Der mit drei Siegen erfolgreichste deutsche Fahrer bleibt in der Formel E: Nach dem Ausstieg von BMW hat Maximilian Günther eine neue Heimat gefunden und wechselt zu Nissan e.dams. Dort trifft er auf Sébastien Buemi, der Rekordhalter in Sachen Formel-E-Siegen (13).
„Ich bin sehr stolz darauf, Teil der Nissan e.dams-Familie zu werden", sagt Günther. „Das Team hat große Ambitionen in der FIA Formula E World Championship, und ich bin hoch motiviert, zum Erfolg dieses Projekts beizutragen.“
BMW ist 2022 ebenso wie Audi nicht mehr am Start. Während das Audi-Einsatzteam Abt Sportsline nach sieben Jahren der Elektroformel den Rücken kehrt, bleibt das Andretti-Team, das die BMW-Einsätze geleitet hat, im Grid, fährt sogar mit den alten BMW-Kundenmotoren. Günther aber wollte weiterhin Werksfahrer bleiben.

Formel-E-Meister will in die Formel 1

Bei Nissan e.dams ersetzt der Allgäuer den Briten Oliver Rowland, der zu Mahindra wechselt.
Maximilian Günther bleibt auch 2022 in der Formel E, wechselt aber zu Nissan e.dams.
Günther ist der dritte Fahrer aus Deutschland in der Startaufstellung. Porsche behält das deutsche Duo Pascal Wehrlein und André Lotterer. Eine Rückkehr von René Rast ist nach dem Ausstieg von Audi nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich.
Unklar ist außerdem noch, wer für den zweiten deutschen Hersteller Mercedes in deren letzten Formel-E-Saison an den Start gehen wird. Weder Formel-E-Meister Nyck de Vries noch Stoffel Vandoorne haben Verträge für die kommende Saison. De Vries gilt als heißer Kandidat auf ein Williams-Formel-1-Cockpit.

Di Grassi wechselt zu Venturi

Der zweite Audi-Pilot Lucas di Grassi steht kurz vor einem Wechsel zu Venturi – dem monegassischen Mercedes-Kundenteam, das Susie Wolff anführt. Dort wird er Stallgefährte von Edoardo Mortara. Di Grassi ist einer von nur zwei Fahrern, die bei allen Formel-E-Rennen der Geschichte am Start waren. Der zweite ist Sam Bird, der wie Mitch Evans bei Jaguar bleiben wird.
Viele Cockpits sind noch unbesetzt. Und auch eigentlich fixe Kombinationen könnten wieder gelöst werden. Betroffen sind zwei Ex-Meister: Zwar bleiben Antonio Felix da Costa und Jean-Eric Vergne höchst wahrscheinlich bei DS Techeetah, gewiss ist das aber nicht. Der französische Hersteller DS liefert nämlich nur Motoren, der Rennstall gehört China Media Capital (CMC). Eigentlich war der Verkauf an Anthony di Iorio, einem Blockchain-Unternehmer, schon so gut wie fix, ist nun aber englischen Medienberichten zu Folge geplatzt.  Das könnte die Zukunft der Mannschaft auf den Kopf stellen.
Die unruhigen Zeiten in der Formel E wirbeln also auch den Transfermarkt ordentlich durcheinander. Viele Teams wollen die Weichen neu stellen – um 2023 mit den neuen Gen3-Autos dann optimal aufgestellt zu sein.