Formel E: Evans siegt in Rom
Jaguar-Triumph in der ewigen Stadt

Jaguar-Pilot Mitch Evans gewinnt nach Aufholjagd den ePrix in Rom und verweist Robin Frijns und Stoffel Vandoorne, die sich ein tolles Duell liefern, auf die Plätze.
Bild: Formel E
- Frederik Hackbarth
Streiten sich zwei, freut sich der Dritte: Mitch Evans gewinnt für Jaguar den vierten Saisonlauf der Formel E in Rom. Dabei sieht es am Samstag lange nach einem Zweikampf um den Sieg zwischen Robin Frijns (Envision) und Stoffel Vandoorne (Mercedes) aus. Am Ende muss sich das Duo aber dem von Startplatz neun nach vorne gestürmten Evans beugen, der mit 5,7 Sekunden Vorsprung als Erster die Ziellinie überquert.
Für den 27-Jährigen Neuseeländer ist es der dritte Formel-E-Sieg, aber schon der zweite in Rom nach 2019. "Ich liebe diese Stadt und die Strecke, sie kommt meinem Fahrstil sehr entgegen", jubelt Evans und bedankt sich auch brav beim Team: "Wenn man so ein Auto hat wie ich heute, macht es das natürlich leichter. Schön, dass wir die Pace gefunden haben. Hoffentlich bleibt das so!"

Mitch Evans feiert seinen dritten Sieg in der Formel E
Bild: Formel E
Im vierten Saisonlauf gibt es damit nach Titelverteidiger Nyck de Vries (Saudi-Arabien I), Edoarado Mortara (Saudi-Arabien II) und Pascal Wehrlein (Mexiko) den vierten Sieger. Am Start steht Evans aber erstmal nicht im Mittelpunkt: An der Spitze verteidigt Vorjahressieger und Pole-Sitter Vandoorne mit Ausgehen der Lichter seine Führung vor Frijns und Mercedes-Stallkollege de Vries.
Dahinter kracht es schon nach wenigen Kurven: Meisterschafts-Leader Mortara (Venturi) kollidiert mit Oliver Rowland (Mahindra), der Brite wird dabei umgedreht und blockiert die Straße, kann aber am Ende des Feldes weiterfahren - anders als Maxi Günther: Der Deutsche in Diensten von Nissan e.dams crasht schon in der ersten Runde in Kurve elf ins Aus und sorgt damit für die erste und einzige Safety-Car-Phase des Rennens.
Frijns vs. Vandoorne - bis Evans kommt
Mit dem Re-Start nimmt dann das Duell zwischen Vandoorne und Frijns Fahrt auf. Nach etwas mehr als zehn Minuten übernimmt der Holländer mit einem schönen Manöver die Führung, die beiden Mercedes-Piloten reagieren auf den Führungswechel indem sie den Attack-Mode aktivieren, fallen dadurch aber zwischenzeitlich hinter Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) zurück. Zwar schnappen sich die Silberpfeile den Portugiesen wieder, Frijns kann sich in dieser Phase vorne aber etwas absetzen.
Dann kommt von hinten mit guten Manövern und geschicktem Einsatz der Extra-Leistung Evans immer näher, liegt schon auf Rang drei. In ihrem direkten Duell zünden 19 Minuten vor Ablauf der Uhr erst Frijns, dann auch auch Vandoorne ihren zweiten Boost und liefern sich in der Folge weiter einen engen Kampf mit mehreren Führungswechseln.

Robin Frijns und Stoffel Vandoorne sorgten für Action
Bild: Formel E
Allein: Das Duell des Top-Duos fordert für beide seinen Tribut, denn durch den Zeitverlust im Zweikampf fliegt Evans mit Siebenmeilenstiefeln an die Führenden heran und hat sich sein Rennen taktisch klug eingeteilt: Im Boost-Modus geht er eine Viertelstunde vor Rennende an Frijns und Vandoorne vorbei und übernimmt die Spitze.
"Das Duell mit Stoffel hat Spaß gemacht, aber dann kam Mitch. Der war heute zu stark für uns", erklärt Frijns nach Rennende - und auch Vandoorne muss konstatieren: "Mit Robin war es ein großer Kampf. Aber als Mitch erstmal durch war, haben wir den nicht mehr gesehen, so schnell war der. Da hat uns ein bisschen die Pace gefehlt."
Kleiner Trost für Vandoorne: Mit den 18 Punkten für Platz drei und seine Pole-Position, schiebt er sich in der Gesamtwertung mit 46 Zählern bis auf drei Punkte an WM-Spitzenreiter Mortara ran. Der Ex-DTM-Pilot bekommt für seine Startkollision fünf Strafsekunden aufgebrummt, wird deshalb nur als Siebter abgewunken. Damit landet Mortara einen Platz vor Porsche-Pilot Pascal Wehrlein, der Achter wird. Teamkollege Andre Lotterer nimmt als Zehnter den letzten Punkt mit.
Am Sonntag (Start 15 Uhr) bestreitet die Formel E in Rom ihren zweiten Lauf an diesem Wochenende.
Ergebnis 4. Saisonlauf Formel E in Rom:
1. Mitch Evans (Jaguar) 51:59.632 Minuten
2. Robin Frijns (Envision) + 5.703 Sekunden
3. Stoffel Vandoorne (Mercedes) + 6.966
4. Jean-Éric Vergne (DS Techeetah) + 7.553
5. Sam Bird (Jaguar) + 7.877
6. António Félix da Costa (DS Techeetah) + 8.971
7. Edoardo Mortara (Venturi) + 13.356
8. Pascal Wehrlein (Porsche) + 14.216
9. Nick Cassidy (Envision) + 14.543
10. André Lotterer (Porsche) + 19.339
2. Robin Frijns (Envision) + 5.703 Sekunden
3. Stoffel Vandoorne (Mercedes) + 6.966
4. Jean-Éric Vergne (DS Techeetah) + 7.553
5. Sam Bird (Jaguar) + 7.877
6. António Félix da Costa (DS Techeetah) + 8.971
7. Edoardo Mortara (Venturi) + 13.356
8. Pascal Wehrlein (Porsche) + 14.216
9. Nick Cassidy (Envision) + 14.543
10. André Lotterer (Porsche) + 19.339
Gesamtwertung Formel E Fahrer:
1. Edoardo Mortara (Venturi) 49 Punkte
2. Stoffel Vandoorne (Mercedes) 46
3. Robin Frijns (Envision) 42
4. Jean-Éric Vergne (DS Techeetah) 39
5. Nyck de Vries (Mercedes) 38
6. Pascal Wehrlein (Porsche) 34
7. André Lotterer (Porsche) 31
8. Mitch Evans (Jaguar) 26
9. Jake Dennis (Avalanche Andretti) 26
10. Lucas di Grassi (Venturi) 25
2. Stoffel Vandoorne (Mercedes) 46
3. Robin Frijns (Envision) 42
4. Jean-Éric Vergne (DS Techeetah) 39
5. Nyck de Vries (Mercedes) 38
6. Pascal Wehrlein (Porsche) 34
7. André Lotterer (Porsche) 31
8. Mitch Evans (Jaguar) 26
9. Jake Dennis (Avalanche Andretti) 26
10. Lucas di Grassi (Venturi) 25
Gesamtwertung Formel E Teams:
1. Mercedes 84 Punkte
2. Venturi 74
3. Porsche 65
4. DS Techeetah 59
5. Envision 52
6. Jaguar 48
7. Avalanche Andretti 28
8. Nissan e.dams 6
9. Mahindra 4
10. Nio 0
2. Venturi 74
3. Porsche 65
4. DS Techeetah 59
5. Envision 52
6. Jaguar 48
7. Avalanche Andretti 28
8. Nissan e.dams 6
9. Mahindra 4
10. Nio 0
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