeister wie Jacques Villeneuve in der Elektroformel mitmischten – und Hersteller Schlange standen. Premiummarken wie BMW, Audi und Mercedes sind inzwischen wieder ausgestiegen. 2026 ist das Feld auf zehn Teams und 20 Fahrer geschrumpft.
Doch langsam deutet sich der zweite Boom der Elektro-Formelserie an. Nächstes Jahr rüstet die Formel E richtig auf: Die Boliden leisten dann zwischen 612 PS (Rennen) und 816 PS (Qualifying). Aktuell sind es 408 respektive 476 PS. Damit wird die Formel E so viel Leistung haben wie die Formel- 1-Rennwagen der 1990er-Jahre.
Der neue Boom wird weiterhin von deutschen Herstellern geprägt sein. Porsche wird im kommenden Jahr auf zwei Teams aufstocken. Schon jetzt gehört das Werksteam zu den besten Mannschaften der Serie. Pascal Wehrlein (31) ist zwar in der vergangenen Saison als Weltmeister entthront worden, kommt aber jetzt wieder als Tabellenführer zum ePrix nach Berlin.
Markenvielfalt in der Formel E: Vier verschiedene Hersteller konnten in der aktuellen Saison bereits gewinnen.
Bild: Formula E
„Es ist zwar schöner, als Erster anstatt als Letzter zum Heimrennen zu reisen, aber wichtiger als die Tabelle werden dort die Ergebnisse sein“, dämpft der ehemalige Formel-1-Fahrer die Erwartungen. Zu eng ist derzeit das Feld. In den bisherigen sechs Saisonrennen haben fünf verschiedene Fahrer gewonnen. Mit Porsche, Jaguar, Mahindra und Citroën waren bisher vier Hersteller siegfähig. Titelverteidiger Oliver Rowland fährt Nissan. Von so einer Vielfalt kann die Formel 1 nur träumen.

Opel kehrt zurück

Damit nicht genug: Zur kommenden Saison kehrt Opel in den internationalen Motorsport zurück – mehr als 20 Jahre nachdem die Rüsselsheimer Motoren für die DTM und die Formel 3 gebaut haben. In der Formel E will man sich auf die Zukunft vorbereiten – und den Umstieg auf Elektromotoren. „Wir wollen die deutsche Ingenieurskunst, mutiges Design und elektrisierende Performance zeigen“, erklärt Opel-CEO Florian Huettl. Das Team wird zwar komplett neu aufgebaut. Trotzdem kann Opel auf die Daten von Stellantis zugreifen. Immerhin wird Opel nach DS, Maserati und Citroën bereits die vierte Marke des Konzerns in der Formel E.
Als Entwicklungsfahrerin ist Sophia Flörsch (25) an Bord. Auch Maximilian Günther (28) macht sich Hoffnungen auf ein Opel- Cockpit. Aktuell fährt der zweite deutsche Fahrer für DS Penske, also für den Stellantis-Konzern.
Maximilian Günther fährt für das Stellantis-Team DS Penske.
Bild: Formula E
Bisher waren acht Deutsche am Start: neben Günther und Wehrlein noch André Lotterer, Daniel Abt, Nick Heidfeld, René Rast, Maro Engel und David Beckmann. Wehrlein (9), Günther (7) und Abt (2) haben auch Rennen gewonnen.
Übrigens: Berlin ist bisher die einzige Stadt, die in allen zwölf Saisons im Kalender war. Auch das könnte sich 2027 ändern. Die Promoter träumen von einem Rennen am Norisring (Nürnberg). Verfolgt werden kann der ePrix an diesem Wochenende (2./3. Mai) auf dem Privatsender DF1 ab 14.30 Uhr (Sa./So.).
Anders als die Formel 1 ist die Formel E Deutschland nun schon seit Jahren treu. Berlin ist fixer Schauplatz von gleich zwei ePrix. Neben Porsche steigt nun auch noch Opel in die nächste Ära ein. Hingeschaut, F1!